Feigenbaum pflanzen

Hallo!

Hat Jemand von Euch schonmal einen Feigenbaum gepflanzt?

Was gibt es zu beachten? Einfach Feige eingraben und warten? Die haben doch viele Kerne.

Einen Trieb einpflanzen ist vermutlich aussichtsreicher, oder?

Hat jemand Erfahrungen?

Frage an die Botaniker.

Gruß& Danke im voraus!

Kudo

P.s. Die gleich Frage gilt für Lychee(Litschi)-Kerne

Es gibt einige Sorten. Die Wahl der richtigen Sorte ist entscheidend. Bei einem Samen hast Du keine Ahnung, wer daraus wird weil die genetische Ausstattung variabel ist, ausserdem dauert es ewig.

Stecklingsvermehrung soll sehr gut gehen ( jetzt im März noch oder im Spätsommer einen bleistiftdicken verholzten Trieb schneiden, etwa 15-20 cm und in einem Glas Wasser (ab und zu wechseln) oder gleich in Anzuchterde bewurzeln, sie sollen sehr gut wurzeln. Für Luftfeuchte sorgen (Tüte drum, regelmäßig öffnen) und nicht unter 20 Grad.

Probiert habe ich das noch nie, weil es sehr schöne Bäumchen zu kaufen gibt, bei denen ich ganz genau weiss, welche Sorte ich habe. Wenn also Steckling, dann nur von einem Baum, der in der Region, in der Du ihn wachsen lassen willst das gewünschte Ergebnis schon erbracht hat.

Sorte sollte angepasst sein an den späteren Standort.(Mindestens die ersten Jahre etwas Winterschutz.Ich wickle eine Schilfmatte drum und fülle innen mit Flies aus oder trockenem Laub.Meine Pflegefeigen haben schon Temperaturen bis -20 Grad überstanden.) Wichtig bei der Standortwahl: Die Feige will groß werden. Habe einige Bäume, die ich unter Schmerzen regelmäßig viel mehr zurückschneiden muss, als mein Herz das will weil die Besitzerinnen nur auf dem geschützten Standort geachtet haben, aber nicht auf die Größe, die so ein Baum erreichen möchte.Wenn deine also weniger Platz bekommen wird, achte auf auf die Größe bei der Sortenwahl, nicht nur auf die Winterhärte:

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Servus,

ja, vor etwa 25 Jahren hab ich meine Dürkheimer Rote gesetzt und seither von ihr eine ziemliche Zahl an Nachkommen gezogen. (Falls Du in den kommenden Monaten zur Pflanzzeit für Feigen mal ins Reich kommen solltest, kann ich Dir einen der letzten gepäppelten Sämlinge mitgeben.)

Die Dürkheimer Rote oder Pfälzer Fruchtfeige ist eine von vielen lokal leicht variierenden Sorten, die auf die Feigenbäumchen zurückgehen, die von den Römern in die nördlichen Teile des Imperiums gebracht wurden, wo andere Varietäten von Ficus Carica nicht gediehen. Wegen ihrer heute weltweiten Verbreitung hat sie zusammen mit den vielen anderen Varietäten dieser Sorte in dem Imperium, das im zwanzigsten Jahrhundert die Nachfolge des römischen angetreten hat, den amerikanischen Namen „Brown Turkey“ bekommen, obwohl sie weder braun noch ein Truthahn ist. Ich nenne sie Dürkheimer Rote - unter diesem Namen ist sie in dem Teil Deutschlands bekannt und verbreitet, in dem die Feigenbaumdichte weitaus am höchsten ist.

Die Dürkheimer Rote ist eine zweimal blühende Feige mit dunklen Früchten, sicherlich nicht die aromatischste, aber unter hiesigen Klimabedingungen sehr ertragreich - selbst unter den schlechten Bedingungen meines Gärtles (staunasser Auenton, viel Eisen und fast kein Kalk, in den Mittagsstunden außer im Hochsommer beschattet von der von einem Vorpächter in den 1970er Jahren viel zu groß gebauten Datsche) habe ich jedes Jahr mindestens 15 - 20 kg Feigen - in guten Lagen in der Pfalz drüben kann man schon auch mal 80 kg und mehr von einem freistehenden Baum Dürkheimer Rote bekommen. - und vor allem nicht nur ab dem ca. 5. Jahr vollkommen winterhart (ich weiß nicht, ob es bei Euch drüben noch die klassischen kontinentalen Winter gibt), vorher ist eine leichte Abdeckung nützlich -, sondern auch selbstfruchtbar, aus von Vögeln geernteten Früchten hab ich schon ohne weiteres Zutun insgesamt sechs zufällig - unter Freilandbedingungen! - aufgegangene Sämlinge gehabt.

Deine Idee, eine Feige zu vergraben, führt übrigens ganz sicher nicht zum Erfolg, weil Feigen wie sehr viele Pflanzen mit so filigran winzigen Samen Lichtkeimer sind.

Stecklinge hab ich erfolglos mit Stecken direkt in Kultursubstrat und mit gutem Erfolg mit Bewurzeln in Wasser und dann Setzen in Kultursubstrat gezogen. Bei Stecklingen ganz wichtig, dass diese nicht wie z.B. bei Rosen erst im Sommer von „ausgereiften“ Trieben des selben Jahres genommen werden, sondern gleich im Frühjahr von einjährigen Ruten, wenn die Feige spät, aber mit einem mordsmäßigen Druck auf den Leitungen ausgetrieben hat.

Mit Säen kannst Du sicherlich was probieren, hell oberflächlich und feucht halten (Glasplatte über die Keimschale). Bedenke aber, dass sehr viele der vor allem in der Türkei, Griechenland und Spanien erzeugten Kulturfeigen von Varietäten stammen, die zum Bestäuben eine „Bocksfeige“ nebenan benötigen, d.h. auch sorgfältig gehätschelt mit Winterschutz usw. keine oder kaum Früchte tragen werden. Am ehesten wird das funktionieren, wenn Du auch dafür nördlich der Alpen erzeugte Feigen hernimmst (im Burgenland und der Steiermark sollte es doch eigentlich auch welche geben - wer weiß, vielleicht stehen bereits in den Wingerten von Oberlaa und Unterlaa ein paar davon). Ich täte dafür das Fruchtfleisch mit den Samen herausschaben und eine Weile in Wasser stehen lassen, bis sich die Samen vom übrigen Schlonz leicht trennen lassen.

Schöne Grüße

MM

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Hallo, Poisson d’Avril!

Danke für das Angebot, vielleicht komme ich mal drauf zurück! Obwohl ich eigentlich keine Reise nach D geplant hatte. Da könnte ich gleich Verwandte besuchen.

Gruß, Kudo

No ja, auf den zweiten Blick ist das hier herum eigentlich touristisch recht interessant - außer dem leider durch riesige Horden von quiekenden Säääälfiiie-Macherinnen zerstörten Heidelberg gibt es noch vieles zu sehen und zu besuchen, wo diese noch nicht hinkommen, wohl weil Frl. Tschätschie-Pity auch noch nichts davon weiß. Auf dem Kuckucksbähnel fährt übrigens seit ein paar Jahren in Vertretung der preußischen T3 die Österreicherin 378.78, in der überregional kaum bekannten kleinen Schwester von Rothenburg o.T. Freinsheim findet auch ohne Schnee die Rotweinwanderung am Musikantenbuckel im Januar weiterhin statt und das Stadtmauerfest im Sommer sowieso usw. - der Reibold in Freinsheim baut jetzt auch Grenache! - aber das gehört nicht hierher.

Aber ganz wichtig noch: Wenn die Stecklinge im Wasser die Blätter abwerfen, ist das nichts Schlimmes, sondern bloß ein Schutz gegen zu hohe Verdunstung. Die Knospen in den Blattachseln sind schon genügend weit entwickelt, dass sie austreiben können, wenn wieder ein paar Wurzeln da sind.

Schöne Grüße

MM

Hallo MM, ich plane aber zum 1. Mai eine Reise in die liebliche Pfalz. Genauer nach Speyer an das Grab meines viel zu früh verstorbenen Bruders. Und meine Frau und ich wollen gerne eine Feige setzten und wenn sie an dem Standort klar kommt(en), gestützt über ein Holzgerüst bis an die Scheune wachsen lassen, als heimelige Höhle.

Gruß Hartmut

Unsere Nachbarn haben Feigenbäume. Vor zwei Jahren fand ich Mitte Mai in einer Fugen zwischen den Platten auf unserer Terrasse einen Keimling von vielleicht 3 Zentimeter Höhe. Der Samen wird dorthin vermutlich von Ameisen transportiert worden sein, die hier auch für größere ungeplante Plantagen an Thymian, Petersilie und Japanischem Ahorn verantwortlich sind.

Den Keimling habe ich vorsichtig freigelegt und in einen Pott mit herkömmlicher Blumenerde gesetzt. Im letzten Jahr trug er die ersten beiden Feigen und derzeit treibt er kräftig aus, nachdem er den ganzen Winter im Freien (und das bei einigen Tagen Dauerfrost und Tiefsttemperaturen um -10 Grad). verbracht hat.

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