Hi!
Bin gerade beim Surfen auf etwas gestoßen, was mein kleines
naives und beschauliches Weltbild von großen, teuren
italienischen Sportwägen über den Haufen wirft.
Keine Sorge, ich rücke Dir das wieder zurecht…
zB http://www.hallmark-cars.com/ferrari.htm
Dort findet man 2 Autos die zwar wie Ferraris ausschauen, aber
eben keine sind, bei einem Wagen steht dabei, dass er auf
einem Toyota basiert. Anyway, beide Autos sind eigentlich
unverschämt billig (16.500 bzw. 9.500 Pfund)
16.500 sind ca. 25.000 Euro. Für den Preis bekommst Du einen einwandfreien Ferrari 328 GTS. ´Falls Du einen Schnurrbart trägst, bist Du damit dann fast so cool wie Magnum…
Jetzt meine Fragen:
Sind solche Replicas quasi „Sportwagen für Arme“? Leute, die
gerne Ferraris hätten aber nicht leisten können?
Ganz recht.
Wobei in Einzelfällen (hier die Komplette Liste) eine Repik vertretbar ist:
- Mercedes 300 SL
- Cobra
- Ford GT 40
Alles andere ist affig.
Sind diese Replicas alle Einzelstücke oder gibts dafür auch
spezialisierte Hersteller?
Es gibt einen Haufen Kit-Hersteller. Einfach mal googlen unter „Kit cars“ u.ä.
Populär war das v.a. in den 80ern, zumeist auf Basis VW Käfer oder Pontiac Fiero. Ein Fiero ist übrigens auch original ein witziges Gerät.
Sind die „Originale“ (hier Ferrari) einverstanden, dass solche
Autos auch gebaut werden?
Wen juckt das?
Angenommen, man kauft sowas: Schaut da echt nur das Design
nach Ferrari aus, oder können die auch technisch was und gehen
durchaus als gute Sportwagen durch?
Ein Fiero ist eine 140 PS-Kiste mit Technik von 1985.
Das geringe Gewicht erlaubt schon etwas Spass, aber mit einem Supersportwagen hat das nichts zu tun. Es gibt noch einige Umbauten auf Toyota Supra Basis. Heir sind dann schon mal um die 300 PS drin, aber der Sound ist halt doch verräterisch und ein Biturbo aus den frühen 90ern kostet heute auch viel Geld im unterhalt.
Wenn ich mir den sehr
günstigen Preis anschaue, denke ich mir, dass man da nicht
viel erwarten wird können, oder täusche ich mich da?
Nein.
Und
wieso sind die echt so billig? Ich meine 6.500 Pfund sind doch
echt kein Geld für einen Sportwagen - egal ob echt oder
„unecht“?
Kommt darauf an. Für 10.000 Euro kann man BMW 850 fahren…
Und sind das eher Autos, an denen man ständig rumschrauben
muss weil immer was kaputt ist, oder sind die dennoch
einigermaßen stabil und in Ordnung, also auch für
Nicht-Mechaniker zu empfehlen?
Das kaommt auf den Pflegezustand an. Eine schöne Kit-Karosse obendrüber ändert nichts daran, dass die Basis zumeist 10-20 Jahre alt ist.
Also ganz blöd gefragt: Könnte ich mir (wenn ich das Geld
hätte) so ein Auto kaufen, in die Garage stellen und erwarten
dass außer dem üblichen Service und so weiter nichts weiter zu
Bruch geht oder ist das Wunschdenken, weils doch mehr eine
„ewige Baustelle“ ist?
Wenn der Kit ordentlich zusammengebaut ist, läuft so ein gerät üblicherweise ganz ordentlich.
Sorry, sind doch etwas mehr Fragen, aber wäre schön, wenn
vielleicht einige aufklärende Gedanken kommen könnten! Wie
lange gibts solche Replicas überhaupt schon? Für welche
Marken? So, damit mal genug 
Abschliessend lässt sich sagen, dass jedem Menschen, der einigermassen bewandert ist bzgl. Autos, bei einem Kit sofort merkt, „dass da was nicht stimmt“. Die Aussenmasse eines Testarossa auf Fiero Basis sind halt doch um 1/5 kleiner als beim original Ferrari.
Eine Ferrari-Kit ist für meine Begriffe immer eine „Bauernschleuder“ für die Altöttinger Zuhälter- und Discobesitzer - Fraktion gewesen.
Falls Du also einen chicken Sportwagen für 10.000 - 25.000 Euro suchst, der auch noch ordentlich geht, würde ich mich zunächst einmal bei den 90er Jahre Modellen der gängigen Hersteller umsehen.
Ein ´95er BMW M3 E36 ist m.E. die mit Abstand bessere Wahl als ein Testarossa auf Basis eines ´86er Fiero…
Grüße,
Mathias