FI-Schalter

Hallo Elektronik-Profis,

ich habe ein kleines Problem. Ich will aber nicht abzulange ausholen:
Ich habe vor kurzem von meinem Vater ein Haus geerbt. Es gibt einige Streitigkeiten mit dem Mieter.

Ich war letztens mit einem Elektriker beim Miter und dieser hat den Sicherungskasten und dergleichen begutachtet. Die Mieter behaupten, dass der FI-Schalter überbrückt worden ist.
(bitte fragt nicht wieso, weshalb und warum, kann ich nicht beantworten, da ich von dem Problem seit 3 Wochen weiss, aber wenn es so ist, dann besteht das Problem schon seit mind. 7 Jahren und bisher hat es niemand gestört)

Das Haus ist ca. 30 Jahre alt, vor 7-8 Jahren wurde das Dachgeschoss ausgebaut. Anscheinend muss seit dieser Zeit ein kleines Problem mit der Elektrik auftauchen, wenn der Mieter Haushaltsgeräte einsteckt, die irgendwas mit Wasser zu tun hat. Der Elektriker meint, dass dies sein kann, da das Haus schon 30Jahre alt ist und die Leitung nur so in der Wand verlegt sind, ohne grossartige Isolierung.

Um das problem zu beheben muss der Elektriker nun alle Steckdosen testen und schauen wo welche Leitung hingeht…

  1. Was bewirket eine Überbrückung des FI-Schalters?
  2. Was für Auswirkungen kann dies haben?
  3. Kann ich daruafhin angezeigt werden? (Die Frage hab ich im entsprechenden Board auch gepostet)
  4. Was kostet ein Elektriker in der Stunde? 60 - 80 Euro?

Ich danke euch schon im voraus
Markus

Hallo,
kurz zur Funktion eines FI.

Durch diesen FI fließen alle Ströme der angeschlossenen Stromkreise.
Dabei kontolliert der FI-Schutzschalter , ob viel Strom über die
Phasen reinfließen, wie über den Nulleiter wieder rauskommt.
Wenn alles ok. ist, dann ist die Differenz klein (wenige mA).
Wenn aber irgendwo Isolationsfehler sind, so daß Leckströme
gegen Schutzleiter (PE) bzw Erde abfließen können, dann wird
dieser Strom zwar über eine Phase reinfließen aber nicht mehr
über den Nulleiter rauskommen.
Bei mehr als dem Grenzwert (z.B. 30mA) löst der FI aus und
unterbricht die Stromzufuhr.

Der Fehlerfall kann z.B. dadurch entstehen, daß eine Isolation
defekt ist und Du zufällig an diese Stelle anfasst. Dann fließt
der Strom über Deinen Körper gegen Erde ab, was nicht sehr
angenehm für Dich sein wird.
Auch wenn Dir der Fön beim Baden zufällig ins Wasser fällt,
soll der FI als Lebensretter auftreten (soll man trotzdem nicht
riskieren).

Um das problem zu beheben muss der Elektriker nun alle
Steckdosen testen und schauen wo welche Leitung hingeht…

Er muß eigentlich die ganze Installation systematisch auf
Fehlströme hin absuchen nicht nur Steckdosen.

  1. Was bewirket eine Überbrückung des FI-Schalters?

Oben beschriebene Schutzfunktion ist außer Kraft gesetzt.

  1. Was für Auswirkungen kann dies haben?

Keine funktionelle Einschränkung der Hausinstallation, aber
auch keine Sicherheit bei Fehlströmen.

  1. Kann ich daruafhin angezeigt werden? (Die Frage hab ich im
    entsprechenden Board auch gepostet)

Sicher nicht, solange nix passiert. Wenn allerdings was passiert,
dann wird der Staatsanwalt zuerst wissen wollen, wer da rumgemacht hat
und außerdem ist der Eigentümer/Besitzer für den ordnungsgemäßen
Zustand der Anlage verantwortlich. Ein FI ist regelmäßig (monatlich)
durch auslösen zu prüfen. Das sollte auf dem Teil sogar draufstehen.

  1. Was kostet ein Elektriker in der Stunde? 60 - 80 Euro?

Ich würde das als recht hoch ansehen. Ein Handwerker sollte auch
schon für 35…40€ zu haben sein. Angebote einholen und nicht nur
auf Zeit abrechnen lassen(wenn der dann schön langsam macht, kostet
es am Ende noch mehr). wenn der Elektriker aber sagt, daß er das
in max. 1…2h hinkriegt, dann sollten auch 60€ ok sein.
Gruß Uwi

Hallo Uwi,

vielen Dank für Deine rasche Antwort. Nun weiss ich ein wenig mehr über die Funktion des FI-Schalters.

Wenn mehrer Haushaltsgeräte mit Wasser (Kaffekocher, Bügeleisen, Schnellkochtopf, keine Ahnung was es noch alles gibt) angeschlossen werden, fällt die Sicherung raus. Dann kann man doch darauf schliessen, dass der FI-Schalter eingebaut ist, auch wirksam ist. Das einzigste was sein, kann ist, dass die Grenzwerte in der Summe (weil ja meist mehrere geräte angeschlossen sind, wenn es passiert) zu gross ist und die 30 übersteigt? Oder kann es dennoch sein, dass der FI-Schaletr überbückt ist?

Der Elektriker wird alles genau untersuchen, denn wir wollen ja dass der Schaden behoben wird…

Markus

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

bei deinem geschilderten Problem kann es sich um einen Isolationfehler oder um ein vertauschen des Schutzleiter mit dem Neutralleiter handeln.

Sollte es sich um ein vertauschen von Schutz- und Neutralleiter handeln, so ist es unter Umständen eine zeitaufwendige Fehlersuche.
Kommt auf die Ausführung der Elektroinstallation an.

Zum FI-Schutzschalter möchte ich noch sagen, dass der Schutzschalter mit einem Differenzstromwandler ausgestattet ist und beim überschreiteten des Schwellwert auslöst. Der Schwellwert ist in der Regel geringer als der angegebene Fehlernennstrom. In einer ordnungs- und fachgerechten Elektroinstallation ist dieser Sachverhalt ohne Auswirkung auf die Anlage.

Zur Prüftaste noch ein Hinweis. Die Taste dient zur Überprüfung des FI-Schutzschalter auf ordnungsgemäße Funktion, z.B. mechanische Funktion. Sie dient nicht der Überprüfung der Schutzmaßnahme einer Elektroinstallation. Dies ist nur möglich mit einem Meßgerät zum Nachweis der Schutzmaßnahme nach VDE.

Gruß Peter

Hallo!

Wenn mehrer Haushaltsgeräte mit Wasser (Kaffekocher,
Bügeleisen, Schnellkochtopf, keine Ahnung was es noch alles
gibt) angeschlossen werden, fällt die Sicherung raus. Dann
kann man doch darauf schliessen, dass der FI-Schalter
eingebaut ist, auch wirksam ist. Das einzigste was sein, kann
ist, dass die Grenzwerte in der Summe (weil ja meist mehrere
geräte angeschlossen sind, wenn es passiert) zu gross ist und
die 30 übersteigt? Oder kann es dennoch sein, dass der
FI-Schaletr überbückt ist?

Grundsätzlich muss man unterscheiden zwischen „Sicherung“ und „FI-Schutzschalter“

Das sind zwei unterschiedliche Dinge in deinem Stromkasten, die ebenso unterschiedliche Aufgaben haben.
Der FI-Schutzschalter ist dazu da, um den Menschen zu retten. Bestes Beispiel ist der Fön (siehe Post von Uwi)

Die Sicherung jedoch ist dafür da, um dein Gerät und die Leitung im Haus vor Zerstörung zu schützen. Hat also nix mim Menschen zu tun.
Die „fliegt“ nur raus wenn ein Gerät defekt ist (Kurzschluss o.ä.) oder zuviel Strom „gezogen“ wird (was auf zuviel angesteckte Lasten(=Geräte) zurückzuführen ist.

Zähl mal auf was du so in der Wohnung angeteckt und gleichzeitig im Betrieb hast…

Kann es vielleicht sein, dass ein Gerät kaputt ist?
Um das rauszufinden, solltest du alle von der steckdose abstecken und der Reihe nach wieder anstecken. Bei dem wo dann die Sicherung fliegt könnte was faul sein…muss aber nicht :wink:

Der Elektriker wird alles genau untersuchen, denn wir wollen
ja dass der Schaden behoben wird…

Das ist immer gut.
Viel Glück!
Mfg
Roman

übrigens…
… der FI müßte rausfliegen bei einem Fehlerstrom gegen den Schutzleiter, sogar bei ausgeschalteter Sicherung. So mal als Testfunktion.

Gruß
André

hallo roman,

ich kann dir leider keine haushaltsgegenstände sagen, da sich dieses Problem in meinm Miethaus befindet. Der Mieter klagt, dass ständig ein elektrisches Problem ist. Egal was er anschliesst, ob neu oder alte Gegenstände, es fliegt meist die Sicherung oder so raus.

Aber kann dieses probel mit ner Überbrückung des FI-Schlaters zusammenhängen?

Markus

Hallo trulli!

ich kann dir leider keine haushaltsgegenstände sagen, da sich
dieses Problem in meinm Miethaus befindet. Der Mieter klagt,
dass ständig ein elektrisches Problem ist. Egal was er
anschliesst, ob neu oder alte Gegenstände, es fliegt meist die
Sicherung oder so raus.

Naja wenn es stimmt dass er immer unterschiedliche Geräte anschließt (neue und alte) und die Sicherung trotzdem „fliegt“, dann würd ich mal ein kaputtes Gerät ausschließen.

Aber kann dieses probel mit ner Überbrückung des FI-Schlaters
zusammenhängen?

Nein kann es eigentlich nicht.
Aber bei einem Stromkasten wo der FI überbrückt ist, würde es mich nicht wundern wenn teilweise fehlerhafte Sicherungen oder einfach „falsche“ eingebaut sind. Vielleicht ist sie zu schwach?

Kannst du mal in Erfahrung bringen was dein Mieter alles gleichzeitig betreibt, wenn die Sicherung fliegt?

Mfg Roman

Moin!

Das Haus ist ca. 30 Jahre alt, vor 7-8 Jahren wurde das
Dachgeschoss ausgebaut. Anscheinend muss seit dieser Zeit ein
kleines Problem mit der Elektrik auftauchen, wenn der Mieter
Haushaltsgeräte einsteckt, die irgendwas mit Wasser zu tun
hat. Der Elektriker meint, dass dies sein kann, da das Haus
schon 30Jahre alt ist und die Leitung nur so in der Wand
verlegt sind, ohne grossartige Isolierung.

Die Funktionsweise eines FI-Schutzschalters kennst Du inzwischen: Was an Strom über die Phase zum Verbraucher fließt, muß auch über den Nulleiter wieder zurückkommen. Ist das nicht der Fall, löst der FI aus. Gängig sind FI’s, die das aber einer Differenz von 30mA tun.

Klassische Nullung wurde früher häufig verwendet. Dabei wurde eine Brücke vom Nullkontakt auf den Schutzkontakt einer SchuKo-Steckdose gelegt. Geräte, die den Schutzkontakt nutzen, haben oft eine Verbindung von diesem zu ihrem Gehäuse. Bei Geräten mit einem Wasseranschluß ist der Schutzkontakt oft auch mit dem Wasseranschluß verbunden. Die Wasserleitung selbst ist häufig irgendwo (Potentialausgleichschiene) mit dem Nulleiter verbunden. Der Potentialausgleich findet aber vor dem FI statt.

Schalte ich nun ein solches Gerät ein, dann fließt der Strom über die Phase zum Gerät. Der zurückfließende Strom teilt sich auf: Ein Teil fließt über den Nulleiter, ein anderer Teil über die Wasserleitung und den Potentialausgleich am FI vorbei. Der FI löst aus.

Wird irgendwo der Nulleiter mit dem Schutzleiter verbunden, tritt dasselbe Problem auf - klar, im Prinzip ist die Wirkung ja dieselbe.

Um zu messen, ob das die Ursache ist, bleibt das betreffende Gerät in der Steckdose eingesteckt und der FI wird ausgelöst (in Deinem Fall zusaätzlich die Brücken entfernen), dann wird geprüft, ob hinter dem FI Durchgang zwischen Null- und Schutzleiter besteht. Die Messung selbst ist ein Klacks und innerhalb von max. 10 Minuten erledigt.

Wenn das die Ursache ist, ist fachgerechte Abhilfe aufwändig: Der Grund, klassische Nullung zu verwenden ist nämlich, daß ein Kabel dabei nur zwei Adern haben muß - die Phase und den Nulleiter. Klassische Nullung ist sicher, solange keine schlechte Klemme oder gar eine Unterbrechung des Nulleiters entsteht. Deshalb wird heutzutage immer ein dreiadriges Kabel (Nulleiter, Schutzleiter, Phase) verlegt. Wenn Du ein neues Kabel vom Sicherungskasten legen mußt, wird die Sache eben aufwändig und teuer.

Abhilfe schaffen ließe sich auch, indem der Stromkreis mit klassischer Nullung, an dem das Gerät mit Verbindung zur Wasserleitung hängt, nicht über den FI geführt wird, aber das wahre ist das nicht. Pfusch wird’s, wenn die Brücke zwischen Null- und Schutzkontakt in der Steckdose entfernt wird - dann gibt’s nämlich gar keine Schutzfunktion mehr.

Eine preisgünstigere Alternative zum neuen Kabel ist eine Rohrschelle (z.B. am Heizungs- oder Wasserrohr), von der aus ein Schutzleiter (eine Ader) zu den Dosen gelegt wird. Muß meßtechnisch aber in Ordnung sein und die Putzschlitzerei wird Dir wohl nicht erspart bleiben.

Munter bleiben… TRICHTEX

bei neuinstallationen
muss im nassbereich ein FI rein. Ich würde dir dringend raten, alles von einem Elektriker machen zu lassen. Es ist Stand der Technik und die Sicherheit Deiner Mieter sollte Dir am Herzen liegen, denn sie zahlen dann keine Miete mehr wenn sie tot sind.
Du wirst hoffentlich KEINEN Elektriker finden, der Dir den schlamassel ohne FI flickt.