Fernsehgeräusche aus Wohnung unter mir

Hallo,

ich bin vor kurzem umgezogen und habe mir extra ein Haus ausgesucht, welches nur 2 Wohnungen pro Etage hat und Freisteht. D.h. da sich die Wohnungen auf einer Etage nur am Flur und Bad berühren dachte ich, so hat man keine Probleme mit Geräuschen aus der Nachbarwohnung.
Als ich dann Abends das erste Mal ruhig auf meinem Sofa saß, hörte ich laute Fernsehgeräusche. Erst dachte ich, sie kommen aus der Wohnung über mir (da hört man auch oft Schritte etwas lauter. Es liegt in allen Wohnungen Laminat, aber ich weiß nicht wirklich, ob auch eine Dämmung darunter liegt). Nachher stellte ich aber fest, dass die Geräusche von unten kommen. Nachdem ich mir das dann eine Woche angehört habe, bin ich mal runter und habe das dort wohnende alte Rentnerehepaar nett darauf hingewiesen, dass ich immer ihren Fernseher mithören kann. Sie baten mich daraufhin ins Wohnzimmer und ich muß gestehen, dass er zwar laut war, aber auch nicht so laut wie angenommen. Da sie den TV nicht wirklich leiser machen werden, da sie dann nichts mehr hören meine Frage, ob man irgendwie anders den Schall etwas dämmen kann. Könnte Teppich helfen? Ich habe außerdem das Gefühl, dass man dunkle Stimmen lauter hört. Würde es helfen, die Bässe runter zu drehen? Bin für jeden Tip dankbar!

Grüße

Jana

hallo jana,

es sollte so sein,daß
geräusche aus tv und
radio in zimmerlaut-
stärke zu halten sind.

leider verschlechtert
sich bei manchen das
gehör,sodaß einige
ein hörgerät tragen,
und vergessen,daß sich
die batterie irgendwann
entlädt und dann schlecht
hören.

die bässe von lautsprechern
kann man dämpfen,indem man
schaumstoff oä als geräusch-
dämmung unter die lautsprecher
legt oder die bässe reduziert.

das bett kann man auf
geräuschdämpfern stellen oder
in ein anderes zimmer stellen.

es gibt auch noch schall-
dämpfer,die man in die
ohren steckt,aber die helfen
nur bei bestimmten schall-
höhen oder -tiefen.

du kannst also nur noch
an deine mitbewohner apel-
lieren,daß sie den fernseher
leiser stellen ( zb. ab einer
bestimmten uhrzeit ).

und frage deinen vermieter
nach einer hausordnung.

aber vorsicht,beginne
keinen nachbarschaftskrieg.

mfg

kunde3

Hallo Jana!

Hellhörigkeit in einem Gebäude kann viele Ursachen haben und um das Ergebnis aller Überlegungen vorweg zu nehmen: Als Mieter mußt Du Dich mit dem Zustand abfinden oder ausziehen.

Grundsätzlich muß Schall (=mechanische Schwingungen im Hörbereich) unmittelbar am Entstehungsort an der Weiterleitung gehindert werden. Mechanische Schwingungen, die durch die gesamte Gebäudekonstruktion gehen, sei es über Decken, Wände oder Heizungsrohre, kann man abseits ihres Entstehungsortes nur noch mehr oder weniger erfolglos dämpfen, aber nicht mehr beseitigen.

Schon bei der Konstruktion eines Gebäude muß der Schallschutz berücksichtigt werden. Viele Mängel lassen sich nachträglich nicht mehr abstellen. Wenn der Schallschutz bei Konstruktion und Bauausführung (setzt akribische Überwachung bei vielen winzig erscheinenden Details voraus) berücksichtigt wurde, schaffen es gedankenlose Leute, all die Mühe mit wenigen Handgriffen zunichte zu machen. Gerade die in den letzten Jahren in Mode gekommenen Laminatfußböden sind dafür bestens geeignet. Das Material muß zwingend mit Trittschalldämmung verlegt werden, wobei diese Dämmung wenig nützt, wenn der Laminatboden an irgend einer unter Fußleisten verborgenen Stelle eine Wand berührt oder hart an Heizungsrohren anliegt oder die Verbindung zwischen Wand und Laminat über die Fußleiste hergestellt wird. Dabei gehören Fehler und Pfusch zur Normalität. Selbst wenn man den seltenen Fall hat, daß alles richtig gemacht wurde, reicht ein einziges Regal, das ohne dämmende Zwischenlage auf den Laminatboden gestellt und gleichzeitig als Sicherung gegen Umkippen mit der Wand verschraubt wird, um die ganze Mühe für die Schalldämmung für die Katz werden zu lassen. Der Fernseher oder Lautsprecherboxen lassen den ganzen Laminatboden schwingen und die als Trittschalldämmung gedachte Filzschicht wird den Benutzern nicht den Gefallen tun, über den gesamten Hörbereich ausreichend zu dämpfen. Vielleicht wurde beim Bodenbelag aber doch alles richtig gemacht, dafür aber beim Estrich gepfuscht… vielleicht wurde irgendwo eine dämmende Zwischenlage vergessen oder nachträglich beschädigt und Heizungsrohre haben starre Verbindung zum Baukörper und übertragen so Schall durchs ganze Haus.

Schallschutz wird wie die thermische Isolation beim Bau von Wohngebäuden überhaupt erst seit wenigen Jahren systematisch betrieben. Gebäude früherer Baujahre sind in beiderlei Hinsicht zumeist zwischen mäßig und katastrophal anzusiedeln. Dabei kann man auch mit unsauber verlegtem Laminat nicht mehr viel anrichten, während man ein neues Gebäude mit dem Laminatmist hinsichtlich Schallschutz spürbar verschlechtern kann.

Gruß
Wolfgang