Wir haben in unserem Garten (südliche Wetterau bei FFM)
einen 2,50m hohen Feigenstrauch mit ca über 100 Früchten
- alle grün, innen weiss, ca 3cm Durchmesser.
Leider werden sie nie reif - auch jetzt - Ende Sept 2005 -
sieht der Strauch / Baum toll gefüllt aus, doch die
Früchte wollen nicht reifen (siehe Fotos auf http://www.fenke.de/feigen.htm ).
In einer italienischen Seite lasen wir nun,
dass die Feige wohl nicht befruchtet wurde,
weil solo weiblich
stehend
(siehe: http://www.cilento-nationalpark.de/frucht/feige.html - FEIGENBOTANIK).
Wer hat ähnliche Erfahrungen oder weiss mehr,
vor allem, wo man männliche Zweige bekommt??
Danke für jeden Tipp!
Franz
Hallo Herr Fenzke,
Ich habe die Vermutung, daß Ihr Feigenbaum tatsächlich nicht befruchtet wurde, denn die Befruchtung bei der Echten Feige (Ficus carica)erfolgt durch eine ungewöhnlich komplexe Symbiose zwischen den beiden Varietäten des Ficus carica, der Ess- oder Haus-Feige (var. domestica), der Bocks-Feige (var. caprificus) und der zwei bis drei Millimeter großen Feigenwespe (Blastophaga psenes). Während die Bocks-Feige männliche und weibliche Blüten besitzt, hat die Ess-Feige nur weibliche, die mithilfe der Feigenwespen durch die Pollen der Bocks-Feige bestäubt werden müssen. Die Larven der Feigenwespen entwickeln sich in den weiblichen Blüten der Bocks-Feige. Dabei wird der Fruchtknoten zerstört und entartet zu einer knotigen Galle. Wenn die Wespen schlüpfen, sind die männlichen Blüten reif, und beim Verlassen des Fruchtstands durch den Kanal nehmen die Wespen die Pollen mit. Zur Eiablage suchen die Wespen Feigen beider Varietäten auf, wobei sie die Blüten bestäuben. Legen sie ihre Eier in nicht zu Gallen veränderten weiblichen Blüten der Bocks-Feige ab, entwickelt sich dort die nächste Generation von Wespen. Geraten sie in die Blüten der Ess-Feige, ist die Eiablage wegen deren Blütenform nicht möglich, und die weiblichen Feigenwespen sterben im Inneren der Blüten, die sich nun zu Früchten mit den charakteristischen kleinen Samen entwickeln.
Mit freundl. Grüssen
Michael Alt
http://www.michael-alt-online.de
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Hallo Diskutanten,
aus der Gegend von Deidesheim stammt die Sorte „Pfälzer Fruchtfeige“, die meines Wissens als ficus carica anzusprechen ist, und die selbstfruchtbar ist, mithin ohne Bocksfeigen auskommt.
Die meinige steht erst seit diesem Frühjahr, daher muss ich erstmal glauben, was die Leute sagen, und kann hoffentlich nächstes Jahr berichten, wie es sich damit verhält.
Schöne Grüße
MM
Hallo,
mag sein, dass im Mittelmeerraum tatsächlich die Feigenwespe auch die Ess-Feige versucht zu bestäuben, aber nördlich der Alpen gibt es jede Menge Feigen, die sicher nicht bestäubt werden und trotzdem ausreifen.
Dabei kommt es meiner Meinung nach sehr auf die Sorte an. Feigen setzen Früchte zu mehreren Zeitpunkten im Jahr an. Ausreifen können hier nur Früchte, die früh im Jahr angesetzt werden und den Sommer über reifen. Je nach Sorte werden im Frühjahr viele bis gar keine Früchte angesetzt, die Feigen auf den Fotos sind sicher erst im Laufe des Sommers gebildet worden und habn keine Chance mehr auszureifen.
Die Früchte im Frühjahr werden am vorjährigen Holz angesetzt, wenn das zurückfriert oder zurückgeschnitten wurde, wird’s auch nichts.
Gruß, Jens
Kurz bevor die Frage im Archiv verschwindet noch ein Nachtrag: eine detaillierte Darstellung der komplizierten Befruchtungs- und Reife-Varianten bei der Feige gibt’s hier:
http://www.faw.ch/wissen_und_Beratung/obstbau/Besond…
Gruß, Jens
Hallo Michael und Jens:
danke für alle Infos, gerade auch die
letzte mit dem Artikel aus der Schweiz!
Ich denke es wird am besten sein,
unseren „Bocksfeigen“-Busch gegen eine
„Pfälzer Fruchtfeige“ auszutauschen,
kostet in den Katalogen ca 25 Euro und
wir sind auf der sicheren Seite -
genussmässig. Alles in allem: wir haben dazu-
gelernt. Danke und herzl. Gruss !
Franz