hallo mono,
habe alle filme , die nachfolgend beschrieben sind selbst gesehen, und kann sie dir wirklich emfehlen.
besonders aber die „welle“ aus heutiger sicht
„der stellvertreter“ und „KORCZAK“ beschreiben bereiche,die vielen leider gar nicht bekannt sind.
aber eigentlich finde ich sie alle sehr unterschiedlich, und jeden auf seine weise sehr gut.
wenn du weitere filmtittel zum thema benötigst, sag bescheid.
für dein vorhaben wünsche ich dir viel erfolg.
felicitas
Die weiße Rose Michael Verhoeven
Land: Deutschland 1981/82
Drehbuch: Michael Verhoeven, Mario Krebs, nach den Tagebüchern der Geschwister Scholl
Format: 35 mm, Breitwand, Farbe
Kamera: Axel de Roche
Schnitt: Barbara Hennings, Sabine Matula
Musik: Konstantin Wecker
Darsteller: Lena Stolze, Wulf Kessler, Oliver Siebert, Ulrich Tukur, Werner Stocker, Martin Benrath, Anja Kruse u.a.
Sprache: deutsch
Freigabe: ab 12 Jahren
Länge: 121 Min
Verleih: Filmverlag / Futura
Genre : Widerstandsdrama, Literaturverfilmung
Ort : München1942 – 43
Hauptdarsteller : Lena Scholze (Sophie Scholl), Wulf Kessler (Hans Scholl)
Inhalt : 1942 tauchen erste Flugblätter gegen Hitler an der Universität München auf. Keiner traut sich, die Flugblätter aufmerksam zu lesen, da jeder Angst vor Denunzierung hat. Die Geschwister Hans und Sophie Scholl studieren beide an dieser Universität. Sophie entdeckt durch Zufall, dass ihr Bruder Hans mit drei anderen Freunden der Initiator der Aktion war. Sie hat große Angst, denn der Vater ist bereits politisch aufgefallen, sie selbst werden von der Gestapo überwacht. Sophie versucht, ihren Bruder von den Aktionen abzubringen. Aber Hans überzeugt sie von der Wichtigkeit des Widerstands. So entschließt auch sie sich, im Untergrund mit zu wirken. In mehreren Städten verteilt die Gruppe nun ihre Flugblätter, weshalb die Gestapo von einer großen Organisation ausgeht. Durch die Verbindung zu anderen Widerstandsgruppen wird die Arbeit der kleinen Freundesgruppe immer gefährlicher. Durch die Denunziation des Hausmeisters der Münchner Universität werden sie verhaftet, wenig später zum Tode verurteilt und hingerichtet.
Regisseur : Michael Verhoeven studierte nach dem Abitur Medizin und schloss mit der Promotion ab. 1967 führt er zum ersten Mal Regie. 1970 führté die Vorführung seines Films „O.K.“, der den Vietnamkrieg nach Bayern verlegt, wegen angeblicher antiamerikanischer Tendenzen zum Eklat bei den Berliner Filmfestspielen und führten zum Abbruch des Festivals. Der Film „Die weiße Rose“ war die erfolgreichste Produktion des Jahres 1982, für den Verhoeven das Filmband in Silber bei der Bundesfilmpreisverleihung erhält. Gleichzeitig löste der Film heftige Diskussion in der Öffentlichkeit über nicht revidierte Todesurteile aus der Zeit des Nationalsozialismus aus, und durfte deshalb nicht von den Goethe Instituten im Ausland gezeigt werden.
Darsteller : Lena Scholze (Sophie Scholl), Wulf Kessler (Hans Scholl)
KORCZAK
Ein Film von Andrzej Wajda
Polen, Deutschland, Frankreich, 1990, deutsche Fassung, 112 Min.
Begleitprogramm zur Ausstellung „Oneg Schabbat. Das Untergrundarchiv des Warschauer Ghettos – Ringelblum-Archiv“
Über Jahre hinweg hegte Andrzej Wajda nur eine winzige Hoffnung, einen Film über das Leben und Wirken des Arztes und Pädagogen Janusz Korczak machen zu können. Über den Mann, der freiwillig mit seinen schutzbefohlenen Waisen in die Gaskammer von Treblinka ging.
Wojciech Pszoniak in der Rolle des Janusz Korczak.
Der Film spielt 1942, drei Jahre nach der deutschen Invasion in Polen, und beschreibt das letzte, tragische Kapitel in Korczaks Leben in einem jüdischen Waisenhaus im Warschauer Ghetto.
Regie: Andrzej Wajda, Drehbuch: Agnieszka Holland, Kamera: Robby Müller, Musik: Wojciech Kilar, Produktion: Regina Ziegler-Film, Darsteller: Wojciech Pszoniak, Ewa Dałkowska, Piotr Kozłowski, Marzena Trybała, Wojciech Klata u.a.
Zur Erinnerung an Janusz Korczak
Ein Schulprojekt mit Grundschülern mit dem Thema:
In Erinnerung an Janusz Korczak und seine 200 jüdischen Waisenkinder, deportiert 1942 aus dem Warschauer Ghetto und in Treblinka ermordet.
Ein Projekt mit vielen Symbolen
Das erste Symbol: ein Kindergesicht
Begonnen hat es mit dem Zeichnen von Kindergesichtern, von bestimmten Portraits. Sie stehen symbolisch für Menschlichkeit und Nähe. Nähe deshalb, weil das Portraitzeichnen - die Künstlerin Marlis Glaser führte den Schülern vor, wie man nach Modell zeichnet (mit einem Schüler/einer Schülerin) - erfahrbar macht, wie viel Distanz zu überwinden ist und wie nah einem jemand durch das Betrachten seiner Augen, seiner Nase, seines Mundes kommt. Die Kinder haben auch durch dieses Zeichnen gelernt, dass es sich um ganz bestimmte Menschen handelt, die wirklich gelebt haben. So konnten die Kinder Regeln über das Zeichnen von Gesichtern lernen und gleichzeitig ein Gefühl für ein bestimmtes Individuum durch das Betrachten und Zeichnen bekommen.
Die Bildvorlagen stammten aus dem Buch von Roman Vishniac „Kinder einer verschwundenen Welt“ (Fotoaufnahmen aus Osteuropa 1937/38)
Das zweite Symbol: der Wagon
Der Wagon steht für die Deportationen von Millionen Menschen. Für die Kinder ist aber diese Zahl nicht so wichtig, sondern es ging darum, zu verstehen, wo, wann und warum diese jüdischen Kinder in Wagons in den Tod, eben ins Vernichtungslager Treblinka fahren mussten und ihr Tod letztendlich für uns alle unbegreiflich und sinnlos ist. Die Wagons wurden von einer Linolplatte gedruckt. Auf diese wurden die ausgeschnittenen Portraitzeichnungen geklebt.
Das dritte Symbol:
Grabstein mit Inschrift: „In Erinnerung an Janusz Korczak und seine 200 jüdischen Waisenkinder, deportiert 1942 aus dem Warschauer Ghetto und in Treblinka ermordet.“
Diese Gedenk-Inschrift zeichneten alle Schüler zum Gedenken an ein ermordetes Kind auf Transparentpapier, umgeben mit einer linearen Grabsteinform, die wir zuvor auf dem jüdischen Friedhof in Laupheim bzw. Bad Buchau gezeichnet haben. Dieses Blatt kann zugeklappt werden und dann steht auf dem Bild unten nur noch > August 1942 „Reise“ nach Treblinka