Ich habe als Architekt eine energetische Sanierung eines Wohnhauses betreut. Seit der Fertigstellung bildet sich außen an den Fenstern ein gleichmässiger heller Belag, wie Nebel, der mit der Zeit zunimmt. Ich bin im Archiv auf einen Artikel zu diesem Thema gestossen, der aber nicht mehr aktiv war. Wer kennt das Phänomen, wer weiss Rat?
Unter Umständen kann ich weiterhelfen, bräuchte dazu aber nähere Angaben zum Beispiel aus welchem Werkstoff die Fenster gefertigt wurden, über die Farbe usw.
Gruß Wolfgang
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Tach,
ich glaube nicht, dass das Fenster als solches das Problem ist. Viele Fälle der Vergangenheit hatten das Problem aus dem allen gemeinsamen WDVS.
M.E. liegt es primär aber nicht allein an den verwendeten Baustoffen, sondern der in meinen Augen „fehlerhaften“ Ausführung der Anschlüsse zwischen Fenster, Mauerwerk und WDVS.
„Fehlerhaft“ deshalb, weil dieser Bereich als Wärmebrücke in den seltensten Fällen diffusionsdicht ausgeführt wird, und zwar nicht nur innen, sondern auch aussen.
Meine Überlegungen sind dahingehend gerichtet, dass bei dem Phänomen Fogging immer Kunststoffe, Temperaturunterschiede und Luftfeuchtigkeit eine Rolle spielen. Genau weiss man es ja nicht. Nur bei heutzutage eingeschäumten Fenstern, womöglich noch mit aufgesetztem Rollladenprofil lösen sich möglicherweise aus dem Bauschaum und auch WDVS aufgrund der Transmission, die für das F. verantwortlichen Stoffe.
Genauer bestimmen könnte man es nur, wenn in diese Richtung einfach mal ein Fensterbereich umgebaut würde. Aber wer macht das schon.
Gruss
B
Danke! Ich glaube aber weniger, dass es an den Fenstern liegt, die waren schon vorhanden, teils aus Kunsstoff, teils aus Holz. Die Laibungen wurden (so dick wie vom Platz her möglich) gedämmt und es wurde unter Verwendung entsprechender Dichtprofile an die vorhandenen Fenster angeschlossen. Ich vermute eher Ausdünstungen aus dem WDVS, aber ich finde nirgendwo etwas zu diesem Problem.
Tach,
gib mal unter Gockel die Begriffe „Fenster“ und „Fogging“ ein.
Das, was ich dazu mal gelesen habe, finde ich leider auf die Schnelle nicht.
Folgendes war jedoch bemerkenswert:
WDVS- Systeme stellen gem. eines Urteils vom LG oder OLG schon durch den Einbau einen erheblichen baulichen Mangel dar.
Der Anschluss Fenster / Mauerwerk ist entsprechend dem Stand der Technik dauerhaft „luftundurchlässig“ auszubilden.
Die auffälligsten Übereinstimmungen bei Fogging aussen findet man bei Bauten, deren WDVS aus Baustoffen von Sto stammten.
M.W. sollen (müssen) im Bereich von Öffnungen nichtbrennbare Materialien (Mineralwollstreifen) eingesetzt werden ->Brandschutz . Würde dies so gemacht, und ich meine, diese Vorschrift ergibt sich aus der LBO, gäbe es das Problem mit dem Fensterfogging garnicht.
Vielleicht bringt dich das eine oder andere weiter.
Gruss
B
Hallo Anja,
ich meine das Fogging nichts mit der Firma STO zutun
hat, da viele Hersteller ihr WDVS im selben Werk wie
zb. bei Rygol, oder Schwenk auch Putze bei STO herstellt
und nur mit seiner Folie oder Eimer verpackt. Desweiteren
ist Fogging E. auch bei renovierten Häusern mit Brandschutz-
faser und Mineralfasern. Aber welche Gerichtsurteile sagen
WDVS wären baulich bedenklich, doch nur wenn sie falsch
angebracht sind.
mfg Peter
Tach,
du hast natürlich recht. Auch andere Hersteller haben dieses Problem.
Die Auffälligkeit waren seinerzeit der zeitliche Zusammenhang der Objekte, die nichts gemein hatten, ausser dem WDVS von besagten Hersteller.
Bei Mineralfaserstreifen und "fachgerechter Laibungsanbindung (luftdichter Anschluss) verlagert sich der Effekt u.U. aus dem Öffnungsbereich. Das ist aber nur eine Annahme von mir. Das Problem bleibt der luftdichte und somit diffusionsdichte Anschluss Laibung/ Fenster/ WDVS.
Soweit ich mich erinnere, bezog sich das Urteil auf die diffusionsoffene Funktion des WDVS. Das Problem bestand (und besteht noch immmer) darin, dass die Luftfeuchtigkeit von innen (beheizter Raum) nach aussen diffudiert. In der Dämmschicht bildet sich Tauwasser. Und jetzt? Schöngerechnet geht die Feuchtigkeit nach aussen. In natura verlagert sich aber mit zunehmender Sättigung der Dämmschicht der Taupunkt nach innen. Und diese Tatsache stellte in Augen des Gerichtes einen erheblichen Mangel dar.
Gruss
B