Hallo José,
Es ging im ursprünglichen Posting um kleine Kinder, ich glaube nicht, daß sich 1- bis 2jährige Nachrichten oder
Quizzes anschauen. Auch meine Kinder (7 und 8) würden davon eher weniger profitieren.
Ach so… ich dachte, es ging um Kinder allgemein; ich hab mich vor allem auf das Alter ab 9 Jahre bezogen.
Ein-Zwei-oder-Drei. Gibt’s das überhaupt noch? Lief immer im ZDF und das war ein Kinder-Quiz zu jedesmal einem bestimmte Thema. Ab fünf, sechs Jahren schon akzeptabel.
LOGO - Kinder-Nachrichten im ZDF. Hab ich früher auch ab und zu mal gesehen. Wenn sich Kinder dafür interessieren (so ab Schulalter), aber die „normalen“ Nachrichen noch zu unverständlich/ angsteinflößend sind.
Worüber? Jetzt aus der Sicht der Kinder.
Z.B. einfache technische Dinge. Wie z.B. in der „Sendung mit der Maus“.
Das Problem ist, eine solche zu finden…
Soviel ich weiß, gibt es im Kinderkanal (ich glaub, das war der Sender) auch immer wieder „Spielfilme“ mit sehr lehrreichem Hintergrund (ganz spontan fällt mit da was über Kinder in Ländern mit völlig anderer Kultur ein) - wenn man sich das zusammen mit den Kindern (so ab sechs, sieben Jahre) ansieht, ist das bestimmt auch nicht „nur“ die Fernsehsendung, sondern kann mir denken, das gibt auch viel Diskussionsstoff.
Das stimmt, die finde ich auch OK. Würdest Du es aber als unfair bezeichnen, wenn man sie den Kindern nicht
anbietet?
Hmmm, unfair… Weiß auch nicht. Ungefähr so unfair/fair, als wenn man einem Kind gar nichts von Grimms Märchen erzählt und sie komplett durch andere Geschichten ergänzt… So in der Art… Also, irgendwie als Nachteil würde ich es sicher doch ansehen.
Da gibt es meiner Meinung nach drei Arten von Kindern (bezogen auf erste/zweite Klasse):
Die „Fernseh-Kinder“, aufgewachsen mit Pink Panther, Bugs Bunny u. ä. sinnlosen und gewaltvermittelnden Zeichentrickfilmen, die auch absolut nichts über die Natur wissen und nicht mal ein Ahornblatt erkennen.
Die „Öko-Kinder“, die sich mit der Natur, die man täglich sehen kann, gut auskennen – aber oft von Dingen, die „weiter weg“ sind, weniger Ahnung haben.
Und dann noch den guten Mittelweg – Kinder, die sich für die Natur interessieren und sich auch gut damit auskennen, vielleicht den Unterschied zwischen einer Dohle und einer Nebelkrähe nicht sofort aus dem Gedächtnis wissen, „Sendung mit der Maus“ sehen ab und ab und zu
Naja, da denke ich mir, besser die Natur anschauen als den Fernseher, der mir sagt, die Natur wäre toll…
Bin/war auch so ein „Wald-und-Wiesen-Kind“ *g* Hab auch mich viel in der Natur herumgetrieben *g*
Aber es gibt eben viele Dinge, die einem der Fernseher besser zeigen kann als die Natur.
Ein Beispiel: Tier-Dokus. Wo z.B. das Leben von Bibern, Störchen etc. gezeigt wird. Klar, man kann auch in den Naturpark fahren – vielleicht sieht man die Störche beim Füttern der Jungen oder den Biber – auch wirklich sehr interessant. Aber ergänzend dazu kann das Fernsehen einfach zusätzlich noch mehr bieten. Man kann erfahren, wie das Jahr für einen Storch, Biber o.ä. abläuft, etc.
Oder exotische Tierarten… bietet der Zoo auch nicht soooo viel.
Oder: Wie kommt das Salz ins Meer? Wie entstehen Blitze? Wie lebt der Maulwurf?
Oder diese ganzen bewegten Technik-Sachen… Die kann ein Buch nur schwer so gut rüberbringen wie eine Fernsehsendung.
Was ich aber total blöd finde: Bastel-Sendungen. Mit Mutter (oder Vater) plus Bastelbuch (oder eigenen Ideen!) geht das mindestens genauso gut. Und im Fernsehen werden bloß immer so superperfekte Werke vorgestellt – die Kinder zu Hause werden feststellen müssen, dass sie es nicht ganz genauso hinkriegen. (Und wenn es nur darum geht, dass der Filz-Schmetterling im Fernsehen rote Perlen als Auge hatte und zu Hause gibt es nur weiß lackierte Holzperlen, die man nicht umfärben kann – kann für Kinder schon viel bedeuten!!!)
Fernsehen ist sicherlich nicht notwendig, aber sehr sinnvoll
Das, finde ich, widerspricht sich.
Wieso? Einmal ein ganz anderes Beispiel mit „nicht notwendig, aber sinnvoll“: Es ist z. B. nicht notwendig, dass ein Kind Kontakt zu Behinderten bekommt – aber es ist sehr sinnvoll, damit es erfährt, dass Behinderte nicht „komisch“ sind.
Oder: Es ist nicht notwendig, dass man dem Kind ein Bilderbuch kauft. Man kann vieles auch aus der Natur lernen.
Aber das Bilderbuch hat da sicherlich noch ein „Plus“ dazu, oder?!
Der Sinn meiner Frage: da wurde der Fernseher als wichtig oder zumindest sinnvoll dargestellt, und ich wollte
genau diese Prämisse in Frage stellen. Denn daß die Kinder schauen wollen und ihre Umwelt sie dazu verleitet, ist
eine Sache, man muß sie aber nicht gleich gut finden.
Wenn ich Kinder hätte, würde ich sie fernsehen lassen und auch an den Computer lassen. An den Computer, so früh sie motorisch mit der Maus umgehen können. Ich würd natürlich eine/n Drei- oder Vierjährige/n nicht vor dem Computer „abstellen“, sondern vielleicht einmal in der Woche eine Viertelstunde irgendwas machen lassen (wenn ihr/ihm das Spaß macht).
Dass die Kinder das Medium „Computer“ als genauso selbstverständlich erfahren wie z.B. das Buch.
Man kann ja seine Kinder (theoretisch) auch alles lesen lassen, was ihnen unter die Finger kommt, sobald sie mit sechs, sieben Jahren lesen können (manche können’s auch viel früher…) Da kann man ja auch sagen: „Lesen ist schlecht – immer diese Krimis, Thriller und Nackte-Nochmalwas-Sachen.“ Das Buch kann auch schlecht oder gut sein genauso wie das Fernsehen.
Genauso wie man nur mit Erzählen (ich meine, erzählen aus dem Gedächtnis) einem Kind weniger „beibringen“ (ich weiß, das ist jetzt das falsche Wort) kann, gibt es auch den Unterschied bei Fernseher/Buch. Der Fernseher hat eben noch ein „Plus“ zum Buch.
Gruß,
Nina