Feines Abendessen

Liebe Köche.
Ich suche einen heißen Tipp.
Am Samstag muss ich ein bisschen edel kochen ( für 10 Personen ), d.h. wenn möglich mehrere Gänge.
Ich weiß schon, dass ich einen kleinen Salatteller und eine klare Suppe als Vorspeise machen will und die Nachspeise weiß ich auch schon.
Was mir fehlt, ist der Hauptgang, der möglichst gut vorzubereiten sein sollte, weil ich nicht noch in der Küche stehen will, wenn die Gäste da sind ( jedenfalls nicht länger).Hättet ihr vielleicht eine gute Idee und helft mir damit weiter. Zur Zeit bin ich bei gefülltem Kalbsbraten, das hab ich aber noch nie gemacht und weiß nciht, ob ich mich trauen soll.
Vielen Dank für eure Hilfe
Grüße
rabchen

Hi,
feines Fleisch aus dem Ofen bietet sich an, das brutzelt alleine vor sich hin. Wie wär es mit Schweinefilet im Blätterteig?
Alex

Huhu !!

Also, bei 10 Personen bietet es sich wirklich an, etwas im Ofen zu machen, denn alles andere ist zu stressig.

Ich denke da an folgende wirklich einfache Sachen, deren genaue Rezepte auf Anfrage gerne geliefert werden können:

  • Coq au vin (klassisch Huhn in Rotweinsauce)
  • Schweinefilet in Lauchhülle (hat eine Maisgriesfarce und eine helle Sauce)
  • Exotischer Rollbraten (klassischer Schweinerollbraten, nur eben mit exotischen Früchten gefüllt)
  • Gefüllte Putenbrust (auch mit ein wenig exotisch schmeckender Füllung, wird im Bratschlauch zubereitet)
  • Lachs aus dem Bratschlauch (helle Sauce, mit Blattspinat, ist supereinfach!!)

Wenn Du Umluft im Ofen hast, kann man sich auch überlegen, ob man einen Teil der Beilage im Ofen macht, ansonsten musst Du Dir auf jeden Fall etwas heraussuchen, was man auf dem Herd macht. Sonst kommst Du mit dem „Braten in der Röhre“ ein wenig ins Schleudern… *kicher*

Gruß,

Claudia

http://www.claudia.org/

  • Gefüllte Putenbrust (auch mit ein wenig exotisch
    schmeckender Füllung, wird im Bratschlauch zubereitet)
  • Lachs aus dem Bratschlauch (helle Sauce, mit Blattspinat,
    ist supereinfach!!)

Kannst du diese beiden Rezepte bitte auch mir schicken?

Danek, die Elbin

Hallo,

ideal für solche Fälle finde ich Fleisch, das nach der 90° Methode zubereitet wird. Also einige Stunden oberhalb des Denaturierungspunktes von Eiweiß (ca. 70°), aber unterhalb des Siedepunktes von Wasser gegart wird. Hierzu eignen sich eigentlich fast alle Braten. Vorteil liegt darin, dass man einen sehr breiten Spielraum hat, in dem der Braten optimal gar ist. Klassische Varianten sind z.B. eine Lammkeule (gerne auch im Bett aus Sommerheu), Schweinefilet oder Wolfram Siebecks Roastbeef, das ich Dir besonders ans Herz legen möchte:

Hierzu ein Stück Fleisch zunächst rundum kurz und scharf in Butterschmalz anbraten, und spätestens dann in eine möglichst passende Form setzen und mit grobem Rotisseursenf (wirklich nur den verwenden, anderer verbrennt, wird trocken, bekommt eine unschöne Haut!!!) dick bestreichen. Je nach Größe des Fleischstücks ein bis zwei Stücke Butter (ja, die zu 250g) in Würfeln dazugeben und die Form dann für ca. fünf Stunden bei 90°C in den Ofen (möglichst zu starke Oberhize vermeiden, bei Verfärbung der Kruste Alufolie drauf). Zwischendurch immer mal den Braten mit der geschmolzenen Butter übergießen, damit er nicht trocken wird.

Die optimale Garung hat ein Fenster von rund einer Stunde! Es schadet also nichts, wenn sich das Essen etwas verzögert. Vor dem Aufschneiden auf jeden Fall einige Minuten in Alufolie ruhen lassen, damit der Fleischsaft nicht ausläuft. Man kann die Butter als Sauce so dazugeben oder sie mit Senf und etwas Weißwein aufmixen. Kleiner Tipp für das Gemüse und die Sättigungsbeilage: Im Profibereich behilft man sich gerne damit, das Gemüse vorzublanchieren, also kurz abzukochen und dann in Eiswasser schnell abzukühlen. Abgetrocknet kann man das Gemüse problemlos einige Stunden im Kühlschrank lassen und braucht es dann nur noch eben schnell en minute in etwas Butter schwenken (geht auch mit vorgekochten Nudeln). So kann man den Küchenstreß während des Essens in Grenzen halten.

Gruß vom Wiz, der auch gerne mal eine ganze Lachsseite mit Orangenscheiben und Fischfond in Alufolie einwickelt und dann nur noch 30 Minuten vor dem Essen den Ofen andrehen muss.

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Hallo,

ideal für solche Fälle finde ich Fleisch, das nach der 90°
Methode zubereitet wird. Also einige Stunden oberhalb des
Denaturierungspunktes von Eiweiß (ca. 70°), aber unterhalb des
Siedepunktes von Wasser gegart wird.

Schaffen es ältere und moderne Haushalts-( ! )Herde, die Temp. mit sagen wir ± 5 Grad zu halten? Wer weiss das? Gibt es Unterschiede bei der Energiequelle (Gas ist bestimmt konstanter)?

Die Methode werde ich auch mal ausprobieren.
Ganz wichtig ist aber, dass man die wirkliche Ofentemperatur auch vorher über einen längeren zeitraum ((inklusive Anheizen vielleicht eine halbe Stunde ) mal kontrolliert, um zu sehen, welche Temp.-Schwankungen auftreten (Bratenthermometer so in den Ofen legen, das man die Temp. von aussen beobachten kann).

Deborah

Nicht so pingelig!
Hi Deborah,

Schaffen es ältere und moderne Haushalts-( ! )Herde, die
Temp. mit sagen wir ± 5 Grad zu halten?:

darauf kommt es nicht an. Wichtig ist nur, dass die T. unterhalb des Siedepunktes bleibt - ganz leicht zu sehen, wenn Du einen flachen Topf mit Wasser hineinstellst.

Ganz wichtig ist aber, dass man die wirkliche Ofentemperatur
auch vorher über einen längeren zeitraum ((inklusive Anheizen
vielleicht eine halbe Stunde ) mal kontrolliert, um zu sehen,
welche Temp.-Schwankungen auftreten (Bratenthermometer so in
den Ofen legen, das man die Temp. von aussen beobachten kann).

Das ist bei der 80-Grad-Methode (dürfen auch 85 sein oder 90) absolut unwichtig. Ich stelle den Braten hinein und vergesse ihn. Irgendwann (meist am gleichen Tag) mache ich die Klappe auf, der Batzen Fleisch ist fertig und schwimmt in der Soße.

Gruß Ralf (vom Gemüt her eher Erbsenzähler)

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Vergiss es
Hi Deborah,

das ist vieleicht interessant, wenn der 90cm Ofen das 100g Schnitzel aufwaermt. Aber bei einem ordentlichen Braten ist die endgültige Temperaturschwankung unerheblich.
Und statt der Bratenthermometer_Beobachtung würd ich versuchshalber lieber eine Lammkeule reinlegen, und das Ergebnis begutachten. Nach der 10.Keule kennst Du dann Deinen Herd so gut, dass Du ihn blind bedienen kannst.
Gruss
Hans

Danke…
Liebe Köche.
…euch allen!
Ich mache einen gefüllten Schweineschinkenbraten mit Linsenfüllung, dazu Petersilienkartoffeln und Broccoli/Möhrengemüse.
Das mit der 90°C - Methode werde ich erstmal für mich ausprobieren. Roastbeef war mir zu heikel, wegen BSE, ich weiß nciht genau, ob meine Gäste Rindfleisch essen. Heute morgen habe ich mir einen Einkaufszettel geschrieben und es wird schon werden.
Danke nochmal und liebe Grüße
Rabchen

Hallo Hans…,

Aber bei einem ordentlichen Braten ist
die endgültige Temperaturschwankung unerheblich.

Wenn die Schwankungen so stark sind, dass der Braten letztendlich doch überwiegend unter oder über der Sollgartemperatur für die Methode liegt, dann denke ich, spielt das schon eine Rolle.

Ergebnis begutachten. Nach der 10.Keule kennst Du dann Deinen
Herd so gut,

Danke, aber 10 Mal Freunde mit einem ungaren/verkohlten stück Fleisch zu bedienen, habe ich keine Lust, und dies Try-and-Error-Methode ist mir auch zu teuer.

Viele Grüsse,
Deborah

Hallo Ralf,

danke für die Tipps.
Ich habe das nur angemerkt, weil ich gelesen habe, das man die Temperatur eben einhalten soll bei dieser Langsamgarmethode, und ich bezwiefle, dass diese Temp.-Stabilität alle hauslhaltsübnlichen Öfen in D hinkriegen…
Dass die Einstellung „90°C“ nicht mit dem Ist-Zustand im Ofen übereinstimmmt, war mir schon klar.

Gutes Gelingen weiterhin,
Deborah