FH und UNI (nicht lesen wenn du genervt bist)

hallo!
ja, ich habe gesehn dass hier ueber dieses thema schon einige male diskutiert wurde. ebenfalls habe ich mit google einige andere threads und informationen gefunden und gelesen. nun schreibe ich die erkenntnisse nieder und hoffe auf einige korrektueren und hinweise.

ich studiere informatik im ersten semester an einer FH - hochschule fuer technik. der geplante abschluss ist das diplom.
vorher war ich fuer ein semester an weiner technischen universitaet eingeschrieben.

mein problem? zu dem komm ich noch. aber zuerstmal die FH-vorteile (bzgl. informatik) von denen ich gelesen habe und die ich erfahren(!) konnte:

  • praxisorientiertes lernen. ich glaube dass die meisten studenten an Fhs mehr spass und freude am lernen/leben haben als an der uni. bei mir jedenfalls ist es so
  • im schnitt kann man ca. 2 jahre frueher in den beruf einsteigen
  • zwei praxissemeser; eine wahrscheinlich willkommene abwechslung zu den akademischen semestern und dazu eine kleine geldquelle
  • bei fh-absolventen gibt es eine prozentual deutlich geringere arbeitslosigkeit
  • kürzere wege von gebaeude A zu gebaeude B; ja fuer manche leute ist das sehr wichtig
  • relativ kleine lerngruppen; an der uni waren es 1200 studenten in einem hoersaal der fuer 1000 leute ausgerichtet war, waehrend es an der fh einfach ein „doppeltes schulklassenzimmer“ ist mit 30-40 leuten; ist ein sehr angenehmes vorlesungsklima
  • der frauenanteil ist deutlich hoeher; dieses argument finden sicherlich einige leser laecherlich, aber ich merke dass es das zusammenleben in vorlesungen/uebungen/mensa ungemein auflocker; automatisch entstehen soziale kontakte und faehigkeiten zwischen den untersch. geschlechtern
    die nachteile?
  • man verdient schnittweise in den ersten berufsjahren etwas weniger als ein uniabsolvent (ein paar 100-euro pro monat)
  • im oeffentlichen dienst steht mal gehaltsmaessig deutlich schlechter da
  • gehalt und aufstiegschancen in konserativen unternehmen schlechter
  • deutlich schlechtere chancen auf dem arbeitsmarkt der forschung und entwicklung
  • ein diskrimminierender FH-zusatz im Dipl. Inform.-titel

was also mein problem ist? ich befuerchte nach dem absolvieren des studiums nicht als dipl. inform. sondern eher als fachinformatiker anerkannt zu werden.

also, wer etwas von diesem thema versteht und mich ohne zu beleidigen zurechtweisen und informieren kann, den bitte ich einen antwortbeitrag zu schreiben.

danke.

Hi,

  • ein diskrimminierender FH-zusatz im Dipl. Inform.-titel

Der ist nicht diskriminierend. FH ist nunmal was anderes als Uni.

was also mein problem ist? ich befuerchte nach dem absolvieren
des studiums nicht als dipl. inform. sondern eher als
fachinformatiker anerkannt zu werden.

Du wirst als Dipl.-Inf. (FH) anerkannt. Wenn Dir das zu wenig ist, musst Du wieder an ne Uni gehen. Ich verstehe Dein Problem nicht.

Gruß,

Malte.

Hi,

  • ein diskrimminierender FH-zusatz im Dipl. Inform.-titel

Der ist nicht diskriminierend. FH ist nunmal was anderes als
Uni.

ganz recht. es geht mir nur um das zwanghafte. waere der zusatz „fh“ eine option, waere es in ordnung. muessten die absolventen der uni den zusatz „tu“ oder „uni“ tragen, waere es in ordnung.

was also mein problem ist? ich befuerchte nach dem absolvieren
des studiums nicht als dipl. inform. sondern eher als
fachinformatiker anerkannt zu werden.

Du wirst als Dipl.-Inf. (FH) anerkannt. Wenn Dir das zu wenig
ist, musst Du wieder an ne Uni gehen. Ich verstehe Dein
Problem nicht.

ich befuerchte einfach dass der fh-abschluss von so vielen zu unrecht degradiert wird. sodass man schon denken koennte, dass ein fh-studium nicht mehr ist als eine ausbildung zum fachinformatiker. und die einzig wahren informatiker von der uni kommen.
dabei fass ich das ganze eher so auf:
info-fh-absolventen gehoeren in die wirtschaft.
info-uni-absolventen sind wissenschaftler und gehoeren z.b. an die uni.

wie siehst du das?

Hi,

  • ein diskrimminierender FH-zusatz im Dipl. Inform.-titel

Der ist nicht diskriminierend. FH ist nunmal was anderes als
Uni.

ganz recht. es geht mir nur um das zwanghafte. waere der
zusatz „fh“ eine option, waere es in ordnung. muessten die
absolventen der uni den zusatz „tu“ oder „uni“ tragen, waere
es in ordnung.

Nun, ob nun TU oder allgemeine Uni macht vom Prinzip her keinen Unterschied, so daß eine derartige Unterscheidung überflüssig ist. Und da historisch nunmal die Unis zuerst da waren, ist das „Dipl.-Inf. (Uni)“ halt implizit. Es gibt das btw. auch noch bei den Berufsakademie-Absolventen (aber mehr im kaufmännischen Bereich), die dann ein „Dipl.-Kfm. (BA)“ tragen.

was also mein problem ist? ich befuerchte nach dem absolvieren
des studiums nicht als dipl. inform. sondern eher als
fachinformatiker anerkannt zu werden.

Du wirst als Dipl.-Inf. (FH) anerkannt. Wenn Dir das zu wenig
ist, musst Du wieder an ne Uni gehen. Ich verstehe Dein
Problem nicht.

ich befuerchte einfach dass der fh-abschluss von so vielen zu
unrecht degradiert wird. sodass man schon denken koennte, dass
ein fh-studium nicht mehr ist als eine ausbildung zum
fachinformatiker. und die einzig wahren informatiker von der
uni kommen.

Nun, dann unterstelle ich mal, daß Du da eher einen Mangel an Selbstbewusstsein erlebst als einen Mangel an Anerkennung durch andere. Die Leute, die Dich in dieser Hinsicht bewerten, wissen idR sehr gut, wo die Unterschiede zwischen Fachinformatikern, FH- und Uni-Absolventen liegen.

dabei fass ich das ganze eher so auf:
info-fh-absolventen gehoeren in die wirtschaft.
info-uni-absolventen sind wissenschaftler und gehoeren z.b. an
die uni.

Das sehe ich etwas anders. Es ist zwar richtig, daß Universitäten idR wissenschaftlicher ausbilden und FHs praxisorientierter, trotzdem können Absolventen beider Hochschulformen durchaus richtig arbeiten :wink: Ich bin und werde kein Informatiker, aber mein Eindruck der drei von Dir genannten Ausbildungen ist zwar schon eine Hierarchie, aber eben nicht unbedingt in der Wertigkeit oder „Brauchbarkeit“, sondern im Abstraktionsniveau. Ich versuch das mal mit einem Beispiel aus dem Bereich Netzwerke zu veranschaulichen, weil ich da „zu Hause“ bin:

Der Uni-Informatiker macht das Grob-Design, schreibt Anforderungskataloge und Performanceanalysen.
Der FH-Informatiker macht daraufhin das Feindesign und die weitere Planung, wählt Komponenten-Typen aus und klärt Detailfragen.
Der Fachinformatiker (SI) bestellt und installiert die Komponenten und setzt die Konfigurationsanweisungen um.

Anmerkung: Das kann auch ganz anders aussehen. Letztlich, wenn Du erstmal im Job bist, interessiert kein Mensch für Deinen Titel. Da zählt, was Du kannst und tust. Besonders im Hinblick auf Anerkennung. Wo Du natürlich Recht hast, ist, daß die Einstiegsgehälter differieren und die Karrierechancen auch. Das hat imho was mit deutscher Mentalität und vielmehr noch als das mit Angebot und Nachfrage zu tun.

Gruß,

Malte.

Hallo!

mein problem? zu dem komm ich noch. aber zuerstmal die
FH-vorteile (bzgl. informatik) von denen ich gelesen habe und
die ich erfahren(!) konnte:

  • praxisorientiertes lernen. ich glaube dass die meisten
    studenten an Fhs mehr spass und freude am lernen/leben haben
    als an der uni. bei mir jedenfalls ist es so

Spaß am Studium und später auch an der Arbeit sind schon mal gute
Voraussetzungen für Leistung und Erfolg.

  • im schnitt kann man ca. 2 jahre frueher in den beruf
    einsteigen

Das sollte doch auch zu denken geben. Die Studenten an der UNI
mühen sich noch, wenn Du schon fertig bist.
Da sind also wohl schon Unterschiede im Neveau.

  • zwei praxissemeser; eine wahrscheinlich willkommene
    abwechslung zu den akademischen semestern und dazu eine kleine
    geldquelle

Praxis ist immer gut. Nicht zu ersetzen. Allerdings geht diese
Zeit ja auch von der Theorie ab, oder?

  • bei fh-absolventen gibt es eine prozentual deutlich
    geringere arbeitslosigkeit

Möglich? Gute Leute werden aber immer zuletzt entlassen und
finden allemal einen neuen Job (wenn auch evtl. zu schlechteren
Bedingungen).

  • kürzere wege von gebaeude A zu gebaeude B; ja fuer manche
    leute ist das sehr wichtig

Keine Ahnung? Ist sowas wirklich wichtig?

  • relativ kleine lerngruppen; an der uni waren es 1200
    studenten in einem hoersaal der fuer 1000 leute ausgerichtet
    war, waehrend es an der fh einfach ein „doppeltes
    schulklassenzimmer“ ist mit 30-40 leuten; ist ein sehr
    angenehmes vorlesungsklima

Ja, ist sicher angenehmer. Schlechtere Bedingungen an der UNI
mit höheren Anforderungen, das selektiert eben auch stärker.

  • der frauenanteil ist deutlich hoeher; dieses argument finden
    sicherlich einige leser laecherlich, aber ich merke dass es
    das zusammenleben in vorlesungen/uebungen/mensa ungemein
    auflockert; automatisch entstehen soziale kontakte und
    faehigkeiten zwischen den untersch. geschlechtern
    die nachteile?

Problem allg., Mädels scheinen weniger Trieb zur „harten“
Wissenschaft und Technik zu haben.

  • man verdient schnittweise in den ersten berufsjahren etwas
    weniger als ein uniabsolvent (ein paar 100-euro pro monat)

Naja, paar huntert € ist schon ganz schön, aber dafür daß Du
weniger Ausbildung bekommen hast und schon Geld verdienst,
wenn andere noch gut 2 Jahre auf der UNI sind, muß ja irgendwo
ein Ausgleich sein, oder?
Einstiegsgehälter können sich ja wohl nicht an den Referenzen
der vorherigen Arbeitgeber orientieren.
Wer aber auch als FH-Absolvent wirklich gut ist, kann auch
allemal aufsteigen und einen laschen UNI-Absolventen hinter sich
lassen.

  • im oeffentlichen dienst steht mal gehaltsmaessig deutlich
    schlechter da

Ist eben Bürokratie. Must ja nicht in den öffentlichen Dienst gehen.
Wrer wirklich gut ist, verdient eh mehr in der Wirtschaft.

  • gehalt und aufstiegschancen in konserativen unternehmen
    schlechter

Sollte auch eher von der Leistung abhängig sein.
Die haben möglicherweise auch sehr gute UNI-Absolventen und denen
bist Du mit dem FH-Diplom erstmal keine wirkliche Konkurenz.
Auf der UNI bekommt man eben noch bischen mehr mit auf’n Weg.

  • deutlich schlechtere chancen auf dem arbeitsmarkt der
    forschung und entwicklung

Gleiches Problem. Wer wissenschaftlich arbeiten will, muß gut
sein. -> Wer gut ist, schafft auch eine UNI-Ausbildung.
FH-Ausbildung ist auf Praxis orientiert. Z.B. die Mathematikaus-
bildung an UNI ist meist einen Zahn schärfer als an FH.

Aber, ich kann Dich beruhigen. Habe auch Kollegen in der Entw.
mit FH-Diplom, die stehen einem UNI-Absolventen in nichts nach.
Dafür habe ich auch schon einige UNI-Studenten/Absolventen
kennengelernt, die kannst’e in der Pfeife rauchen.

  • ein diskrimminierender FH-zusatz im Dipl. Inform.-titel

Niemand zwingt Dich den leichteren Weg zu gehen.
Aber wenn Du das FH-Diplom als Diskriminierung ansiehst,
dann studiere gefälligst an der UNI. Dann aber auch nicht
beschweren, wenn’s hart wird und länger dauert.

was also mein problem ist? ich befuerchte nach dem absolvieren
des studiums nicht als dipl. inform. sondern eher als
fachinformatiker anerkannt zu werden.

Anerkannt wirst Du nach kurzer Zeit für das was Du kannst und
leistest (ist zumeist so in der Wirtschaft so)!

also, wer etwas von diesem thema versteht und mich ohne zu
beleidigen zurechtweisen und informieren kann,

Hm, diese Bemerkung impliziert ja schon Deine eigenen Zweifel
an der Richtigkeit Deiner Überlegungen, oder?
Gehe mit mehr Selbstvertrauen und Spaß an die Sache und vergiss
den Titel erstmal.
Gruß Uwi

Hallo,

was also mein problem ist? ich befuerchte nach dem absolvieren
des studiums nicht als dipl. inform. sondern eher als
fachinformatiker anerkannt zu werden.

Seit ein paar Jahren kann man froh sein, wenn man in dieser Branche überhaupt einen festen Job bekommt. Was meinst Du wie viele Leute mit Universitätsdiplom und Doktortitel taxifahren müssen weil sie für offene Stellen in ihrer Branche überqualifiziert sind. Von daher solltest Du froh sein zumindestens als Fachinformatiker arbeiten zu können!

Den von Dir als diskriminierend bezeichneten Zusatz (FH) finde ich allerdings angebracht. Lächerlich finde ich dagegen das Gebaren einiger Profs sich als Universitäts-Professoren (als wären sie formal höher qualifziert) zu bezeichnen.

MfG
Stephan