Fieber senken (bei Kindern, im Krankenhaus)

Hallo,

mein Kleiner liegt mit dicken Lymphen im Krankenhaus. Er bekommt 3xAntibiotika intravenös, sonst passiert nicht, ihm geht es gut.

Was mich stutzig macht: Fieber ab 38.5 wird konsequent gesenkt, bei allen in seinem Alter (3) z.B wegen Gefahr von Fieberkrampf = ähnlich epileptischer Anfall = Gehirnzellensterben = Zu vermeiden. In Wikipedia werden die positiven Fiebereigenschaften in den Vordergrund gerückt.

Ist allgemeine Fiebersenkung ab X medizinisch (wissenschaftlich) indiziert oder dient sie eher dem reibungslosen (ärztlichen) Klinikablauf? In unserem Fall geht es auch nicht um Linderung, da er nicht schwitzt, schüttelt, leidet oder sonstwas. Im Gegenteil, er wird im Zweifel nachts geweckt um Fiebersaft zu trinken.

Ist es ggf. angebracht, das Senken zu unterbinden? Es gibt keinerlei Auffälligkeiten oder Vorerkrankungen oder Prädispositionen etc. bei ihm.

Gruß
wilbert

Hallo,

die aufgeführten Aussagen zum Fieber und Fieberkrampft stimmen leider nicht.
Es gibt keine Studie, die zeigt, dass Fiebersenkung das Auftreten von Fieberkrämpfen reduziert. Auch ist ein Fieberkrampf ein recht gutartiges Geschehen. Wenn es sich um einen unkomplizierten Fieberkrampf handelt sind keine nachteiligen Effekte auf das Gehirn zu erwarten.

Fieber muss nicht zwingend gesenkt werden, ich würde es aber dann empfehlen, wenn der Allgemeinzustand des Kindes unter dem Fieber leidet. Fieber bringt meist auch eine erhöhte Herz- und Atemfrequenz mit. Viele Kinder sind im Fieber einfach schlapp… und fühlen sich einfach wohler, sind aufgeweckter, wenn das Fieber gesunken ist. Durch eine regelmässige Gabe von fiebersenkenden Medikamenten erreicht man manchmal das Vermeiden von Fieberpitzen. Gerade dieses Rauf und Runter ist für den Körper häufig anstrengender als mal für 48 Stunden konsequent einen gewissen Spiegel aufzubauen und somit Fieberspitzen und Temperaturtäler zu vermeiden.

Desweiteren kann ich mir vorstellen, dass es auch um den schmerzlindernden Effekt der meisten fiebersenkenden Medikamente geht. Eine Lymphadenitis (entzündete Lymphknoten) sind häufig sehr schmerzhaft. Manche fiebersenkende Medikamente haben auch einen leichten entzündungshemmenden Effekt. Auch das rechtfertigt eine regelmässige Gabe.

Angebracht wäre es, das offene Gespräch mit dem betreuenden Arzt zu suchen und sich die Situation erklären zu lassen. Dann kann man noch immer entscheiden, ob man das Vorgehen als Eltern unterstützt oder sich anders wünscht.

Viele Grüsse,
(B)Engel

Zusatzfrage
Hallo blutender Engel,

spielt nicht auch ein gewisser weitestgehender Haftungsausschluss eine Rolle? Ich frage das ganz wertfrei. Denn es wäre doch durchaus verständlich, wenn die Klinik einen von den meisten Eltern so immens gefürchteten Fieberkrampf weitestgehend zu verhindern trachteten, ich will nicht wissen, was los ist, wenn der behandelnde Arzt sich gegen die Verabreichung von Fiebersenkungsmitteln entscheidet, weil übertrieben und dann krampft das Kind eben doch.

Besten Gruß

Annie

Hallo Annie,

nein, weil hierfür ja wie oben beschrieben auch die wissenschaftliche Grundlage fehlt, welches Fehlverhalten möchte man somit aus Beurteilungsgrundlage heranziehen?

Ein Kind kann im typischen Alter von 6 Monaten bis 6 Jahren durchaus einen Fieberkrampf erleiden. Wie gesagt, ein typischer, einfacher Fieberkrampf ist nicht mit gesundheitlichen Folgen assoziiert. Auch lässt sich ein Fieberkrampf durch Fiebersenkung nicht verhindern.

Ich persönlich bespreche das mit Eltern ganz offen, wenn mir diese Sorge vorgetragen wird.

Liebe Grüsse
(B)Engel

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Auch lässt sich ein
Fieberkrampf durch Fiebersenkung nicht verhindern.

Hallo,

ehrlich nicht?
Mein Sohn ist ein ebenso intensiver Fieberer wie sein Vater als Kind.
Er hat selten Fieber, aber wenn dann immer gleich richtig hoch ( 40+) und dann dazu Halluzinationen und eben auch schon mal einen Fieberkrampf.

Den bekommt aber aber hauptsächlich in der Nacht, wenn er richtig hoch fiebert und ich halt erst wieder in ner Stunde messe. Es also unbemerkt bleibt.
Hat also die Höhe des Fiebers gar nichts mit dem Fieberkrampf zu tun?

Ich dachte, dass passiert nur, wenn die Kinder richtg auffiebern. :smile:

Gruß Jenny

Ich persönlich bespreche das mit Eltern ganz offen, wenn mir
diese Sorge vorgetragen wird.

Da erschrickt man ja auch erstmal sehr hefitg.
Das erste mal sind wir auch direkt ins Kh. Mittlerweile kennt man den Sohnemann und es ist mit dem Kinderarzt ausführlich besprochen.

Gruß Jenny

Liebe Grüsse
(B)Engel

Alle haben Angst dass das Kind zu hoch fiebert und dann krampft, ich glaube mal gelernt zu haben, dass die Kinder hauptsächlich fiebern wenn (zu schnell) gesenkt wird?

Klär uns auf :wink:

Hallo (B)Engel,

vielen Dank für Deine Antwort. Ich halte Fieber auch nicht für eine evolutionäre Sackgasse. Mich wundert nur das eindeutige Statemant bei Dir und Wikipedia (Senken vermeidet keine Fieberkrämpfe) und die weit verbreitete (und in diesem Krankenhaus ärztlich angeordnete) Praxis des Senkens.

Zumal hier wirklich klar war, dass unser Sohn nicht leidet. Trotzdem wollten Schwestern und Ärzte zum Wohl des Kindes senken.

Zum ersten Mal habe ich mir gewünscht er bekäme Homöopathische Mittel. Nicht zu seinem oder mein Wohl, sondern zum Wohl des (wirlich netten und herzlichen) Personals :smile:

Ich habe mir nun (solange ich bei Ihm bin) Senkungen verbeten. Vielen Dank noch einmal.

gruß
wilbert

Hallo,

nein… ehrlich nicht.

Die Fieberhöhe hat mit der Wahrscheinlichkeit eines Fieberkrampfes nichts zu tun. Es gibt keinen Grund zur Fieberpanik, in die manche Eltern nach einem Fieberkrampf verfallen.

Fieberkrämpfe haben auch eine gewissen Veranlagung… treten z.B. auch familiär gehäuft auf.

Das die Fieberkrämpfe meist im Fieberanstieg passieren, ist bekannt. Häufig sind sie auch erstes Zeichen des Fiebers. Aber es gibt keine Temperaturgrenze, ab der der Fieberkrampf wahrscheinlicher wird.

Das ein Fieberkrampf sehr erschreckend aussieht und in vielen Eltern eine Angst auslöst, ihr Kind könnte in dem Moment sterben, ist absolut verständlich für jeden, der schon einmal ein krampfendes Kind oder einen krampfenden Erwachsenen gesehen hat. Umso wichtiger ist, das offen zu besprechen. Den Eltern auch eine Sicherheit zu vermitteln und ihnen die ersten Massnahmen vor Ort zu erklären. Nichts macht mehr Angst als Unwissenheit.

Liebe Grüsse,
(B)Engel

Hallo,

die Wahrscheinlichkeit ist im Fieberanstieg höher.

Aber ein ständiges Auf und Ab ist für den Körper anstrengender, als durch kontinuierliche Gabe Fieberspitzen und Temperaturtäler zu vermeiden.

Viele Grüsse,
(B)Engel

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