Festplatte partitionieren - Warum?

Hallo,

in meinem System werkelt eine einzige Festplatte. Überall hört man ja, man solle seine Festplatte partitionieren. Mir fällt dazu folgendes ein:

Pro
Eigene Dateien und Systemdateien (OS, Anwendungen, Anwendungsdateien) lassen sich in einer höheren Hierarchieebene (Volumes) unterscheiden.

Contra
Bei asymmetrischem Speicherbedarf fährt die eine Partition nah an die Partitionsgrenze, während auf der anderen Seite noch Platz ist. Man muß in solchen Fällen also die Partitionsgrenze verschieben, was separater (kostenpflichtiger) Software bedarf.

Auf den vielen Systemen, an denen ich gearbeitet habe (privat und im Geschäft) hatte ich noch nie ein Problem damit, sicherungspflichtige Daten (eigene Arbeiten, Fotos, Musiksammlung etc.) von nachinstallierbarem zu trennen. Demgegenüber sehe ich das Contra als ausschlaggebenden Grund gegen das Partitionieren.

Was spräche noch dafür?

Einen schönen Feiertag (und den meisten ein schönes, langes Wochenende :smile:
Hanno

Hallo,

Pro
Eigene Dateien und Systemdateien (OS, Anwendungen,
Anwendungsdateien) lassen sich in einer höheren
Hierarchieebene (Volumes) unterscheiden.

  • Bei speziellen Bedürfnissen kann man für bestimmte Daten spezielle Dateisysteme oder Zugriffsmodi wählen („Performancetuning“)

  • Wenn irgendwas[tm] viel Daten erzeugt, kann es das System zum Stillstad bringen, wenn die Platten restlos voll sind. Mit Partitionen hat man ein Mittel in der Hand, das zu verhindern.

  • Man kann auf Daten als „read only“ zugreifen, am Dateisystem wird nichts geändert.

Auf meinem Laptop läuft alles über eine große Partition (plus Swap-Partition), bei meinem Desktop-Hobel sind die Nutzer-Daten in einem virtuellen Laufwerk, was recht einfach durch anhängen weiterer Platten vergrößert werden kann.

Gruß,

Sebastian

Hi Hanno

in meinem System werkelt eine einzige Festplatte. Überall hört
man ja, man solle seine Festplatte partitionieren. Mir fällt
dazu folgendes ein:

Pro
Eigene Dateien und Systemdateien (OS, Anwendungen,
Anwendungsdateien) lassen sich in einer höheren
Hierarchieebene (Volumes) unterscheiden.

yep. Und wenn du BEtriebssystem + Progis von den Daten trennst, kannst du leichter sowohl ein Image-Backup deiner Systempartition machen als auch deine reinen Daten backupen

Contra
Bei asymmetrischem Speicherbedarf fährt die eine Partition nah
an die Partitionsgrenze, während auf der anderen Seite noch
Platz ist. Man muß in solchen Fällen also die Partitionsgrenze
verschieben, was separater (kostenpflichtiger) Software
bedarf.

separat ja, kostenpflichtig nein. GParted ist ein Freeware-Tool, das wunderbar funktioniert.
Schließlich ist es an dir, die Partitionen nach Größe so aufzuteilen, dass du möglichst wenig dran rumfummeln musst. Ich habe bis jetzt noch nie meine Partitionen ändern müssen.

Auf den vielen Systemen, an denen ich gearbeitet habe (privat
und im Geschäft) hatte ich noch nie ein Problem damit,
sicherungspflichtige Daten (eigene Arbeiten, Fotos,
Musiksammlung etc.) von nachinstallierbarem zu trennen.
Demgegenüber sehe ich das Contra als ausschlaggebenden Grund
gegen das Partitionieren.

Was spräche noch dafür?

neben dem leichteren Backup auch Zeitersparnis beim Defragmentieren, und wenn sich mal ein Virus herumtreibt, wird er zu 99% der Fälle die Systempartition befallen (Ausnahmen: Macro-Viren, jpg-Viren), weil er nur dort das Umfeld vorfindet, um sich zu vermehren und Schaden anzurichten. Die Daten auf einer separaten Partition sind also verhältnismäßig sicher.

Einen schönen Feiertag (und den meisten ein schönes, langes
Wochenende :smile:

same2u
ExNicki

yep. Und wenn du BEtriebssystem + Progis von den Daten
trennst, kannst du leichter sowohl ein Image-Backup deiner
Systempartition machen als auch deine reinen Daten backupen

Das ist der Knackpunkt.
Willst du ernsthaft regelmäßig Komplett-Backups einer risiegen Platte ziehen, um im Ernstfall das System lauffähig recovern zu können?
Ist doch viel einfacher und schneller, nur ein kleines Laufwerk mit System und Programmen zu sichern.

Und Temporäre Daten und Auslagerungsdatei etc. gehören auf ein eignes Laufwerk, das nie gesichert werden muss - dann werden die Laufwerke mit dem System und den persönlichen Daten auch nicht so fragmentiert.

Bei asymmetrischem Speicherbedarf fährt die eine Partition nah
an die Partitionsgrenze, während auf der anderen Seite noch
Platz ist.

Das ist in meinen Auge eine Frage des strukturierten Arbeitens.bzw. des Spieltriebs von Leuten, die jede noch so blöde Software erst mal ausprobieren müssen.
Wenn man ein bestimmtes Aufgabengebiet hat, braucht man eine bestimmte Software-Ausstattung. Wenn sich daran nichts Grundsätzliches ändert, kann man eine clever gewählte Aufteilung über Jahre hinweg ohne Probleme behalten.
Bei mir läuft C: für System und Prgramme schon seit Ewigkeiten mit 5 GB, wovon noch so 2-3 GB frei sind. Der Rest (= je nach Rechner hundert bis mehrere hundert Gigs) sind für Arbeitsdateien - da fehlen die 2-3 freien Gig auf C: nicht wirklich.

Man muß in solchen Fällen also die Partitionsgrenze
verschieben, was separater (kostenpflichtiger) Software
bedarf.

Das kostet nur überflüssig Zeit.
Und vor allem: Wenn du einmal bei einer solchen Aktion Stromausfall hast, wirst du das nie wieder machen. Es kann dich nämlich Alles kosten.

neben dem leichteren Backup auch Zeitersparnis beim
Defragmentieren, und wenn sich mal ein Virus herumtreibt, wird
er zu 99% der Fälle die Systempartition befallen (Ausnahmen:
Macro-Viren, jpg-Viren), weil er nur dort das Umfeld
vorfindet, um sich zu vermehren und Schaden anzurichten. Die
Daten auf einer separaten Partition sind also verhältnismäßig
sicher.

Und wenn Windows (oder ein anderes Programm wie Norton) mal so richtig Amok läuft, ist auch so gut wie immer nur die Systempartition betroffen.

Wer seine Platte nicht partitioniert und für eine saubere Trennung zwischen System und Daten sorgt, der handelt grob fahrlässig und soll sich nicht wundern, wenn’s irgendwann mal unter Totalverlust knallt.

Und mit ein bischen Gedanken drüber machen und Planung ist das auch überhaupt kein Problem.

schönes WE,
mabuse