Hallo.
Im Rahmen einer Diskussion über das Hitler-Attentat vor einiger Zeit hat, soweit ich mich erinnere, jemand geschrieben:
„In einigen Gebieten Westdeutschlands existierten feudale Strukturen bis in die 50er Jahre“.
Da der Autor des Beitrags auf mehrere persönliche Anfragen von mir nicht ragiert hat, ich dazu aber gern mehr wissen würde, stelle ich die Frage hier ins Forum.
Weiß jemand, auf welche Umstände sich diese Aussage möglicherweise bezogen hat?
Feldmarschall
Hallo,
da hat er nicht unrecht…
hier im Münster/Sauer/Siegerland in NRW (sowie in weiteren Gebieten)
war der Einfluß der Großgrundbesitzer und des Adels noch weit länger zu spüren…
Bis 1970 hatte z.B. der hier ansässige Großgrundbesitzer noch seine
„eigene“ Kirchbank…da durfte niemand sonst drauf sitzen…auch wenn er gar nicht dar wahr…
Schluß damit war erst,als ein neuer Pfarrer kam,der damit „aufräumte…“
Ähnlich lief es bis zur „großen“ Gemeindereform" 1968 auch im Bereich des Verwaltungsrechtes ab…
Erst als die ganzen kleinen Gemeinden aufgelöst wurden und die zuständigen Sachbearbeiter „weitab“ vom „Fürsten“ saßen,änderte sich
so manches…
mfg
Frank
Hallo !
Das hat aber mit „feudal“ nichts zu tun!
Das waren einfach alte Rechte, die andere dem angeblich Feudalen ließen.
Auch bei uns gab es eine im Mittelalter von einer Familie gestiftete Kirchenbank und die Erben beanspruchten diese. Warum nicht??
mfgConrad
Noch etwas :
Dann wäre jeder durch eine Nummer gekennzeichnete Parkplatz auch feudal!!
Hallo Conrad,
Auch bei uns gab es eine im Mittelalter von einer Familie
gestiftete Kirchenbank und die Erben beanspruchten diese.
Warum nicht??
weil Anspruchsdenken und Christentum nicht zusammen passen.
Viele Grüße, Joe
weil Anspruchsdenken und Christentum nicht zusammen passen.
Na, das ist aber blosse Theorie. Anspruch und Christentum gehören zusammen. 2000 Jahre Angst!!
mfgConrad
Na, das ist aber blosse Theorie. Anspruch und Christentum
gehören zusammen. 2000 Jahre Angst!!
Es stimmt, dass es in der Vergangenheit Anspruchsdenken und Angst gegeben hat, aber jetzt doch nicht mehr. Es wird die frohe Botschaft verkündet.
Im übrigen warst Du es doch, der gesagt hat „Warum nicht“ (Bezug auf Anspruch der „Erben“) 
Gruß, Joe
Es stimmt, dass es in der Vergangenheit Anspruchsdenken und
Angst gegeben hat, aber jetzt doch nicht mehr. Es wird die
frohe Botschaft verkündet.
Klar, nur welche?
Im Namen der „christlichen“ Kirche wird und wurde viel Unheil angerichtet. Besser geworden sind die Zustände nicht. Und wenn, dann deshalb, weil sich kaum noch jemand dafür interessiert! Wenn keiner hingeht, kann man auch niemanden Angst machen!
mfgConrad
Bedeutet „Feudal“ nicht eher eine direkte Abhängigkeit eines „Vasallen“ mit seinem „Lehnsherrn“ ??
Auf die Nachkriegszeit übertragen würde das bedeuten, dass viele Mitglieder der Gesellschaft immer noch in einem engen Abhängigkeitsverhältnis mit Vertretern der ehemaligen „Führer“ Hierarchie lebten.
Konkret: Die alten Strukturen des Führer-Prinzip (strikte Hierarische Gliederung) lebten auch nach dem Weltkrieg noch lange weiter. Zwar beruhte die neue Demokratie auf dem verantwortungsvollem Handeln jedes Einzeln, jedoch ist so was eher schwer wenn man es gewohnt war, die letzten 10-15 Jahre nur Befehle zu befolgen.
Hallo.
Weiß jemand, auf welche Umstände sich diese Aussage
möglicherweise bezogen hat?
Bleistiftsweise auf bestimmte Gebiete in Süddeutschland, wo der jeweilige Aufunddavon neben seiner Eigenschaft als Fürscht auch noch öffentliche Ämter ohne Wahl ausübte. Es konnte in diesen „feudalen“ Gebieten gut passieren, dass die Schulausbildung von Kindern der „Untertanen“ maßgeblich von des Pfürschten Wohlwollen abhing. Viele Barone u.dgl. waren Großgrundbesitzer (sind es heute noch), die auch auf dem Wohnungsmarkt eine gewichtige Stellung hatten - nahezu Monopolstruktur; Ähnliches gab es auch bezogen auf den jeweiligen regionalen Arbeitsmarkt.
Gruß kw
Hallo.
Weiß jemand, auf welche Umstände sich diese Aussage
möglicherweise bezogen hat?
Bleistiftsweise auf bestimmte Gebiete in Süddeutschland, wo
der jeweilige Aufunddavon neben seiner Eigenschaft als Fürscht
auch noch öffentliche Ämter ohne Wahl ausübte. Es konnte in
diesen „feudalen“ Gebieten gut passieren, dass die
Schulausbildung von Kindern der „Untertanen“ maßgeblich von
des Pfürschten Wohlwollen abhing. Viele Barone u.dgl. waren
Großgrundbesitzer (sind es heute noch), die auch auf dem
Wohnungsmarkt eine gewichtige Stellung hatten - nahezu
Monopolstruktur; Ähnliches gab es auch bezogen auf den
jeweiligen regionalen Arbeitsmarkt.
mit der Folge, dass jeder der in dem Flecken leben (und nicht gemobbt werden) wollte, halt dem grossen Herrn nach dem Mund geredet hat.
Man bedenke bei der Einschätzung der Verhaltensweise der kleinen Leute den damaligen Motorisierungsgrad, die damalige Medienlandschaft (Fernsehen etc.), die damalige Parteienlandschaft (die Sozis als der ‚Gottseimituns‘).
Ciao maxet.
P.S.: Die weiter unten beschriebenen Kirchenbänke sind ein Symptom, nicht das eigentliche Problem.