Hallo!
Ich würde einmal folgenden Versuch wagen:
Eine der maßgeblichen Instanzen unseres „Bewusstseins“ ist der Komplex des Arbeitsgedächtnisses, welche Informationen durch elektrische Impulse aufrecht erhält.
Das Arbeitsgedächtnis leitet u.a. Informationen an das Langzeitgedächtnis weiter, die dort dauerhaft biochemisch gespeichert werden. Auch Gefühlszustände werden hier gespeichert. Dieser Speicher ist unsagbar groß, und die meisten relevanten Informationen sind permanent verfügbar.
Es ist besonders wichtig, dass speziellen Ereignissen spezielle Emotionen zugeordnet sind, da dies für das „Überleben“ relevant ist.
Man vermutet, dass der Traum als solcher u.a. auch dazu dient, diese Informationen zu ordnen. Dies macht Sinn, da die Verarbeitung von Informationen über das Arbeitsgedächtnis abläuft, und dessen Kapazität äußerst gering ist im Gegensatz zu dem Langzeitgedächtnis.
Da das Arbeitsgedächtnis tagsüber von Sinneseindrücken überflutet wird, ist eine nächtliche Überarbeitung bei freier Kapazität wünschenswert.
Meistens bezieht sich die Verarbeitung primär an das Tagesgeschehen, da die aktuellen Emotionen präsent sind. Es ist vorstellbar, dass spezielle Emotionale Inhalte auch mit den Inhalten von bereits erlebten Ereignissen einhergehen und hier verknüpfungen entstehen. Deswegen können Traumbilder entstehen, die nichts mit dem aktuellen Geschehen, sondern mit bereits vergangenen Ereignissen verknüpft sind.
Da das Erleben bei einer Erkrankung insgesamt sehr negativ zu bewerten ist, ist auch die emotionale Valenz von Träumen überwiegend negativ.
Im Übrigen ist eine weitere EInflussgröße auf die Arbeitsweise des Arbeitsgedächtnisses das Hormon Cortisol, welches bei Stress permanent freigesetzt wird. Stress entsteht übrigens dauerhaft bei Krankheit - eine Krankheit ist für den Organismus eine seht belastende Angelegenheit.
Cortisol hat den Vorteil, dass es die Glukoseverstoffwechselung vorantreibt und so zusätzlich Energie bereit gestellt werden kann. Allerdings wird bei hoher Cortisolbelastung die Funktionsweise des Arbeitsgedächtnisses nachweislich eingeschränkt(z.B.: Lupien, Gillin & Hauger, 1999; Wolf et al., 2001; Bryden, 1988; Al Absi et al., 2002). Dies kann zusätzlich zu einer subjektiv veränderten Wahrnehmung führen, was emotional ebenfalls negativ empfunden wird.
Dieses Erklärungsmodell ist von mir selber zusammengebastelt - es erhebt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit, zumal ich noch nicht im „Schlaflabor“ gearbeitet bzw. gelernt habe.
Ich hoffe, es hilft eventuell trotzdem ein wenig
& lieben Gruss
Patrick