Servus,
Gîtes de France kommt von den Ferienwohnungen her - die Zimmer, von denen Peter in seiner Empfehlung spricht, sind erst im Lauf der Jahre mehr geworden.
Gerade in den unteren Preisklassen ist das Netz von Gîtes de France ideal, weil nach einheitlichen Kriterien klassifiziert, beschrieben und auch vor Ort kontrolliert wird. Wenn eine FeWo bloß eine „Ähre“ (= Stern) bekommt, weil sie keine Glotze und keine Mikrowelle hat, kanns dennoch sehr gut sein, daß sie über eine Waschmaschine verfügt.
Die Vermieter sind häufig keine Profis - man findet darunter z.B. ziemlich viele Bauern, die sich nach Aufgabe der Landwirtschaft aufs Altenteil in eine Stadtwohnung zurückgezogen haben und jetzt den Resthof vermieten; auch Leute, die eine FeWo für sich selber ausgestattet haben und vermieten, wenn sie sie grad nicht brauchen etc.
Bei FeWos und Zimmern über Gîtes de France haben wir schon viele schönen persönlichen Begegnungen mit den Vermietern gehabt, und schon allerlei leckere Dinge zur Verpflegung bekommen, die man nicht kaufen kann - von Tomaten über Stopfleberterrinnen bis zum Suppenhuhn und dem eigenen Roten…
Insgesamt ein besseres Preis-Leistungsverhältnis und weniger Überraschungen als in der bunten Hochglanzwelt. Auch, weil sich an dem bezahlten Geld zwischen Gast und Vermieter weniger Hände waschen als bei vielen kommerziellen Angeboten.
Wegen der Feinabstimmung der Lage: Vézelay und Fontenay sind sehr scharmante Plätze, aber ziemlich überlaufen und daher bloß morgens und abends richtig genießbar. Ich täte das Quartier in der Nähe von einem der beiden aufschlagen.
Autun ist nicht so heftig besucht, aber es hat vielleicht grade deswegen ein schönes Ambiente: Heute ein agiler Marktflecken, zur späten Kaiserzeit zeitweise etwa gleich bedeutend wie Rom („soror et aemula Romae“), was man z.B. daran erkennen kann, daß die vergleichsweise gut erhaltenen Reste eines (Mars?)tempels heute außerhalb der Stadt stehen. Auch dieses ein Ort, an dem man angenehm unterkommen und sich aufhalten kann.
Schöne Grüße
MM