Filiale bei Debeka leiten? (leider lang)

Hallo liebe WWWler,

eine sehr gute Freundin von mir (Versicherungskauffrau, macht derzeit ein Aufbaufernstudium) hat sich in den Kopf gesetzt als nächsten Karriereschritt ein Trainee-Programm bei der Debeka zu absolvieren, an deren Ende sie eine Filiale bei der Debeka leiten soll.

Ich halte sie für fachlich ausgesprochen kompetent, mache mir aber Sorgen, ob es nicht besser wäre im Innendienst bei der Versicherung zu bleiben, bei der sie derzeit arbeitet.

Bedenklich stimmt mich, dass sie (sonst sehr gesprächig) auf Fragen nach Festgehalt, erfolgsabhängiger Vergütung und Verkaufsdruck zwar antwortet, die Antworten aber klingen, als hätte sie nicht (voll) verstanden, wie das abläuft. Es klingt für mich alles zu gut.

Gerne würde ich wissen, wie das bei der Debeka so abläuft. Untersteht sie da mit ihrer Filiale direkt der Konzernzentrale oder gibt es da viele Ebenen die alle mitverdienen, wenn sie erfolgreich beraten hat.

Muss ich mir das so vorstellen, dass sie die gesamte Produktpalette anbieten kann, ich meine kann ich erst meine Scheune versichere, dann meine Berufsunfähigkeit, danach mein Auto und dann meine Urlaubsreise?

Sie ist überzeugt davon, dass die Debeka eine der besten Versicherungsgesellschaften für die Kunden ist (sie hat sich nur dort beworben). An welchen Kriterien kann man das beurteilen und stimmt das überhaupt so pauschal?

Kann sie später wieder im Innendienst arbeiten, oder ist so eine Entscheidung endgültig?

Was sind die größten Fehler, die sie jetzt vermeiden sollte?

Gibt es andere Karrierechancen (Innendienst) die man ihr etwas näher bringen könnte?

Vielleicht gibt es unter Euch ja auch Leiter einer Versicherungsfiliale.

Grüße

Rasmus

Hallo Rasmus

ich bin zwar kein Debeka Miatarbeiter, aber vielleicht kann ich ein paar Sachen beitragen:

Hallo liebe WWWler,

eine sehr gute Freundin von mir (Versicherungskauffrau, macht
derzeit ein Aufbaufernstudium) hat sich in den Kopf gesetzt
als nächsten Karriereschritt ein Trainee-Programm bei der
Debeka zu absolvieren, an deren Ende sie eine Filiale bei der
Debeka leiten soll.

Grundsätzlich ist die DEBEKA keine schlechte Gesellschaft

Ich halte sie für fachlich ausgesprochen kompetent, mache mir
aber Sorgen, ob es nicht besser wäre im Innendienst bei der
Versicherung zu bleiben, bei der sie derzeit arbeitet.

Kommt ein wenig drauf an. Fast alle Versicherer bauen Stellen ab. Auch und vor allem im Innendienst. Wie lange ist Sie also schon in welcher Position dabei und nicht eins von den ersten Opfern? Bei Abbau in den Unternehmen schrumpfen natürlich auch im Innendienst die Karrierechancen…

Bedenklich stimmt mich, dass sie (sonst sehr gesprächig) auf
Fragen nach Festgehalt, erfolgsabhängiger Vergütung und
Verkaufsdruck zwar antwortet, die Antworten aber klingen, als
hätte sie nicht (voll) verstanden, wie das abläuft. Es klingt
für mich alles zu gut.

Genaú anschauen und durchrechnen was einem geboten wird. Bzw. durchrechnen was man dafür an Neugeschäft reinbringen muss. Mit großer Sicherheit sind erfolgsabhängige Vergütungsteile und damit Verkaufsdruck vorhanden. Auch zugesicherte Bestände sind nicht immer von guter (ausbaufähiger) Qualität

Gerne würde ich wissen, wie das bei der Debeka so abläuft.
Untersteht sie da mit ihrer Filiale direkt der Konzernzentrale
oder gibt es da viele Ebenen die alle mitverdienen, wenn sie
erfolgreich beraten hat.

Falls die Frage in Richtung „Strukturvertrieb“ zielt, dazu gehört die Debeka nicht.

Muss ich mir das so vorstellen, dass sie die gesamte
Produktpalette anbieten kann, ich meine kann ich erst meine
Scheune versichere, dann meine Berufsunfähigkeit, danach mein
Auto und dann meine Urlaubsreise?

Im Normalfall alle Produkte, die die Debeka anbietet.

Sie ist überzeugt davon, dass die Debeka eine der besten
Versicherungsgesellschaften für die Kunden ist (sie hat sich
nur dort beworben). An welchen Kriterien kann man das
beurteilen und stimmt das überhaupt so pauschal?

Sicherlich ein gute, aber nicht die einzig gute.

Kann sie später wieder im Innendienst arbeiten, oder ist so
eine Entscheidung endgültig?

siehe oben.

Was sind die größten Fehler, die sie jetzt vermeiden sollte?

Aussendienst ist nicht für jederman was. Es bringt viele Freiheiten, aber man darf den permanenten Druck nicht unterschätzen und muss damit umgehen können besser noch als Ansporn nehmen. Sich selbst hinterfragen welche Eigenschaften man mitbringt solte man natürlih auch. Sie sollte sich natürlich die Bedingungen zu denen Sie arbeitet, was Vergütung usw. angeht genau anschauen. Natürlich sollte man sich auch klar sein, was Arbeitszeiten und Einsatz - gerade am Anfang im Vertrieb - angeht. Jeder Kunde will gewonnen werden und das gegen harten Wettbewerb. Ich will das nicht schlecht machen, schliesslich arbeite ich selbst, und das sehr gerne, für eine „gute“ :smile: Versicherung im Aussendienst. Wenn man sich durchsetzt macht es sehr viel Spass und auch die Verdienstmöglichkeiten sind gut. Das Geld kommt halt nicht von alleine und automatisch.

Gibt es andere Karrierechancen (Innendienst) die man ihr etwas
näher bringen könnte?

Kann ich bezogen auf die Debeka nichts zu sagen, weiss ich nicht.

Vielleicht gibt es unter Euch ja auch Leiter einer
Versicherungsfiliale.

Grüße

Rasmus

Vielleicht konnte ich ein paar Denkanstöße geben.

Grüße Michael

Hallo liebe WWWler,

Hallo Rasmus!

eine sehr gute Freundin von mir (Versicherungskauffrau, macht
derzeit ein Aufbaufernstudium) hat sich in den Kopf gesetzt
als nächsten Karriereschritt ein Trainee-Programm bei der
Debeka zu absolvieren, an deren Ende sie eine Filiale bei der
Debeka leiten soll.

Ich denke, dass ich als Trainee bei der Debeka etwas dazu sagen kann :wink:

Das Trainee-Programm ist keine schlechter Schritt, relativ behutsam in den Außendienst zu starten. Die Zielvorgaben sind am Anfang relativ moderat und die Einarbeitung erfolg sehr ausführlich und ohne großen Druck und man ist im Angestelltenverhältnis (wie immer bei uns). Ich muss aber ganz klar sagen, dass mit der Dauer des Programms natürlich die Anforderungen steigen und man nicht automatisch eine Führungsposition bekommt, nur weil man Trainee ist/war. Mit Sicherheit achten wir vor allem auf die Qualität der Kandidaten, auch hinsichtlich ihrer Personalführungskompetenz. Generell ist zu sagen, das keine Trainee nach den 2 Jahren eine Geschäftsstelle (so heißen die Dinger bei uns) führen wird, da man nach 2 Jahren dazu vom Wissen und können her nicht in der Lage ist, das ist eine langfristiger Prozess.

Ich halte sie für fachlich ausgesprochen kompetent, mache mir
aber Sorgen, ob es nicht besser wäre im Innendienst bei der
Versicherung zu bleiben, bei der sie derzeit arbeitet.

Die Aufstiegschancen im Innendienst sind natürlich begrenzt und meines Erachtens sollte jeder, der im Versicherungsbereich tätig ist, Außendiensterfahrung haben. Es schadet also nicht.

Bedenklich stimmt mich, dass sie (sonst sehr gesprächig) auf
Fragen nach Festgehalt, erfolgsabhängiger Vergütung und
Verkaufsdruck zwar antwortet, die Antworten aber klingen, als
hätte sie nicht (voll) verstanden, wie das abläuft. Es klingt
für mich alles zu gut.

Es gibt eine Festgehalt, es gibt auch später eine Mindestgehalt, es gibt auch Provisionen, VL, BaV, Provisionsausgleiche, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Erfolgsbeteiligungen,… dies trete ich hier im Forum aber nicht breit :wink:

Gerne würde ich wissen, wie das bei der Debeka so abläuft.
Untersteht sie da mit ihrer Filiale direkt der Konzernzentrale
oder gibt es da viele Ebenen die alle mitverdienen, wenn sie
erfolgreich beraten hat.

Mal ganz ehrlich, wie der Vertrieb strukturiert ist, ist für den Außendienstler eigentlich absolut egal, oder? Sie wird der Geschäftsstelle direkt unterstehen! Btw.: wir haben keine Konzernfiliale, weil wir kein Konzern sind :wink:

Muss ich mir das so vorstellen, dass sie die gesamte
Produktpalette anbieten kann, ich meine kann ich erst meine
Scheune versichere, dann meine Berufsunfähigkeit, danach mein
Auto und dann meine Urlaubsreise?

Es werden alle gängigen Produkte im Privatkunden Geschäft angeboten und von den Mitarbeitern vertrieben, die Reiserücktrittsversicherungen (zum Glück) aber nicht

Sie ist überzeugt davon, dass die Debeka eine der besten
Versicherungsgesellschaften für die Kunden ist (sie hat sich
nur dort beworben). An welchen Kriterien kann man das
beurteilen und stimmt das überhaupt so pauschal?

Aus Befangenheit sag ich dazu nichts, fragen Sie die Kollegen.

Kann sie später wieder im Innendienst arbeiten, oder ist so
eine Entscheidung endgültig?

Das ist schwierig zu prognostizieren, aber ich kennen nur wenig Außendienstler, die freiwillig in den ID wollen!

Gibt es andere Karrierechancen (Innendienst) die man ihr etwas
näher bringen könnte?

Karriere im ID ist schwierig, da die möglichen Positionen limitiert sind und man wenig Möglichkeiten hat, erfolgreiche Arbeit zu beweißen.

Vielleicht gibt es unter Euch ja auch Leiter einer
Versicherungsfiliale.

Für ein Trainee-Programm ist die Debeka mit Sicherheit nicht die schlechteste Alternative. Abschließen kann ich anbieten, dass Sie Ihrer Freundin meine E-Mail-Adresse geben, sie kann sich gerne mit mir in Verbindung setzten um mehr über das Programm aus Sicht eine Trainees zu erfahren.

Grüße

Rasmus

Gruß
Cassiesmann

P.S.: Man muss nicht immer bei der Debeka um 5:30 aufstehen :wink: