Fertighaus finanzierung

Ich wollte mal um eueren Rat fragen.
Ich bin 36 Jahre alt und wohne gerade in einer kleinen 2 Zimmer Eigentumswohnung die bezahlt ist.Ich habe einen 450 m2 großen voll erschlossenen Bauplatz.Ich verdiene ca. 2000 - 2300 Euro netto mit Steuerklasse 1. Ein Fertighaus kostet ca. 300000 ,- Euro und 200000,_ Euro müßte ich finanzieren. Was würdet ihr tun? Entweder Bauplatz verkaufen und von diesem Geld eine Große Wohnung kaufen oder ein Fertighaus kaufen und Schulden machen?
Ich hatte noch nie Schulden deswegen habe ich einfach Angst davor und weiß nich was die Richtige Entscheidung ist.

Es ist schwer jemandem in solchen Lebenslagen Tipps zu geben…

Unter folgenden Voraussetzungen würde ich das Haus nehmen:

Familie (Frau und Kinder)

Der Bauplatz ist da wo Du in 20 Jahren auch noch sein willst

Sicherer Job

Wenn du das bejahen kannst, bist Du an der gleichen Stelle wie ich vor 5 Jahren. Und ich habe es bis heute nicht bereut diesen Schritt getan zu haben. Sein eigener Herr im eigenen Haus, Kinder toben im Garten, man kann veränder was man will - oder auch nicht.
Bei der Finanzierung würde ich auf sichere Zinsen achten. ich weiß was ich bis ende meiner Laufzeit bezahlen werde. Ich habe die Zinsen festschreiben lassen. Dadurch ist es im ersten Moment ein paar Prozente teurer, es kann Dir aber nix da zwischen kommen und Du fängst in 10 Jahren nicht an neu zu verhandeln. Ausserdem ist so ein Haus eine gute Altersvorsorge.

Falls die oberen Kriterien nicht zutreffen, würde ich es glaube ich nicht machen.
Ohne Familie ist so ein Haus zu groß.
Du verlierst eine Menge Freiheit und Flexibilität.
Naja über den Job brauch ich nicht zu reden…

Falls du noch weitere Infos möchtest meld dich einfach.
[email protected]

Gruß Christoph

Die Frage lässt sich ziemlich einfach beantworten.

Würden Sie aus dem Verkaufserlös Ihrer Wohnung ein Haus bezahlen können, blieben Sie Schuldenfrei.

Würden Sie ein Haus bauen, dies finanzieren und Ihre Wohnung vermieten, hätten Sie höheren Wohnkomfort im Eigenheim.
Selbst wenn die Mieteinnahmen Ihre Finanzierungskosten nicht komplett decken würden, hätten Sie wahrscheinlich eine ziemlich überschaubare Finanzierungsrate zu bedienen.

Auf dem ersten Blick stehen die Zeichen also eher auf „grün“.

Die Version mit „Vermietung und Hausbau“ ist insbesondere dann interessant, wenn Sie auch etwas sinnvolles hinsichtlich Ihrer Altersversorgung machen möchten.

Schöne Häuser finden Sie zum Beispiel auf http://www.neubau.cc

Hallo NoFear,

Keine Angst vor großen Zahlen :smile:. Mit dem Einkommen ist eine Finanzierung über 200000,-- € ganz locker darstellbar, sofern nicht Unterhaltsverpflichtungen o. a. Belastungen das Netto stark schmälern.

Die Darlehenszinsen haben einen historischen Tiefstand erreicht. Wenn bauen, dann jetzt. Derzeit kann man sogar mit 2 % tilgen, weil die monatliche Belastung sehr überschaubar ist durch das Zinstief.

Ich tendiere zum Einfamilienhaus, damit Du allein entscheiden kannst, was Du tust oder lässt. Bei mehreren Parteien ist das eigene Wohlbefinden doch stark abhängig von anderen Mitbewohnern, die auch mal wechseln etc. Zudem ist eine große Wohnung meist etwas schwieriger zu verkaufen, weil Immobilieninteressenten ähnlich denken.

Für die Wohnung spricht: Deutlich weniger Arbeit mit der Immobilie und darum herum. Sicher zudem auch günstiger. Bei Deiner Finanzsituation würde ich jedoch auf jeden Fall zum EFH tendieren.

Nächste Überlegung: Warum vermietest Du die Wohnung nicht, wenn Du ins Haus gezogen bist? Da kommt dann auch nochmal Geld herein. Und Du löst ein Steuerproblem obendrein, wenn Du evtl. die Wohnung für den Hausbau beleihst… und dann vermietest.

Zudem: Voraussichtlich wird Deine monatliche Belastung die Durchschnittsmiete einer normalen Familie nicht übersteigen. Ich kann nur zuraten. Es sind zwar noch viele Dinge zu bedenken und ich kann Deine Sorge verstehen. Vielleicht sprichst Du mich nochmal an, wenn Du noch Fragen hast oder eine Entscheidung getroffen hast. Die nächsten Schritte sind dann wichtig. Das ganze ist ein großes Thema und wichtige Informationen fehlen mir hier noch. Wenn Du möchtest können wir dazu mal telefonieren.

Ein schönes Wochenende wünscht Dir

Sue

Hallo Sue,
ich danke dir für deine schnelle Antwort.
Ich war bis jetzt nur mal bei einer Bank (Commerzbank) und hab mir das mal ausrechnen lassen. 155.000,- müßte ich 840,- Euro monatlich bezahlen und die laufzeit wäre 30 Jahre. Ich denke aber das es da bestimmt noch besseres gibt. Denn für mich hört sich das heftig an. Oder ist das Ok so. Ich weiß leider nicht mehr zu welchem Zinssatz das war. Aber auch recht niedrig da es erst 4 Monate her ist als ich mich beraten ließ.Wenn ich es Finaziell hin bekomme würde ich natürlich auch zu einem EFH tendieren.
Gibt es denn spezielle Banken für Hausfinazierungen?
Mfg Thorsten

Hallo,

der Grundsatz sollte sich erstens am Bedarf orientieren. Mehr Wohnraum gleich mehr Kosten in der Anschaffung und im Unterhalt.

Wenn mehr Wohnfläche erforderlich ist, dann spielt die Lebensplanung eine wichtige Rolle, Familiengründung, Kinder usw.

Kinder wachsen besser in einem Haus als in einer Wohnung auf, da ein Haus mit Grundstück mehr Freiraum und mehr Freiheit bietet. Entscheidungen, wann etwas am Haus repariert werden soll, liegen beim Eigentümer.

Wenn keine Kinder und auch kein grüner Daumen für den Garten da, und auch nicht geplant sind, kann eine Eigentumswohnung von Vorteil sein.

Hier bin ich jedoch in einer Eigentümer Gemeinschaft und muss mich den Beschlüssen der Mehrheit fügen.

Ein Haus kostet mit circa 140qm Wohnfläche, je nach Bauweise und Effizienzklasse, um die EUR 150 bis 200 Tausend, zuzüglich circa EUR 40 Tsd. für die Baunebenkosten.

Bei den Schulden ist zu differenzieren, ob es gedeckte oder ungedeckte Schulden sind. Bei einem Haus oder einer Wohnung ist die Deckung vorhanden. Meistens steigern sich diese Werte im Laufe der Jahre auch noch.

Im Gegensatz dazu die ungedeckten Schulden, denen steht entweder kein oder ein fallender Wert entgegen. Zum Beispiel, wenn ich das Geld verspiele, vertrinke oder über sonstigen Konsum ausgebe. Typisches Beispiel ist das Auto. Nach der Erstanmeldung fällt der Wert rasant, wenn ich gegen einen Baum fahre geht der Wert gegen Null.

Wenn die Lage des Grundstücks gut ist und dein jetziger Wohnraum ausreicht, dann würde ich auch das Grundstück nicht verkaufen, da auch ein Grundstück eine Bodenwertverzinsung von 2,5 bis 3,5% je nach Lage hat.

Beste Grüße aus Hamburg
ImmoProfiPeter

Hallo Thorsten,

bei Deiner Bonität gibt es viele Banken, die sich um die Finanzierung reißen würden. Die 840,-- € hören sich für mich an wie 4,5 % Zinsen plus 2 % Tilgung. Aber dann passen die 30 Jahre nicht ganz. Da gibt es in jedem Fall Günstigeres! Derzeit könntest Du auch 3,5 % Zinsen bekommen, ohne zaubern zu lernen.

Ich persönlich halte viel davon, zunächst die eigene Hausbank anzusprechen. Meist sind die auch bei der Beibringung von Unterlagen etwas entspannter, da sie vor Ort sind und sich das Objekt auch mal anschauen können. Online gibt es günstigere Zinsen, aber wenn es mal eng wird, sprechen die meisten lieber mit dem Berater vor Ort.

Da Du nicht verheiratet bist und ein sehr gutes Einkommen hast, fallen Förderungsmöglichkeiten wie für junge Familien nicht ins Gewicht. Frag trotzdem bei der Bank mal nach, welche Möglichkeiten die sehen. Vielleicht ein Darlehen bei der KfW…vielleicht möchtest Du Dich bald binden…was auch immer. Fragen kostet nix.

Finanziell bekommst Du es auf jeden Fall hin, sofern Du Dein jetziges Einkommen als „gesichert“ ansehen kannst. Das sind alles noch Infos, die mir fehlen. Familienplanung, Verpflichtungen etc. Davon hängt so vieles ab. Wenn Du magst, reden wir mal am We miteinander. Diese Woche ist unendlich voll mit Terminen. Informier Dich ruhig weiter, aber unterschreib noch nichts und schlag noch nicht ein. Gibt noch ein paar wichtige Punkte.

Einen schönen Abend wünscht Dir

Sue