Fenster beschlagen trotz aller Tricks und Tipps

Guten Tag,

seit Oktober wohne ich nun in einer neuen Wohnung und habe dort massive Probleme mit dem Beschlagen der Fenster. Anfangs ging ich davon aus, dass die Fenster so stark aufgrund der Renovierungstätigkeiten beschlagen (viele Leute, lange gearbeitet, tapeziert, lange nicht geheizt, etc.). Seitdem diese Arbeiten jedoch erledigt sind und die Wände ebenfalls abgetrocknet sind, besteht das Problem weiterhin. Sämtliche Fenster beschlagen nicht nur am unteren Rand des Fensters, sondern komplett, sodass nach einem Tag die halbe Fensterbank „schwimmt“. Ich habe mich bereits durch viele Foren gewühlt und fast alle Tipps und Tricks ausprobiert: ohne Erfolg. Hier nun einige Details:

Es handelt sich bei sämtlichen Fenster um Standard-Doppelverglasung mit Plastikrahmen. Die Wohnung liegt im Ergeschoss, keine Aquarien o.Ä., pro Raum 2 - 3 kleine Topfpflanzen, kein übermäßiges Duschen oder Baden, Bad mit Fenster. 50% der Wohnung sind gefliest, im Schlafzimmer liegt Teppich auf Linoleum Boden und in den restlichen Zimmern Laminat auf dicker Trittschalldämmung und darunter auch Linoleum.
Mein Vormieter hatte anscheinend ein ähnliches Problem, da im Schlaf- und Badezimmer bereits Schimmel an den Wänden vorzufinden war, den ich jedoch bereits erfolgreich entfernt habe.
Die Luftfeuchtigkeit liegt in der Regel zwischen 40 und 50%. Sämtliche Heizkörper heizen gut und ständig auf Stufe 2 bis 3. Ohne Heizung geht es momentan überhaupt nicht. Zur Zeit lüfte ich täglich (10 Minuten Stoßlüften in allen Räumen gleichzeitig) und Wische das Kondensat von Fenster und Fensterbank.
Selbst wenn ich die Heizungen auf 4 oder 5 drehe wird es zwar anfangs etwas besser (auch nicht vollständig weg, aber besser), nach wenigen Stunden jedoch habe ich das gleiche Problem erneut. Wenn ich das Kondensat von den Scheiben nicht beim Lüften mit einer Gummiflitsche abziehe, dann beschlägt die Scheibe nach nichtmal 10 Sekunden erneut.
Ich habe bereits erfolglos versucht die Rolläden halb herunter zu lassen, um die Kalte Fläche nach Außen zu minimieren. Auch Abends bei komplett heruntergelassenden Rolläden tritt das Problem bei „zu wenig“ heizen auf. Zu wenig heißt hier Stufe 1 bis 2.
Auch die Balkontür, bei der die Rolläden zur Zeit nur zum Lüften hochgemacht werden, beschlägt.
Zudem befindet sich Kondensat auf dem unteren Bereich der Fensterrahmen.
Im Arbeitszimmer habe ich versucht mit Klarsichtfolie am Rahmen (wie bei der Tesa-Fensterisolierfolie) eine weitere Luftkammer nach innen herzustellen. Hier ist zu beobachten, dass die Scheibe zwar nicht beschlägt, aber sich trotzdem Schwitzwasser ablagert.

Ich bin mittlerweile mit meinem Latein am Ende und weiß nicht mehr weiter. Ich hoffe mir kann hier jemand helfen!

Hallo1

Vorab,1 x lüften am Tag ist sowieso zuwenig,und 10 Minuten ist eher zu lang,wenn man sogar Durchzug machen kann.

Das mus man mehrfach wiederholen. Abends extra lüften,bevor man schlafen geht und morgens früh erneut(Feuchte vom Schlaf muss raus).
Dabei vorher aufheizen und dann lüften. Warm nach kalt lüften einfach besser ab.
Nachts auf Stufe „1“ ist m.E. hier zu niedrig ! Das bedeuet ca. 16°C.

Wenn die Räume normal warm aufgeheizt sind um 20°C,dann wären 40-50 % rel. Luftfeuchte eher normal bis zu leicht zu trocken !

Von daher kann das also nicht kommen. Messung falsch ?

Sind die Fenster dichtschließend,es zieht dort nicht durch Fugen ?
Dichtungen prüfen mit Papierblatt,einklemmen und dann ziehen,geht das leicht raus = nicht richtig dicht. Kerzentest auf Zugluft machen.
Sind Heizkörper direkt unter den Fenstern ?

Berater(Energieberatung) der Verbraucherberatung vor Ort holen,sollen Messungen machen,Luftfeuchte und Feuchte in den Außenwänden. Dann sieht man weiter.

MfG
duck313

Guten Tag.
Wenn nach der Methode - Stoßlüften - versucht wird die Räume trocken zu bekommen geht das in die Hose.
Einzig das vollständige öffnen eines Fensters in einem Raum und das vollständige öffnen eines weiteren Fensters in einem, möglichst gegenüber liegenden Raum, treibt / bläst die Feuchtigkeit aus den Räumen.
Und wie schon geschrieben, es reicht nicht, nur einmal am Tag zu lüften. Je nach Raumgröße und Anzahl der Bewohner sollten die Räume mindesten 4 - 6 mal am Tag gelüftet werden.
Wie lange die Fenster geöffnet werden sollten, dazu ein Beispiel:
Ich öffen in einem Raum das Fenster, gehe dann in den gegenüberliegende Raum und öffen auch dort das Fenster. Dann warte ich am zuletzt geöffneten Fenster so lange bis vom gegenüberliegenden Fenster die Kalte, trockene Luft zu spüren ist.

MfG Wolfgang

Was ist Stoßlüften
Hallo,

Wenn nach der Methode - Stoßlüften - versucht wird die Räume
trocken zu bekommen geht das in die Hose.

Nein, das ist genau die richtige Methode, nur muß man wissen,
das einmal am Tag lüften lange nicht reicht. Da wird ja auch
nur einmal die Luft ausgetauscht und somit nur begrenzte
Menge Feuchte „weggelüftet“.
Pro 1m³ Luft gegen ungefähr 5…10g Wasser mit raus.
Um einen Liter Feuchtigkeit weg zu bekommen, muß man
also ca. 100…200m³ Luft austauschen.

Einzig das vollständige öffnen eines Fensters in einem Raum
und das vollständige öffnen eines weiteren Fensters in einem,
möglichst gegenüber liegenden Raum, treibt / bläst die
Feuchtigkeit aus den Räumen.

Was soll da „treiben“? Die Feuchte befindet sich in der Luft und
gerade jetzt bei tiefen Außentemp. ist der Gasaustausch auch
durch ein weit offen stehendes Fenster recht schnell und
umfangreich.
Das merkt man schon daran, dass man auf der gegenüberliegenden
Seite des Zimmers innerhalb weniger Sekunden kalte Füße
bekommt, weil die kalte Luft durch die Temp.diff forciert einströmt.

Und wie schon geschrieben, es reicht nicht, nur einmal am Tag
zu lüften. Je nach Raumgröße und Anzahl der Bewohner sollten
die Räume mindesten 4 - 6 mal am Tag gelüftet werden.

Ja, das stimmt im Prinzip. Der gesamt gelüftete Rauminhalt
ist dabei von Bedeutung. Hat man nur ein Zimmer oder eine
sehr kleine Wohnung, muß man häufiger Lüften als bei einem
großen Haus mit dem vielfachen Rauminhalt (sofern Türen
offen stehen).

Wie lange die Fenster geöffnet werden sollten, dazu ein
Beispiel:
Ich öffen in einem Raum das Fenster, gehe dann in den
gegenüberliegende Raum und öffen auch dort das Fenster. Dann
warte ich am zuletzt geöffneten Fenster so lange bis vom
gegenüberliegenden Fenster die Kalte, trockene Luft zu spüren
ist.

Und genau das ist ja „Stoßlüften“! Kurzer Luftaustausch und
dann wieder heizen, damit die trockene Außenluft wieder
Feuchte aufnehmen kann.
Gruß Uwi

Hallo Uwi,
ich habe über Jahre die Erfahrung gemacht, das der Endverbraucher mit neu eingebauten dichten Fenster, unter dem Begriff - Stoßlüften - versteht halt mal ein Fenster zu öffnen und dann wieder zu schließen.
Das damit die Feuchte Luft im Raum nicht raus zu bekommen ist, darüber brauchen wir nicht streiten.
Erst die Klare Aussage, siehe oben, Fenster in einem / Fenster im gegenüberliegenden Raum öffnen, brachte den gewünschten Erfolg.

MfG Wolfgang