Hallo,
ich wohne im Erdgeschoß in einem Haus, welches auf Lehmboden steht. Das Haus soll schon sehr alt sein (Teile der Substanz über hundert Jahre). Ich habe im „Schlafzimmer“ zum ende Mai einen neuen Estrich bekommen. Als der alte Boden rausgeschlagen wurde, konnte man noch eine alte Mauer sehen, die direkt auf dem Sandboden stand (keine Sohle, keine Schweißbahn etc)so werden wohl auch die Außenwände sein. Der neue Boden (schwimmend verlegt) ist trocken. An der Außenmauer nach Süden bröckelt der Putz und es ist auch eine gewisse Feuchtigkeit in der Wand (elektrisch leitfähig)nach oben hin abnehmend. Die Nordseite ist eine Wand zum Flur, diese ist ebenfalls feucht; auch von unten nach oben abnehmend. Die anderen beiden Wände sind mit Rigips verkleidet und der Rigips ist trocken. Bezeichnend finde ich, dass nach Regen ein ekelhafter Geruch in dem Raum enteht, jedoch erinnert er mich überhaupt nicht an Schimmel. Ich kann nicht mal sagen wonach es riecht.
Vielleicht sollte ich noch sagen: ich bewohne den Raum noch nicht. Es ist immer die Tür auf (bzw, sie ist nicht eingehängt, weil ich hoffte, dass es weglüftet) Fenster sind hingegen immer zu. Keine Möbel drin, nur Teppichboden.
Wie kann ich meinem Vermieter beweisen, dass es aufsteigende Feuchtigkeit ist (Messmethoden)? Was kann man dagegen machen? Ist der Geruch von Schimmelpilzen? Soweit ich das erkennen kann ist es ein roter Ziegel, bekommt man den überhaupt wieder trocken?
Hallo Ingmar,
… ist es ein roter Ziegel, bekommt man den überhaupt wieder
trocken?
ja, läßt sich dauerhaft trocken legen. Zu Methode und Aufwand läßt sich aber aus der Ferne nichts sagen.
Du bist Mieter und alle Maßnahmen der Trockenlegung sind mit Dreck und Lärm verbunden. Zudem scheint es Probleme zu geben, den Hauseigentümer von der Notwendigkeit grundlegender Sanierung zu überzeugen. Außerdem scheint es die Neigung zu geben, Schäden zu verkleiden, statt sie zu beseitigen, denn Du erwähnst mit Rigips verkleidete Wände. Das ist Murks.
Als Mieter würde ich mir solchen Kram nicht lange ansehen und ausziehen. Genau das solltest Du machen, denn das alte Haus ist ganz sicher nicht erst seit gestern feucht, egal was der Hauseigentümer erzählt. Wenn jemand ein feuchtes Haus vermietet und offenkundig dazu neigt, hier ein bißchen Mörtel hin zu kippen, dort ein bißchen zu verkleiden, kannst Du damit nicht glücklich werden.
Wenn man ein Haus zuverlässig trocken legen will, kostet das richtiges Geld und macht viel Arbeit. Bevor man auch nur einen Cent für Handwerker und Material ausgibt, braucht man einen Architekten oder Statiker, der sich das ganze Haus gründlich ansieht und danach einen Maßnahmenkatalog vorschlägt. Dabei geht es u. a. darum, Niederschlagswasser und Erdfeuchte fern zu halten. Aber auch Kondenswasser z. B. als Folge unsachgemäßer Isoliermaßnahmen kann zur vollständigen Durchfeuchtung des Hauses führen.
Einen anderen Weg sehe ich nicht, wenn man teure, sinnfreie Bastelei ohne dauerhaften Erfolg vermeiden will. Früher war der Bau eines Hauses hinsichtlich Feuchtigkeit eine vergleichsweise unkritische Angelegenheit. Fenster und Türen waren so zugig, daß Feuchtigkeit schnell abdunstete. Wenn es zu kalt wurde, hat man eben ein bißchen Holz im Ofen nachgelegt. Sobald aber Fenster und Türen dicht schließen und man das Wort Dämmung in den Mund nimmt, muß man sehr genau wissen, was man tut. An genauer Planung und Berechnung führt kein Weg vorbei. Das hat sich noch nicht herum gesprochen. Die Leute gehen in den Baumarkt und kaufen, was ihnen geeignet erscheint. So entstehen stinkende Schimmelhöhlen.
Gruß
Wolfgang