Feuerwehren, Brände und deren Bekämpfung

Liebe Wissende:smile:

Ich habe schon ziemlich rumgestöbert und jetzt „denkt’s mir“ gerade nicht mehr wirklich und meine Gugelfähigkeiten lassen mich auch im Stich.

Für eine Feuerwehr-Festschrift bin ich auf der Suche nach Kurzgeschichten (Betonung liegt auf „kurz“, bzw. leicht kürzbar) namhafter Autoren über die Feuerwehr, über Brände und deren Bekämpfung etc.

Also so etwas wie: „Brandmeisters Lehrjahre“, „Als mich Tom das Feuerwehrauto streichen ließ“ oder so……ihr versteht??? *lach*

Bitte keine Kriegsgeschichten – da habe ich Literatur. Wenn es das gibt, darf es durchaus auch humorvoll oder sentimental sein

Bitte helft!!! Danke!

Lieben Gruß aus Wien, jenny

Hallo Jenny, vielleicht kannst du das hier gebrauchen?

Heinrich Heine: Deutschland. Ein Wintermärchen

CAPUT XXI

Die Stadt, zur Hälfte abgebrannt,
Wird aufgebaut allmählich;
Wie 'n Pudel, der halb geschoren ist,
Sieht Hamburg aus, trübselig.

Gar manche Gassen fehlen mir,
Die ich nur ungern vermisse -
Wo ist das Haus, wo ich geküßt
Der Liebe erste Küsse?

Wo ist die Druckerei, wo ich
Die »Reisebilder« druckte?
Wo ist der Austerkeller, wo ich
Die ersten Austern schluckte?

Und der Dreckwall, wo ist der Dreckwall hin?
Ich kann ihn vergeblich suchen!
Wo ist der Pavillon, wo ich
Gegessen so manchen Kuchen?

Wo ist das Rathaus, worin der Senat
Und die Bürgerschaft gethronet?
Ein Raub der Flammen! Die Flamme hat
Das Heiligste nicht verschonet.

Die Leute seufzten noch vor Angst,
Und mit wehmüt’gem Gesichte
Erzählten sie mir vom großen Brand
Die schreckliche Geschichte:

»Es brannte an allen Ecken zugleich,
Man sah nur Rauch und Flammen!
Die Kirchentürme loderten auf
Und stürzten krachend zusammen.

Die alte Börse ist verbrannt,
Wo unsere Väter gewandelt,
Und miteinander jahrhundertelang
So redlich als möglich gehandelt.

Die Bank, die silberne Seele der Stadt,
Und die Bücher, wo eingeschrieben
Jedweden Mannes Banko-Wert,
Gottlob! sie sind uns geblieben!

Gottlob! man kollektierte für uns
Selbst bei den fernsten Nationen -
Ein gutes Geschäft - die Kollekte betrug
Wohl an die acht Millionen.

Aus allen Ländern floß das Geld
In unsre offnen Hände,
Auch Viktualien nahmen wir an,
Verschmähten keine Spende.

Man schickte uns Kleider und Betten genug,
Auch Brot und Fleisch und Suppen!
Der König von Preußen wollte sogar
Uns schicken seine Truppen.

Der materielle Schaden ward
Vergütet, das ließ sich schätzen -
Jedoch den Schrecken, unseren Schreck,
Den kann uns niemand ersetzen!«

Aufmunternd sprach ich: »Ihr lieben Leut’,
Ihr müßt nicht jammern und flennen;
Troja war eine bessere Stadt
Und mußte doch verbrennen.

Baut eure Häuser wieder auf
Und trocknet eure Pfützen,
Und schafft euch beßre Gesetze an
Und beßre Feuerspritzen.

Gießt nicht zuviel Cayenne-Piment
In eure Mockturtlesuppen,
Auch eure Karpfen sind euch nicht gesund,
Ihr kocht sie so fett mit den Schuppen.

Kalkuten schaden euch nicht viel,
Doch hütet euch vor der Tücke
Des Vogels, der sein Ei gelegt
In des Bürgermeisters Perücke. - -

Wer dieser fatale Vogel ist,
Ich brauch es euch nicht zu sagen -
Denk ich an ihn, so dreht sich herum
Das Essen in meinem Magen.«

Hi

Bitte keine Kriegsgeschichten – da habe ich Literatur. Wenn es
das gibt, darf es durchaus auch humorvoll oder sentimental
sein

Also wenn es humorvoll sein darf/soll, darf irgendwie Grisu nicht fehlen - auch wenn es vielleicht schwierig sein dürfte ihn in eine Festschrift zu verpacken :wink:

http://www.zeichentrickserien.de/grisu.htm

Gruß
Edith

Für eine Feuerwehr-Festschrift bin ich auf der Suche nach
Kurzgeschichten (Betonung liegt auf „kurz“, bzw. leicht
kürzbar) namhafter Autoren über die Feuerwehr, über Brände und
deren Bekämpfung etc.

Hallo, Jenny,
ich nehme an, an Ray Bradburys „Farenheit 451“ (in Auszügen) hast Du sicher schon gedacht.

Grüße
Eckard

hallo jenny,

viel namhaftes habe ich nicht gefunden. eher gar nichts.

aber vielleicht kannst du daraus was machen:
http://www.feuerwehr-gehren.de/geschichten00.htm
http://www.online-roman.de/schluesselerlebnis/schlue…
http://www.witzige-geschichten.de/2005/07/24/die-feu…
http://www.schreibart.de/forum-text,lyrik-gedichte-p…
http://www.kurzgeschichten-verlag.de/weihnachtsgesch…
http://www.kurzgeschichten.de/vb/archive/index.php?t…

-/

schöne grüße
ann

Zwischendank, aber bitte weitermachen! (mit Text)
Vielen Dank Euch!!! Und bitte weitermachen!!! …*lach*

Schon nach meinen Recherchen habe ich befürchtet, dass es gar nicht so leicht sein wird, was zu finden, aber mit Eurer Hilfe bin ich doch weitergekommen.

Petra: du hast mich erst auf die Idee gebracht, dass auch Gedichte möglich wären – mal sehen……

Edith: die Idee finde ich entzückend, umso mehr, als ich ein Interview mit einem 9-jährigen „Jüngstfeuerwehrmann“ mache – mal schaun, was die Auftraggeber dazu sagen.

Eckard: nein – ich hatte tatsächlich NICHT an Bradbury gedacht – vielen Dank – ich werde „Fahrenheit 451“ noch mal überprüfend lesen.

Ann: ich würde gerne den mit dem lieben Gott nehmen – ich mag die „gib mir a Chance“- Witze einfach sehr, ob das allerdings auch der katholische Kleingemeindenwitz ist……*g*
Die Adressen der Autorinnen finde ich vermutlich auf den Seiten irgendwo…zwegendem zopireit *g*

Ich hab noch das hier gefunden:
http://www.textlog.de/35985.html

Lieben Gruß aus Wien, jenny

Tatü Jenny,

Die Bimmelei

Ich hatte die Fenster geöffnet,
Es war dieser Tage zu heiß,
Da bimmelt es auf der Straße –
Das ist der Mann mit dem Eis.

Der Mann, der den Kehricht abfährt,
Der bimmelt, was er kann,
Von morgens früh bis abends,
Da bimmelt die Straßenbahn.

Die Molkereiwagen bimmeln,
Es bimmelt die Feuerwehr,
Radfahrer kommen bimmelnd
In hellen Haufen daher.

Dies Bimmeln, ach, dies Bimmeln,
Zu schön ist doch dieser Brauch –
Ich glaube, in meinem Kopfe,
Da bimmelt es nächstens auch.
[Löns: Fritz von der Leines Ausgewählte Lieder. DB Sonderband: Die digitale Bibliothek der deutschen Lyrik, S. 52418
(vgl. Löns-SW Bd. 1, S. 382)]

Tataa von der Nordseeküste

Pit

Hab auch noch was gefunden, liebe Jenny:

Petrus stand die Hand am Ohr
Wieder an dem Himmelstor;
Vielen war von dieser Welt
Lang bei ihm Quartier bestellt.
Da rief Cherubim:
„Hört Er! Ich befehle ihm, Leute von der Feuerwehr
Lasst Er ohne weit´res her.
Lasst sie ein ins Himmelreich,
wie sie ausseh´n ist mir gleich;
denn die Kerls, ich seh´s vorraus,
löschen sonst die Hölle aus.“
Ist Dir um die Hölle bang?
Guter Petrus: Gott sei Dank!
In den himmel kommt seither
Jeder von der Feuerwehr

Gefunden bei http://www.feuerwehr-inden.de/modules.php?name=Conte…

Gruß
Eckard

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Hallo Jenny,

einer DER Klassiker ist wohl Fontanes Ballade John Maynard :
http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=680&kapitel=22…

…und dann fand ich noch folgendes in den Sinngedichten von
Gotthold Ephraim Lessing (wer hätte das gedacht? :wink:

_50. Auf einen Brand zu **

Ein Hurenhaus geriet um Mitternacht in Brand.
Schnell sprang, zum Löschen oder Retten,
Ein Dutzend Mönche von den Betten.
Wo waren die? Sie waren - - bei der Hand.
Ein Hurenhaus geriet in Brand._

Viele Grüße
Diana

Kein Buch, aber für mich der Feuerwehrklassiker schlechthin:

http://www.amazon.de/Emil-Steinberger-Feuerabend/dp/…

Hallo Jenny,

da ist mir noch der schaurig-schöne „Feuerreiter“ von Mörike eingefallen, zu dem es eine ebenso schaurig-schöne Vertonung für Chor von Hugo Distler gibt. Als ich nach einem Link zum „Feuerreiter“ suchte, fand ich diese Seite: http://www.feuerwehrseelsorge.de/lieder.htm

  • ein wahrer Steinbruch, wo Du dir die Brocken nur auszusuchen brauchst.
    Dummerweise scheint es sich überwiegend um Word-Dateien zu handeln, die man nicht so einfach schnell mal überfliegen kann - ich zumindest nicht. Aber schau dir die Seite mal an!

Einen Brocken habe ich für alle mitgebracht:

Ein Gedicht - Eugen Roth

Ein Mensch, der an der Spritze steht,
bekämpft den Brand so gut es geht,
bis er zuletzt nur noch zur Not
entrinnt dem eignen Feuer-Tod.

Ein Unmensch, der am Stammtisch sitzt,
hätt´ weitaus tapferer gespritzt.
Er überzeugt nun, gar nicht schwer,
sogar den Menschen hinterher,
mit prahlerischen Redeflüssen,
dass er hätt besser spritzen müssen.

Und aus dem Menschen wird zuletzt
ein Feigling gar, der pflichtverletzt.
Und alle rühmen um die Wette,
wie gut gespritzt der Unmensch hätte.

Grüße
Pit

Servus,

ein Klassiker dazu ist die Reportage von E.E.Kisch über den Brand der Schittkauer Mühlen - bzw. was er später über das Entstehen der Reportage in „journalistischer Freiheit“ berichtet hat. Den Text find ich im Netz nicht, aber es könnt gut sein dass er bei Dir im Regal steht?

Schöne Grüße

MM

Dank

So, ihr lieben G’scheiten:smile:

jetzt hab ich alles mal so fürs erste grob durch - und ich muß sagen, mit eurer Hilfe (und dem Bisserl, was ich auch gefunden habe…*g*) ist ein ordentlicher Packen Text zusammengekommen. Dank euch von Herzen.

Diana: der Lessing hat bei uns natürlich schon die Runde gemacht - für meine Waldviertler Freunde ist das aber nur was am Stammtisch und nicht für die Festschrift…*lach*

Pit: hat ab sofort den Spitznamen „Fundgrube“:smile:)

Martin: mit dem Kisch gings es mir wie mit Eckards Fahrenheit - das Gute liegt so nah - und in dem Fall hattest du sogar Recht - nah im Regal…Dank fürs anstupsen.

Und zum Schluß noch an Petra: das Steinberger Video kenne ich und mag’s auch sehr, wenn du mir noch verrätst, wie ich das in eine Festschrift reinkrieg - dann bist oscarreif für special effects…*lach*…aber dank dir für die Idee:smile:)

Am Freitag ist erste Besprechung mit den Auftraggebern - aber ich denke, ich werde, dank euch, mit Bravour bestehen.

Lieben Gruß aus Wien, jenny