Liebe/-r Experte/-in,
traurigerweise hat meine beste Freundin kürzlich zum zweiten Mal ihr Baby in der
Schwangerschaft verloren. Beim ersten Mal in der 10. Schwangerschaftswoche und
nun nach der 12.
Meine Freundin hat nach der ersten Schwangerschaft die Frauenärztin gewechselt,
weil sie sich nicht mehr gut aufgehoben gefühlt hat. Den Verlust des Babys haben
beide Ärztinnen zu ihrer Zeit während der Routineuntersuchung festgestellt. Sie
fanden keine Herztöne… doch der Untersuchungsablauf war sehr unterschiedlich…
und das ist das, was uns im Nachhinein verwirrt…
Die erste Ärztin hat eine Ultraschall- und eine Gebärmutteruntersuchung
durchgeführt. Am nächsten Morgen wurde ihr Blut abgenommen. Am Nachmittag
dann wieder die Ultraschall- und Gebärmutteruntersuchung im Krankenhaus, das
gleiche Prozedere am folgenden Tag, dann kam es zum Eingriff…
Die Ärztin in der zweiten Schwangerschaft führte eine Dopplersonographie durch
mit dem Ergebnis, dass keine Herztöne sichtbar waren… Nach Rücksprache mit zwei
weiteren Ärzten aus der Praxis wurde das Ergebnis leider nochmals bestätigt. Am
Donnerstag wurde diese Untersuchung nochmals gemacht. Anschließend wurde der
Eingriff durchgeführt.
Sind die Untersuchungsverfahren denn so unterschiedlich? Geben beide gleich gut
Ausschluss?
Ich bin über eine Antwort sehr, sehr dankbar!
Beste Grüße
[…]
[Name entfernt]
Liebe […],
danke dass Sie mir von dieser Geschichte erzählen. Leider bin ich auf der Ebene der physischen/körperlichen Untersuchungen keine Expertin. Wenden Sie sich besser an Hebammen oder Frauenärzte.
Alles Liebe und viel Kraft
[Name entfernt]
Hallo,
erst mal meine tiefe Anteilnahme zur zweiten Fehlgeburt Ihrer Freundin. Das ist - wie ich aus eigener Erfahrung weiß - kein leichter Weg und es ist alles unheimlich traurig. Besonders belastend ist die Suche nach dem „Warum“ - selbst Mediziner sind davor nicht gefeit, obwohl sie das entsprechende Fachwissen rund um die stark erhöhte Häufigkeit von Fehlgeburten beim Menschen (immerhin 30-50 % aller Schwangerschaften enden vorzeitig) wissen.
Um Ihre Frage zu beantworten: Eine Doppleruntersuchung zur Feststellung einer Fehlgeburt finde ich persönlich etwas überdimensioniert. Es genügt der normale Ultraschall und die Abtastung der Gebärmutter sowie eine Laboruntersuchung und das war’s. Der Doppler ist in späteren Schwangerschaftsstadien äußerst hilfreich, wenn man den Blutfluss in bestimmten Blutgefäßen von Mutter und Kind genauer darstellen will. Aber wenn es lediglich darum geht, zu sehen, ob noch eine Herzaktion da ist, ist der normale Ultraschall völlig ausreichend. Durch die Laboruntersuchung wird dies dann bestätigt und die Abtastung der Gebärmutter geht schon in die Richtung der Ausschabung.
Das ist aber pure Geschmackssache, welche Untersuchung man vornimmt und wie lange man wartet, bevor man die Ausschabung empfiehlt. Diese Individualität ist auch wichtig, da nicht jede Fehlgeburt der anderen gleicht und eine indiviudelle Vorgehensweise der Ärzte garantieren kann, dass Fälle, die nicht dem Standard entsprechen, ebenfalls zuverlässig erkannt werden. Soll heißen: jeder Arzt soll bitte auch seinen gesunden Menschenverstand und seinen Instinkt einschalten, sowie die ihm am besten liegende Untersuchungsmethode verwenden, um der Patientin eine individuell optimale Diagnostik zu ermöglichen. Sämtliche Wege führen zum Ziel.
Ich wünsche Ihrer Freundin alles Gute - und hoffe, dass sie sich durch diese beiden Fehlgeburten nicht unterkriegen lässt.
Beste Grüße,
Claudia Franke
danke dass Sie mir von dieser Geschichte erzählen. Leider bin
ich auf der Ebene der physischen/körperlichen Untersuchungen
keine Expertin. Wenden Sie sich besser an Hebammen oder
Frauenärzte.
Alles Liebe und viel Kraft
Trotzdem vielen Dank für Ihre schnelle Antwort!
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Herzlichen Dank für Ihre ausführliche Antwort!
Viele Grüße
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