An die Physiker (Elektrotechniker) unter uns:
Es stellt sich die Frage, warum in manchen Hausinstallation statt überall einen FI mit 0,03A einzusetzen, an einigen Schaltkreisen ein FI mit 0,3 bzw. 0,5A eingesetzt wird.
Bei einer ‚guten‘ Elektroinstallation dürfte dies (überall 0,03A-FI) eigentlich nicht zu Problemen führen. Einige Stimmen sagen aber, daß ein solch empfindlicher FI auslösen kann, wenn ‚schwere Maschinen‘ angeschlossen werden.
Aber warum? Ein FI-Schalter löst doch nur bei einer Stromdifferenz aus. Wie sollte also diese Stromdifferenz zustande kommen? Etwa auf Grund eines hohen Anlaufstromes oder der Zeitverzögerung, Phasenverschiebung?
Danke und Gruß
Ulrich
An die Physiker (Elektrotechniker) unter uns:
Es stellt sich die Frage, warum in manchen Hausinstallation
statt überall einen FI mit 0,03A einzusetzen, an einigen
Schaltkreisen ein FI mit 0,3 bzw. 0,5A eingesetzt wird.
Bei einer ‚guten‘ Elektroinstallation dürfte dies (überall
0,03A-FI) eigentlich nicht zu Problemen führen. Einige Stimmen
sagen aber, daß ein solch empfindlicher FI auslösen kann, wenn
‚schwere Maschinen‘ angeschlossen werden.
Aber warum? Ein FI-Schalter löst doch nur bei einer
Stromdifferenz aus. Wie sollte also diese Stromdifferenz
zustande kommen? Etwa auf Grund eines hohen Anlaufstromes
oder der Zeitverzögerung, Phasenverschiebung?
Ich würde sagen, daß es 4 Gründe gibt. Zwei hast Du ja schon im Elektronik-Brett gelesen, nähmlich Fehlerströme durch Entstörfilter und Feuchtigkeit, die natürlich umso größer sind, je größer die Anlage ist. Die anderen Gründe liegen im Schalter selbst, bzw. in seiner Funktionsweise. Beim FI-Schalter gehen Hin- und Rückleiter durch je eine Spule, auf dem gleichen Eisenkern. Beim Differenzstrom null kompensieren sich die Magnetfelder. Für einen hohen Laststrom benötigt man dicke Spuledrähte. Für einen niedrigen Auslösestrom benötigt man eine hohe Windungszahl auf der Spule, damit das Magnetfeld auch schon bei kleinen Werten groß genug ist, um den Auslöser zu betätigen. Ein niedriger Auslösestrom bei hoher Nennlast ist also mit einfachen Mitteln auf kleinem Raum kaum realisierbar.
Dazu kommt noch, daß die Magnetfeldkompensation nie 100%-ig genau funktioniert. Es entstehen immer Streufelder, die einen sehr empfindlichen FI-Schalter auch dann auslösen können, wenn der Laststrom sehr hoch ist, obwohl kein Differenzstrom fließt. Das kann dann z.B. beim Einschalten von Maschinen passieren.
Jörg
Hallo,
das ist mir jetzt nicht ganz klar.
Die FI- Schalter sind doch für bestimmte Nennströme ausgelegt.
Der Nennstrom steht doch auf dem FI und damit muß er auch sicher betrieben werden können.
Und was ist mit den Kurzschlußströmen, die ergeben auch in der Summe 0 und ein FI löst nicht aus.
Erläutere diesen Part doch bitte noch einmal.
Hallo,
das ist mir jetzt nicht ganz klar.
Die FI- Schalter sind doch für bestimmte Nennströme ausgelegt.
Der Nennstrom steht doch auf dem FI und damit muß er auch
sicher betrieben werden können.
Das ist schon klar, aber der technische Aufwand und der Preis des Schalters steigt, wenn man einen kleinen Auslösestrom mit einem hohen Nennstrom verbinden will.
Und was ist mit den Kurzschlußströmen, die ergeben auch in der
Summe 0 und ein FI löst nicht aus.
Im Normalfall ja. Bei einem sehr großen Verhältnis von Nenn- und Auslösestrom wäre das aber nicht mehr so einfach sicherzustellen.
Jörg
Hallo
das ist mir jetzt nicht ganz klar.
Die FI- Schalter sind doch für bestimmte Nennströme ausgelegt.
Der Nennstrom steht doch auf dem FI und damit muß er auch
sicher betrieben werden können.
Und was ist mit den Kurzschlußströmen, die ergeben auch in der
Summe 0 und ein FI löst nicht aus.
Erläutere diesen Part doch bitte noch einmal.
Wie oben schon erwähnt besteht der Sensor, im einfachsten Fall, aus einem mit der Sensor-Wicklung versehenen Ringkern durch welchen der Hin- und der Rück-Leiter gesteckt werden. Hierbei ergeben sich folgende Fehlerquellen:
- Der Rinkern ist nicht absolut Symetrisch. (Jedes Bauteil kann nur mit einer endlichen Präzision hergestellt werden).
- Die Sensor-Wicklung ist nicht gleichmässig (Ist technisch auch nicht 100%-ig machbar, z.B. muss die Wicklung ja einen Anfan und ein Ende Haben welche herausgeführt werden.)
- Der Hin- und der Rück-Leiter müssen absulut Symetrisch durch den Ringkern geführt werden.
Wenn diese Fehler zusammen nur 0.01% ausmachen wird dein 0.03A FI bei einem Gesammt-Strom von 300A schon auslösen.
MfG Peter(TOO)