Moin!
Das Haus ist ca. 30 Jahre alt, vor 7-8 Jahren wurde das
Dachgeschoss ausgebaut. Anscheinend muss seit dieser Zeit ein
kleines Problem mit der Elektrik auftauchen, wenn der Mieter
Haushaltsgeräte einsteckt, die irgendwas mit Wasser zu tun
hat. Der Elektriker meint, dass dies sein kann, da das Haus
schon 30Jahre alt ist und die Leitung nur so in der Wand
verlegt sind, ohne grossartige Isolierung.
Die Funktionsweise eines FI-Schutzschalters kennst Du inzwischen: Was an Strom über die Phase zum Verbraucher fließt, muß auch über den Nulleiter wieder zurückkommen. Ist das nicht der Fall, löst der FI aus. Gängig sind FI’s, die das aber einer Differenz von 30mA tun.
Klassische Nullung wurde früher häufig verwendet. Dabei wurde eine Brücke vom Nullkontakt auf den Schutzkontakt einer SchuKo-Steckdose gelegt. Geräte, die den Schutzkontakt nutzen, haben oft eine Verbindung von diesem zu ihrem Gehäuse. Bei Geräten mit einem Wasseranschluß ist der Schutzkontakt oft auch mit dem Wasseranschluß verbunden. Die Wasserleitung selbst ist häufig irgendwo (Potentialausgleichschiene) mit dem Nulleiter verbunden. Der Potentialausgleich findet aber vor dem FI statt.
Schalte ich nun ein solches Gerät ein, dann fließt der Strom über die Phase zum Gerät. Der zurückfließende Strom teilt sich auf: Ein Teil fließt über den Nulleiter, ein anderer Teil über die Wasserleitung und den Potentialausgleich am FI vorbei. Der FI löst aus.
Wird irgendwo der Nulleiter mit dem Schutzleiter verbunden, tritt dasselbe Problem auf - klar, im Prinzip ist die Wirkung ja dieselbe.
Um zu messen, ob das die Ursache ist, bleibt das betreffende Gerät in der Steckdose eingesteckt und der FI wird ausgelöst (in Deinem Fall zusaätzlich die Brücken entfernen), dann wird geprüft, ob hinter dem FI Durchgang zwischen Null- und Schutzleiter besteht. Die Messung selbst ist ein Klacks und innerhalb von max. 10 Minuten erledigt.
Wenn das die Ursache ist, ist fachgerechte Abhilfe aufwändig: Der Grund, klassische Nullung zu verwenden ist nämlich, daß ein Kabel dabei nur zwei Adern haben muß - die Phase und den Nulleiter. Klassische Nullung ist sicher, solange keine schlechte Klemme oder gar eine Unterbrechung des Nulleiters entsteht. Deshalb wird heutzutage immer ein dreiadriges Kabel (Nulleiter, Schutzleiter, Phase) verlegt. Wenn Du ein neues Kabel vom Sicherungskasten legen mußt, wird die Sache eben aufwändig und teuer.
Abhilfe schaffen ließe sich auch, indem der Stromkreis mit klassischer Nullung, an dem das Gerät mit Verbindung zur Wasserleitung hängt, nicht über den FI geführt wird, aber das wahre ist das nicht. Pfusch wird’s, wenn die Brücke zwischen Null- und Schutzkontakt in der Steckdose entfernt wird - dann gibt’s nämlich gar keine Schutzfunktion mehr.
Eine preisgünstigere Alternative zum neuen Kabel ist eine Rohrschelle (z.B. am Heizungs- oder Wasserrohr), von der aus ein Schutzleiter (eine Ader) zu den Dosen gelegt wird. Muß meßtechnisch aber in Ordnung sein und die Putzschlitzerei wird Dir wohl nicht erspart bleiben.
Munter bleiben… TRICHTEX