Feste Zanspange wirklich notwendig?

Hallo zusammen,

unsere Tochter, 12 Jahre hat seit 1 Jahr eine lose Zahnspange die sie nachts anlegen muss.

Der Unterkiefer ist dadurch sehr schön in die richtige Stellung gelangt. Unser Zahnarzt meinte jetzt, dass sie keine feste Spange benötigt, da die Abstände prima sind. Gestern waren wir wieder beim Kieferorthopäden und sie hat uns mitgeteilt, dass wir eine feste Zahnspange benötigen. Das sei besser für die Zukunft.

Aus diesem Grund habe ich noch einmal beim Zahnarzt angerufen und diese meinte, dass sei halt die Gefahr, wenn man privat versichert ist. Diese Aussage hat mich irritiert und verunsichert.

Natürlich kann mir das Forum keine Rat bezüglich der Notwendigkeit einer festen Zahnspange geben. Aber was würdet ihr jetzt tun? Wir haben zwei Aussagen und wissen nicht so recht weiter.

Über Tips oder Hinweise wären wir dankbar.

Danke

Hallo,
seit ihr denn auch wirklich in der PKV und nicht in der GKV - das wäre wichtig zu wissen.
Gruss
Czauderna

Hallo Kogreis,

ich an deiner Stelle würde beim Kieferorthopäden nochmal etwas genauer nachfragen, was die Aussage konkret bedeuten soll „dass wir eine feste Zahnspange benötigen. Das sei besser für die Zukunft.“
Warum wird eine feste Zahnspange benötigt? Warum ist das besser für die Zukunft? Was ist der Vorteil einer festen Spange zu einer losen - nach Ansicht des Kieferorthopäden?
Eines der Nachteile bei einer festen Zahnspange könnte zum Beispiel sein, dass Essensreste zwischen einigen Zähnen nicht mehr so einfach zu entfernen sind und so Karies leichter entstehen könnte …

Schöne Grüße
Stefanie

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Zweite Meinung einholen oder sich erstmal mit Eurer KK in Verbindung setzen, dass Ihr den Behandlungsplan des Zaharztes, der die feste Spange ja nicht für nötig hält, begutachten lassen wollt.
Anders wird man kaum feststellen wer von den Beiden nun im Recht ist. ramses90

Hallo,
also gut, vermuten wir mal, dass es sich um eine GKV-Versicherte handelt. Hier kenne ich es so,
dass in genau solchen Fällen die Änderung bei der Kasse beantragt werden muss und wir haben dann natürlich eine Begutachtung veranlasst, um die medizinische Notwendigkeit feststellen zu lassen. Ob dann diese geänderte Behandlungsart dann auch fortgeführt wurden, das haben die Versicherten bzw. deren Eltern entschieden. Wenn das Gutachten negativ verlief, dann haben wir die Kostenübernahme für die geänderte Fortführung nicht ausgesprochen und es blieb wieder die Entscheidung durch die Versicherten/Eltern ob diese Behandlung entweder weiterhin wie ursprünglich beantragt wurde, fortgeführt wurde oder als Privatbehandlung mit der geänderten Behandlungsweise.
Gruss
Czauderna

Nein, ist eine volle private Versicherung. Deswegen auch der Kommentar der Zahnärztin, dass es halt Pech ist. Bei den „Privaten“ wird viel eher eine unnötige Spange verordnet meinte sie. Und jetzt sind wir tatsächlich verunsichert.
Der Zahnarzt hat keine Behandlungsplan und uns bei der letzten Kontrolle mitgeteilt, dass ein Spange nicht notwendig sei.
Wir sprechen jetzt am besten noch einma die Kieferorthopädin an. Die wird uns natürich die Notwendigkeit bestätigen und dann haben wir das Problem…

Ein Zahnarzt ist allerdings kein Fachmann für Kieferorthopädie, wenn, dann würde ich eine Zweitmeinung eines Kieferorthopäden einholen.

Das ist ein nicht zu unterschätzender Aspekt. Ich erinnere mich an mehr als ein Kind, das später zwar gerade, dafür aber recht kaputte Zähne hatte. Natürlich versprechen die Kinder brav die Zähne zu putzen, und den notwendigen zusätzlichen Aufwand zu treiben. Aber wenn die Dinge dann doch „irgendwie so ganz gelegentlich in Vergessenheit geraten“, dann kann es hinterher eine ganz böse Quittung geben, die in keinem Verhältnis zu „geraden Zähnen“ steht.

Da sollte man sich wirklich fragen, inwieweit eine solche Behandlung im Einzelfall wirklich medizinisch indiziert ist, und wo es um rein kosmetische Dinge geht, die nur noch mit dem Streben nach perfektem Aussehen zu erklären sind. Es gibt sicherlich massive Fehlstellungen, die man unabhängig von sonstigen medizinischen Indikationen korrigieren sollte, um ein Kind nicht unnötigem Spott auszusetzen. Aber jede noch so kleine „Abweichung von der Norm“ mit großem Aufwand, Belastungen für das Kind und einem eben auch durchaus vorhandenen Risiko behandeln zu lassen, finde ich sehr fragwürdig. Das hat für mich dann oft so ein Geschmäckle von „marktfähig machen“.

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