Hallo Peter,
deinen Ausführungen zu analoger Technik stimme ich voll und ganz
zu aber…
Und wie schon gesagt wurde ist das ganze bei digitaler
Übertragung noch etwas schwieriger.
Ja.
Im Falle von DVB-S:
Bevor wir zu Problemen kommen die du unten schilderst muß da erst
mal ein Viterbi Decoder einrasten. Dann haben wir da auch noch einen
Reed Solomon Decoder und wenn die alle gelockt sind, dann kommen
zum ersten mal Daten aus dem Channeldecoder.
Um mit der Vorhanden
Übertragungsbandbreite auszukommen, wird das Bild in zwei
Komponenten zerlegt.
Naja das kommt eher aus dem analogen Fernsehen und wurde übernommen.
Einerseits in diejenigen Anteile, welche sich von Bild zu Bild
unterscheiden und diejenigen Komponenten, welche praktisch
statisch sind, wie z.B. der Hintergrund. Die ersteren werden
sofort übertragen und mit den letztren wird dann die verbliene
Bandbreite aufgefüllt.
Wenn datt mal so ginge…
Jeder Macroblock wird sofort und vollständig übertragen. Eine
Qualitätskonstante regelt meisten die „Genauigkeit“ der statischen
Komponenten (Anzahl Bits in der DCT (Discrete Cosinus
Transformation)).
In großen PlayOutCenter (z.B. ARD) wird das für alle Kanäle eines
Transponders gemeinsam geregelt.
Im TV-Gerät befindet sich dann ein
Bildspeicher in welchen alles wieder zusammengesetzt wird.
Normalerweise funktioniert das recht gut, macht aber in zwei
fällen (sichtbare) Probleme:
Oh, da kenn ich viel mehr Fälle…
- Bei einem Bildschnitt, dann wird der ganze Zwischenspeicher
sofort ungültig und muss erst wieder gefüllt werden.
Das ist eigentlich nicht weiter schlimm, da an jeder Stelle wieder
ein I-Frame eingefügt werden kann.
- Bei einem Kameraschwenk, dabei gibt es ja keine statischen
Bildanteile mehr.
Wenn es ein reiner Schwenk ist dann geht es, die Motionvektoren
(Bewegungswektoren) zeigen halt alle in die Richtung des Schwenks.
Bei MPEG4 und H264 hat deshalb übrigens einen sogenannten global
Motion Vector definiert, der das gesamte Bild verschiebt.
Problematisch wird es wenn sich die Perspetive von links nach rechts
ändert, dann geht das nicht mehr über Bewegungsvektoren.
Gelöst wird das Problem indem man zuerst das ganz Bild mit
einer geringen Auflösung überträgt, was dann zu der sichtbaren
„Klötzchenbildung“ führt.
Nee.
Da du ja zu einem Zufälligen Zeitpunkt umschaltest, hast du
erst ein vernünftiges Bild, wenn der Bildspeicher gefüllt ist,
was wiederum einige „Bilder“, eigentlich Frames,
Übertragungszeit benötigt…
Bis zum nächsten I-Frame dauert es bei DVB etwa 0,5s (alle 12 Bilder).
Wenn man sich als Hersteller an alle Spezifikationen halten würde
(Nordiq Spec), dann dauert die Umschaltzeit etwa 3 Sekunden.
Tuner tunen, Channeldecoder einrasten, PMT abwarten, PAT abwarten,
SDT abwarten, Audio & Video PID einstellen und warten auf das nächste
I-Frame und nachdem dies decodiert ist kann es schon losgehen.
Gruß
Stefan