Feuchtigkeitsbildung an Kunststoff-Fenstern

Wir haben uns vor 2 Jahren ein geklinkertes Haus mit Kunststoff-Fenstern gekauft.
Immer wenn nachts die Themperatur unter 10 °C ist, sind die Fenster (besonders das Schlafzimmerfenster) extrem nass. Das Wasser läuft richtig die Scheibe runter. 
Obwohl wir regelmäßig und oft lüften. Das wird jedes Jahr schlimmer. Im Fentserrahmen setzt sich schon schwarzer Schimmel ab.
Wir haben auf der Fensterbank so eine Box mit dem Granulat stehen, aber das hilft nicht viel. 
Liegt das evtl. an den Dichtungen der Fenster?
Was können wir tun.???

Hallo!

Es kann an Dichtungen liegen. Allerdings müsste man dann auch Zugerscheinungen spüren.
Denn wenn es undicht wäre, zieht Luft rein oder raus. Das bleibt kaum unbemerkt.

Macht doch mal vorsichtig einen Kerzentest in Falznähe, ob die Flamme ausgelenkt wird und z.B. in den Raum hinein geblasen wird oder in Richtung Falz nach außen gezogen wird.

Wäre das so, dann dort ansetzen. Fenster neu einstellen, ggf. Dichtungen ersetzen.

Ich glaube eher es ist allgemein ein schlechter Bauzustand. Wand ist ungenügend gedämmt, Fensterkonstruktion/Glas  ist ebenfalls alt.

Scheibe ist halt der kälteste Punkt. Die Raumfeuchte MUSS sich dort als Nässe niederschlagen. Und wo Dauerfeuchte ist bildet sich bald Schimmel.

Man muss mehr heizen, warme Luft kann mehr Feuchte in Schwebe halten, dann richtig lüften.
Mehrfach kurz, aber sehr kräftig, am besten Durchzug. Lüften wenn es draußen kälter als drinnen ist, dann gehts am schnellsten. Also eher abends oder morgens lüften, nicht mittags.

Feuchte am Glas immer abwischen.

Am besten ihr bestellt mal einen Baugutachter, der Messungen der Raumfeuchte und Wandoberflächentemperaturen vornimmt und die Daten bewertet und Handlungsempfehlungen gibt.
Auch die Verbraucherberatungen bieten solche Dienste recht kostengünstig an.

Ach so, das mit dem Granulat würde ich lassen. Bringt hier nichts.

MfG
duck313

Hallo!
Ich möchte noch hinzufügen, das mit dem Granulat ist eher kontraproduktiv, das kann so weit
gehen, das Feuchte vermehrt durch die Wände diffundiert. Obendrein wird das vom Granulat angezogene Wasser vor dem Fenster gesammelt und wirkt dort wie ein Verdunster.
MfG
airblue21

Hallo,
vielleicht hilft es, Feuchte als einen Gegenstand zu betrachten. Wasser befindet sich im Raum, in der Luft, in den Waenden, und wird im Schlafzimmer von den Menschen abgegeben. Dieses soll in die Luft, geht generell mit Erwaermen. Dann ist der Gegenstand Feuchte in der Luft. Wo soll er hin? Na, mit der warmen Luft zusammen nach draussen (nicht am kalten Fenster abkuehlen, dann kommt das Wasser wieder raus. Beim Lueften kommt kaeltere Luft rein. Diese nimmt beim naechsten Erwaermen wieder etwas von dem Gegenstand Feuchte auf.
Gruss Helmut

Hallo,

Wir haben uns vor 2 Jahren ein geklinkertes Haus mit
Kunststoff-Fenstern gekauft.
Immer wenn nachts die Themperatur unter 10 °C ist, sind die
Fenster (besonders das Schlafzimmerfenster) extrem nass. Das
Wasser läuft richtig die Scheibe runter. 

Wenn überflüssige Feuchte an den Fenstern auskondensiert, ist das besser als wenn es nasse Wände mit Schimmel gibt.

Obwohl wir regelmäßig und oft lüften.

Ein paar Fragen dazu:
a) Wie groß ist das Zimmer?
b) Wie wird das Zimmer beheizt? Welche Temp. (tags/nachts)
c) Wie viele Personen schlafen darin (ich nehme an 2 Erwachsene)?
d) Steht die Tür offen oder ist sie geschossen (tags/nachts).
e) Wie oft und wie lange wird tatsächlich gelüftet?
f) Aus welchem Material sind die inneren Oberflächen?
g) Wie sieht die Bausubstanz aus. Gibt es eine Wärmedämmung an den Wänden?

Das wird jedes Jahr schlimmer.
Im Fentserrahmen setzt sich schon schwarzer Schimmel ab.

Nicht unter allen Umständen ist Kondensfeuchte zu vermeiden.
Man muss dass aber auch nicht überbewerten. Solange man solche feuchten Ecken im Blick hat und rechtzeitig gegenlenkt, kann man damit auch leben.

Wir haben auf der Fensterbank so eine Box mit dem Granulat stehen,

Das Zeugs bringt in dieser Art der Anwendung nix. Ist eher nur Esoterik.

aber das hilft nicht viel. 
Liegt das evtl. an den Dichtungen der Fenster?

Woher sollen wir das wissen.
Zugluft durch undichte Dichtungen kann man doch vor Ort leicht feststellen!
Ansonsten ist es eben oft so, dass Fensterflächen die kältesten Stellen im Raum sind.
Das ist wie oben schon geschreiben eher von Vorteil.

Was können wir tun.???

Erst mal die Fragen beantworten. Danach richten sich evtl. Massnahmen.
Gruß Uwi

Immer wenn nachts die Themperatur unter 10 °C ist, sind die
Fenster (besonders das Schlafzimmerfenster) extrem nass.

Wenn die Temperatur der Raumluft sinkt, steigt gleichzeitig die rel. Raumluftfeuchte

Wasser läuft richtig die Scheibe runter. 

Die rel. Raumluftfeuchte kondensiert an der kältesten Stelle

Liegt das evtl. an den Dichtungen der Fenster?

Ja, deine Fenster sind dicht, da kannst du testen bis du schwarz wirst. Der Punkt ist, es kommt nichts mehr hinaus…

Was können wir tun.???

Du lässt die feuchte Luft raus wenn sie entsteht, nämlich nachts. Fenster auf oder eine Zwangslüftung muß her. Du verhinderst die Entstehung von zusätzlicher Feuchtigkeit. Also alles was mit Wasser zu tun hat (Aquarium, Pflanzen, etc.) muß weg. Und du musst verhindern das der Raum auskühlt, also heizen, keine Nachtabsenkung der Heizung

grüße Helmut

Das Zimmer ist ca. 25 qm, wir haben Fußbodenheizung und die Temp. liegt ca. bei 19°c Tag und Nachts. Es schlafen 2 Personen darin und die Türe ist nachts geschlossen. Wir lüften morgens (Durchzug) und abends. Teilweise habe ich nachts das Fenster auch gekippt (wenn es nicht ganz so kalt ist). Die Möbel sind aus Kiefernholz.

Das Zimmer ist ca. 25 qm, wir haben Fußbodenheizung und die Temp. liegt ca. bei 19°c Tag und Nachts. Es schlafen 2 Personen darin und die Türe ist nachts geschlossen. Wir lüften morgens (Durchzug) und abends. Teilweise habe ich nachts das Fenster auch gekippt (wenn es nicht ganz so kalt ist). Die Möbel sind aus Kiefernholz.

Hallo,

Das Zimmer ist ca. 25 qm, wir haben Fußbodenheizung und die
Temp. liegt ca. bei 19°c Tag und Nachts.

Ok, die Temperatur ist rel. niedrig für einen Raum mit erhöhtem Feuchteanfall.
Zumindest tagsüber mal etwas höher heizen bindet mehr Feuchte in der Luft,
die dann effektiver herausgelüftet werden kann.
Wenn man bei 19°C eine Luftfeuchte von 70% hat, dann liegt der Taupunkt bei
ca. 13…14°C (also nur ca. 5 grd über der Raumtemp.).
Bei 19°C kann die Luft max. ca. 16g Feuchte aufnehmen.
http://www.architekt-schiller.de/bauphysik/taupunktr…

Heizt man auf 22°C, dann sinkt die rel. Feuchte auf ca. 60% .
Damit hat man aber vor allem einen größeren Abstand zum Taupunkt und die inneren Öberflächen werden ja auch etwas wärmer.

Es schlafen 2 Personen darin und die Türe ist nachts geschlossen.

2 Personen geben während des Schlafens ca. 1 Liter Wasser durch Atmung und Schwitzen ab.
Ein Raum mit 25m² und ca. 3m Höhe hat 75m³ Rauminhalt.
Mit max. 16g pro1m³ könnten max. 1200 g Feuchte in der Luft gebunden sein bei 100% rel. Feuchte. Dann wäre der Taupunkt aber auch bei 19°C und es würde mit Sicherheit eine ehebliche Menge der Feuchte an allen geringfügig kühleren Oberflächen auskondensieren.
Praktisch darf die rel. Feuchte aber nur max. um 50…60% sein, damit der Taupunkt niedrig genug liegt. Also bleiben nur 600…700g Feuchte, die in der Luft dein dürfen.

Merkst du was? Das liegt schon unter der Menge, die während des Schlafens freigesetzt wird. Außerdem kann man ja nicht davon ausgehen, dass beim Lüften ganz trockene Luft herinkommt. So hat die Luft bei 10°C und 60% feuchte schon ca. 5,…6g Feuchte.
Nur die Differenz zum Feuchteaufnahmevermögen bei höherer Temp. kann aufgenommen werden. Also nur ca. 5…6g/m³ mal 75m³ = 450g.

Das ist erst mal kein Problem, weil die überschüssige Feuchte der Nacht in den Wänden durch die sogenannte Dampfdiffion in die Oberflächen eindringt und dort zwischengespeichert wird.
Das erzwingt aber auch ausreichendes lüften, damit diese Überschutzfeuchte wieder raus kommt. Andernfalls züchtet mal Schimmel.

Wir lüften morgens (Durchzug) und abends.

Also nur 2 mal am Tag? Es war aber von „oft lüften“ die Rede?
Das ist für einen einzelnen Raum mit dieser Feuchtebelastung zu wenig.
Bei einmal Lüften können eben, je nach Außentemp. und Witterung, nur ca. 200…400 g Feuchte abgeführt werden. Das ist grenzwertig.

Teilweise habe ich nachts das Fenster auch gekippt (wenn es nicht ganz so kalt ist).

Naja, das führt zu eine gewissen Luftaustausch in der ganzen Nacht, aber
es führt auch zu Abkühlung insbesondere der Fensternahen Oberflächen.

Ich empfehle, etwas mehr zu heizen (zumindest tagsüber)
und häufiger kurz zu lüften.

Evtl. ist es auch vorteilhaft, wenn man nachts die Türen in der Wohnung offen läßt.
Allerdings nur, wenn nicht aus Nachbarräumen noch mehr Feuchte anfällt.

In einer Wohnung mit angenommen 300m³ Rauminhalt kann die mehrfache Menge an Feuchte in der Luft gehalten werden und auch enrspechend viel mehr Feuchte mit einmal Lüften abgeführt werden.
Gruß Uwi

Aus der Antwort "Das Zimmer ist ca. 25 qm, …"leite ich ab, dass irgendwie zu viel Feuchtigkeit in den Raum kommt. So lüften wir auch - bei ähnlicher Raumgröße und wir haben keine Probleme mit Kondenzwasser. Vielleicht mal ein paar kleine Tröpfchen, wenn es draußen richtig kalt ist. Aber die wischt man mit Küchenrolle ab und ins Klo damit, dann ist die Feuchte auch raus aus dem Haus.

Allerdings haben wir keine Fußbodenheizung sondern Heizkörper, dadurch ist die Luftbewegung im Zimmer eine andere, was in meiner Vorstellung durchaus dazu führen kann, dass das Lüften effektiver ist.

Was ich mit aber auch vorstellen kann, ist, dass die bei Klinkerhäusern übliche Fassagenhinterlüftung nicht mehr ausreichend stattfindet. Der obere Ausgang dieser Hinterlüftung liegt in den Dachkästen und braucht dann natürlich Verbindung zur Umgebungsluft. Wenn nun im Zuge einer Dachisolierung das komplette Dach mit Unterspanbahn versehen wurde und vielleicht sogar die Dachkästen mit Isowolle gefüllt wurden, dann sieht es schlecht aus mit der Hinterlüftung.

Was dazu führt, dass die Feuchtigkeit erst mal im Haus bleibt. Deshalb ist der Tipp gut, einen Fachmann zu konsuliteren, der die Raumfeuchte und Wandtemperaturen misst, der käme soetwas auf die Spur. Dann kann man Abhilfe schaffen durch eine kleine Lüftungsanlage, wie sie eingesetzt wird, wenn in bestehenden Bauten Lärmschutzfenster eingesetzt werden. Dabei werden Kanäle durch die Wand/den Fensterrahmen gelegt, und innen gibt es einen kleinen Kasten mit einem Lüfter. Nun wird durch einen Kanal Außenluft angesaugt, durch den anderen wird Raumluft hinausgeblasen. Außerdem sorgt das Gerät gleichzeitig für eine gute Bewegung der Raumluft, so dass über einen Tag auch ein kompletter Luftaustausch stattfindet. Hier sieht man das Prizip ganz gut: http://www.enbausa.de/lueftung-klima/aktuelles/artik…Am wichtigsten fände ich aber eine kompetente Beratung, also erst mal zur Verbraucherberatung - bei uns machen das auch die Stadtwerke, weil die Fernwärme verkaufen.