Felle und dreckige Gesichter ?

Ich frage mich immer woher kommt es? In fast jedem Film der in der Antike oder im Mittelalter spielt tollen hauptsächlich Gestalten mit dreckigen Gesichtern und in Fellen herum.
Klar waren die hygienischen Verhältnisse andere aber wenn man sich z.b. heutige Berichte mit Leuten ansieht, die in teilweise mieseren Verhältnissen oder einfacheren Leben (Strassenkinder, Ureinwohner, Flüchtlinge …) sind dreckige Gesichter eher selten zu sehen.
Warum sollten sich Adlige in ungenähte Felllappen kleiden in Zeiten hoher Textilkunst …? Also mir verdirbt das meist den Spass an den Filmen innerhalb der ersten 5min.
Ist es vielleicht derselbe Spass, den Erwachsene empfinden wenn sie bei McDoof mal wieder wie Kinder mit den Fingern essen und in der Majo pampen können?

Hallo

Ich frage mich immer woher kommt es? In fast jedem Film der in
der Antike oder im Mittelalter spielt tollen hauptsächlich
Gestalten mit dreckigen Gesichtern und in Fellen herum.

Zum Beispiel…? In der Antike und insbesondere im Mittelalter war es doch eher unüblich, sich mit Fellen zu bekleiden. Und mir ist kein historischer Film bekannt, in dem eine derart falsche Darstellung stattgefunden hätte.

Klar waren die hygienischen Verhältnisse andere aber wenn man
sich z.b. heutige Berichte mit Leuten ansieht, die in
teilweise mieseren Verhältnissen oder einfacheren Leben
(Strassenkinder, Ureinwohner, Flüchtlinge …) sind dreckige
Gesichter eher selten zu sehen.

Dass arbeitende Menschen mit schmutzigem Gesicht dargestellt werden (zum Beispiel Bauern), weil eben durch das Tagwerk gezeichnet, wäre sicher nicht falsch. Ich fände eher das Gegenteil unrealistisch, denn wo gehobelt wird, da fallen bekanntlich Späne. Wer unter glutheisser Sonne ein Feld bepflügt, der wird schwitzen, seine Kleidung wird schmutzig sein und und er wird sich auch mal mit der von Erde beschmutzten Hand den Schweiss von der Stirn reiben.

Warum sollten sich Adlige in ungenähte Felllappen kleiden in
Zeiten hoher Textilkunst …?

In welchem Film wird das bitte so dargestellt?

Ist es vielleicht derselbe Spass, den Erwachsene empfinden
wenn sie bei McDoof mal wieder wie Kinder mit den Fingern
essen und in der Majo pampen können?

Ich glaube kaum, dass ein Historienfilm bloss den persönlichen Vorlieben der Macher/Schauspieler genügen will. Wenn es sich nicht gerade um „Xena, die Kriegerprinzessin“ handelt, dann wird doch vor allem heutzutage auch auf Authentizität geachtet. „Menschen in Fellen“ in Deinem Sinne kenne ich nur aus Steinzeit-Filmen.

Gruss

Wiesel

Ich frage mich immer woher kommt es? In fast jedem Film der in
der Antike oder im Mittelalter spielt tollen hauptsächlich
Gestalten mit dreckigen Gesichtern und in Fellen herum.

Bei Troja waren sie geradezu unanständig klinisch sauber. Bei schlachtenszenen passt es nur, wenn sie verdreckt sind (da stört mich eher, dass die Tötenden selten blutig sind).
Ich wäre auch für Beispiele dankbar, von welchen Filmen du sprichst.

Livia

Hi,

ist doch nur ein Film.

nicki

Klar waren die Altvorderen alles andere als blöd und ungeschickt im Gebrauch ihrer Finger. Geh zur Gletschermumie vom Hauslabjoch und wunder dich über Tätowierungen, die genau an jenen Stellen angebracht sind, wo heute ein traditionell chinesischer Mediziner seine Nadeln einstechen würde, um die Schmerzen zu lindern, an denen der Ötzi offensichtlich gelitten haben muß.
Ich denk, es ist einfach viel billiger und psychologisch vertretbarer, wenn die Sitten im „finsteren“ Zeitloch des Mittelalters auch irgendwie romantisch verroht dargestellt werden.
Geht man davon aus, dass wir einige hunderttausend Generationen genetisch auf säugende Wald- und Steppenbewohner gezüchtet (evolutionsmäßig) sind, seit ungefähr 200 Generationen sowas wie eine verbindliche Sozial-Kultur haben, seit 20 Generationen wieder Schulen kennen und seit ca. 2 Generationen Frauen als gleichwertig sehen (in den westlichen Städten und auch dort nicht wirklich lückenlos, zugegeben), wird es nicht wundern dass unser grunsätzlicher Wohlfühl-Impuls jenseits von Textilkunst und Tischsitten angesiedelt ist.
So schmutzig, ungehobelt, roh, war die „gute alte Zeit“ eben nur in der falsch-romantischen Vorstellung vor allem derer, die in der Gegenwart zuviel Kultur-Beiwerk stört.

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