Feuerzeuggas

Hi

ich hab mir leztens eine neue Flasche Feuerzeuggas gekauft und mich dabei folgendes gefragt:

Im Flüssigen zustand habe ich in der Flasche 65ml Butan. Wieviel Volumen Butan hätte ich, wenn ich alles rauslassen würde?

Ich weiß, das bei Gasen p*V=konst. also Druck mal Volumen konstant ist. Aber wie sieht das mit verflüssigtem Gas aus? Ausßerdem weiß ich garnicht, wieviel Druck in soner Flasche ist.

attaxx

Hallo!

Flüssigkeiten sind näherungsweise inkompressibel bei Druckerhöhung. Auch Temperaturerhöhung ändert die Dichte wenig. Die Dichte von Butan (flüssig) ist etwa 0,6 g/cm^3 Bei 65 ml sind das 39 Gramm Butan.

Butan ist C4H10. Ein Molekül hat damit eine Masse von 58 g/mol. In den 39 Gramm sind also 39/58 mol Butan also 0,67 mol (ein mol bedeutet 6,0*10^23 Teilchen).

p*V=n*R*T (Ideales Gasgesetz)
V=[n*R*T]/p

Bei Raumtemperatur und Normaldruck gibt das etwa 16 Liter Butangas.

Viel Spass beim Feuermachen,
Stefan

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Im Flüssigen zustand habe ich in der Flasche 65ml Butan.
Wieviel Volumen Butan hätte ich, wenn ich alles rauslassen
würde?

Bei 15°C hat flüssiges Butan eine Dichte von 590 g/l [http://www.thermogas.de/eigensch.htm ]. Das heißt, Deine 65 ml wiegen 38,35 g. Da C4H10 eine Molmasse von 58,15 g/mol hat, befinden sich in der Flasche also 0,66 mol Butan.

Ich weiß, das bei Gasen p*V=konst. also Druck mal Volumen
konstant ist.

So ist es. Genauer gesagt gilt für ideale gase die Zustandsgleichung

p·V = n·R·T

Daraus folgt für das Volumen

V = n·R·T/p

Bei Normaldruck (p=101325Pa) und 15°C (T=288,15K) haben die 0,66 mol Butan-Gas also ein Volumen von

V = 0,0156 m³ = 15,6 Liter

Aber wie sieht das mit verflüssigtem Gas aus?

Da das verflüssigte Gas kein ideales Gas, sondern eine Flüssigkeit ist, kann man die Zustandsgleichung des idealen Gases da natürlich nicht verwenden. Statt dessen muß man die Dichte experimentell bestimmen oder in einem Tabellenwerk nachschlagen.

Ausßerdem weiß ich garnicht, wieviel Druck in soner Flasche
ist.

Da das Flüssiggas in sehr guter Näherung inkompressibel ist, kann man den Druck getrost vernachlässigen.

lol
Danke.

Ach, wo wir grad beim Feuer machen sind, fällt mir noch was ein:
Angenommen, jemand währe so verrückt so eine Flasche (Plastik) in ein Feuer zu werfen, wie viel Zeit hätte er, um wie weit zu laufen?

attaxx

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

ich habe keine Ahnung. Frag nen Sicherheitsingenieur. Außerdem wäre es wohl gefährlicher, wenn noch zusätzlich ein Oxidationsmittel dabei wäre.

Also Gas aus der Sprühdose für Sahne (oft N2O, Lachgas) und Butan zusammen komprimieren und dann ins Lagerfeuer werfen, dass wäre dann schon etwas verrückt. Aber deine Frage kann ich nicht beantworten.

VG, Stefan

Angenommen, jemand währe so verrückt so eine Flasche (Plastik)
in ein Feuer zu werfen, wie viel Zeit hätte er, um wie weit zu
laufen?

Das hängt vom Feuer ab.

Hi…

Ach, wo wir grad beim Feuer machen sind, fällt mir noch was
ein:
Angenommen, jemand währe so verrückt so eine Flasche (Plastik)
in ein Feuer zu werfen, wie viel Zeit hätte er, um wie weit zu
laufen?

Das hängt stark von der Temperatur des Feuers, der Wandstärke und dem Material der Flasche ab. Einem normalen Holzfeuer sollten diese Flaschen einige Sekunden standhalten (so 10 bis 30).
Wie schon richtig geschrieben ist der Effekt ohne entsprechende Sauerstoffzufuhr nicht sonderlich spektakulär. Ein hübscher Feuerball, nicht größer als ein Meter, kleine Stückchen Glut aus dem Feuer fliegen vielleicht ein paar Meter weit.
Verletzungsgefahr besteht hauptsächlich durch die Flasche selbst. Diese wird im Allgemeinen an der schächsten Stelle nachgeben, so daß dort das ganze Gas ausströmt. Nach dem Raketenprinzip wird die Flasche entgegengesetzt beschleunigt und könnte dadurch aus dem Feuer herausfliegen und einen Zuschauer treffen.

genumi

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Diese wird im Allgemeinen an der schächsten Stelle
nachgeben

und zwar an der Dichtung des Deckels

so daß dort das ganze Gas ausströmt

Das schafft es normalerweise nicht. Der entstehende Feuerstrahl heizt die Flasche so schnell auf, daß der Deckel komplett abspringt, bevor sie leer ist.

Nach dem
Raketenprinzip wird die Flasche entgegengesetzt beschleunigt
und könnte dadurch aus dem Feuer herausfliegen und einen
Zuschauer treffen.

Kanonenprinzip paßt wohl eher. Für einen Raketenantrieb ist der Rückstoß des Gasstrahls viel zu schwach. Sie fliegt erst durch die Gegend, wenn sie explodiert.