Hallo!
Ich habe vor kurzem mit meinen Freunden über PC-Spiele und Filme geredet. Es ging darum, dass viele „harmlose“ Ballerspiele verboten werden, aber extreme Filme nicht (zB „Saw“, „Hostel“). Ich bin der Meinung, dass es ein Unterschied ist, ob man sich den Film nur ansieht und keinen Einfluss darauf hat was passiert, bzw wer und wie getötet wird. Und bei den Spielen kann man das selbst entscheiden. Da kriegt man eher mal „Lust“ selbst ein Gewehr in die Hand zu nehmen und „in Echt“ zu zielen und zu schiessen. Da hat man einen Hauch von Macht. Beim Film hockt man ja nur da und schaut und kommt nicht so schnell in die Versuchung so was mal selbst „in Echt“ zu machen. Man hat keine Macht darüber was passiert. Man hat auch nichts in der Hand (Maus, Tastatur,…) und muss sich nicht konzentrieren um richtig zu treffen etc.
Was meint ihr dazu? Sehe ich das nur so, weil ich eher ein „Filme-anschauer“ bin und PC-Spiele nicht mag oder macht diese Tatsache mit dem Einfluss auf den Verlauf der Geschichte wirklich den Unterschied?
Liebe Grüße, Anna
Hallo Anna!
Bei dem Thema wirst du immer auf unterschiedliche Meinungen stoßen. Es kommt auch immer auf die Beeinflussbarkeit der einzelnen Person an.
Ich könnte mir vorstellen, dass ein Kind in einer sensiblen Phase sich mehr von einem Film beeindrucken lässt, in dem der Held mordet und dafür nicht mal bestraft wird, als durch ein Ballerspiel. Vorbildwirkung ist nicht zu unterschätzen.
Einige meinen, dass es komplett egal ist ob Spiel oder Film, jeder Kontakt mit Gewalt stumpft einen in der Hinicht ab und macht einen „gewalttätiger“.
Dass die aktive Handlung mehr Einfluss haben kann als passives Zusehen, kann ich mir jedoch schon vorstellen.
Ist ein Mensch in seinen Meinungen und Überzeugungen aber schon gefestigt, ist es ganz egal ob man spielt oder nur schaut, denke ich.
lg infi
Hallo,
als ich SAW I in der Version ab 16 sah, dachte ich: Wer hat das denn entschieden, den ab 16 frei zu geben?! Fand ich nicht angemessen, und ich würde mir solche Filme erstmal ansehen, bevor ich Jugendlichen erlauben würde, sie zu sehen!
Was das Potenial an Handlungsmöglichkeiten in Ballerspielen angeht: Wo ein Jugendlicher sich beim Spiel „groß und stark“ fühlen kann und im echten Leben aber der Schwache, Unterlegende, der „Verlierer“ ist, da hört u. U. das Spiel auf. Diese Jugendlichen können vielleicht irgendwann nicht mehr unterscheiden, wo es ein harmloses Spiel und wo es bitterer Ernst wird?
Das hat aber erstmal nichts damit zu tun, was man per Gesetz verbietet, sondern damit, wie die Kinder/ Jugendliche aufwachsen, welche - guten und schlechten, vielleicht sogar traumatisierenden - Erfahrungen in Beziehungen sie machen.
Man muss nichts verbieten, wenn man nicht davon ausgehen müsste, dass bei manchen Erziehungsberechtigten etwas nicht stimmen würde, oder? Für diese Leute (bzw. für den Schutz ihrer Kinder) muss man Gesetze schaffen, um kriegsverherrlichende Ballerspiele und z.B. so extrem dargestellten „zerstörerischen Wahnsinn“ (wie in SAW) erst gar nicht an diese Leute zu bringen!
Gruß - iceage
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Man muss nichts verbieten, wenn man nicht davon ausgehen
müsste, dass bei manchen Erziehungsberechtigten etwas nicht
stimmen würde, oder? Für diese Leute (bzw. für den Schutz
ihrer Kinder) muss man Gesetze schaffen, um
kriegsverherrlichende Ballerspiele und z.B. so extrem
dargestellten „zerstörerischen Wahnsinn“ (wie in SAW) erst gar
nicht an diese Leute zu bringen!
Hallo Iceage,
Ich stimme Dir zu und gehe noch ein Schritt weiter.
Meiner Meinung nach dürften solche Filme erst gar nicht gedreht werden. Für mich sind die Regisseure uund Drehbuchautoren schon extrem krank.
Gruß - iceage
LG
Wölkchen
Gesellschaftliches Problem
Hi,
das ist ein gesellschaftliches Problem. Durch ein Verbot von Filmen oder Spielen wird es nicht weniger Amokläufer geben.
Wenn die Gesellschaft es zulässt, dass Schüler über Jahre hinweg so weit aus der Gemeinschaft ausgeschlossen werden, dass ihnen ein Amoklauf als einziger Ausweg erscheint, dann spricht das Bände. Und zwar nicht über die Regisseure oder die Entwickler der Spiele (denn die sind nur Ausdruck der sozialen Zustände), sondern über uns selbst.
Wie kann es sein, dass Eltern ihre Kinder lieber vor dem Fernseher oder Computer parken, als sich um sie zu kümmern?
Wie kann es sein, dass Menschen die Augen vor Gewalt, Vereinsamung und Verdummung schließen?
Was ist aus dem Begriff „Gemeinsschaft“ geworden? Wir sind nur noch eine lose Gruppe aus egoistischen Individuen, die versucht, die Folgen dieser Entsozialisierung durch Gesetze zu verwalten.
Gruss,
Herb
Hi Anna_v,
ich halte weder was von sog. Ballerspielen, noch von sog. Horror-, Grusel- oder Schockfilmen.
M. E. senkt der (unkontrollierte) Konsum derartiger Inhalte die entsprechenden Hemmschwellen besonders dadurch, dass die Folgen derartigen Treibens verharmlost werden und dadurch der wunsch gefördert wird, sowas Mal in echt zu sehen/machen.
Ich bin mir im Klaren, dass es andere Meinungen dazu gibt und will auch niemand missionieren - ist halt meine Einschätzung zu dem Thema.
Was ist aus dem Begriff „Gemeinsschaft“ geworden?
Eine „Gesellschaft“ war in der Geschichte stets nur dann eine „Gemeinschaft“, wenn eine Ideologie oder ein äußerer Feind sie einte - dies geschah meist zum Schaden der an der „Gesellschaft“ beteiligten Individuen und Dritter.
Eine wirkliche, tragfähige und positive Gemeinschaft kann nie auf zufällige Geburt in derselben geographischen Region und durch Zwang geschaffen werden, sondern nur durch den freien Willen der Individuen.
Ich weiß, daß es modisch ist, „die Gesellschaft“ für alle möglichen Übel verantwortlich zu machen, weiter bringt uns das allerdings meiner Meinung nach nicht.
LG
Stuffi
Hallo!
Du hast genau das geschrieben was ich denke!!! Besser kann man es nicht ausdrücken! Sternchen von mir!
Klar, wenn Jugendliche so was machen und andere Menschen töten und am Schluss sich selbst, dann liegt das nicht daran, dass sie am abend davor Saw gesehen haben oder am PC ein Spiel gespielt haben. Da ist dann schon was ganz anderes vorgefallen, das viel tiefer sitzt als die Bilder die man in Filmen wie Saw sieht.
Da waren meine Freunde und ich uns auch einig. Sie wollten nur nicht verstehen, warum Spiele verboten werden und Filme nicht. Obwohl das einen nicht daran hindert, es trotzdem zu spielen. Nicht nur bei Spielen oder Filmen, auch bei Drogen oder Alkohol. Wer was haben will findet einen Weg um es zu bekommen.
Liebe Grüße, Anna
Hallo!
Ich stimme Dir zu und gehe noch ein Schritt weiter.
Meiner Meinung nach dürften solche Filme erst gar nicht
gedreht werden. Für mich sind die Regisseure uund
Drehbuchautoren schon extrem krank.
Ja das stimmt schon, aber auf der anderen Seite: das ist das was die Leute sehen wollen. Auch in den Nachrichten. Da wird viel Böses und Schlechtes gezeigt. Ob es jetzt um Naturkatastrophen oder Mord und Totschlag geht. Immer häufiger wird auch über Einzelschicksale berichtet. Aber immer weniger über erfreuliche Sachen wie „normale“ (also ohne großes Bangen um Frühchen etc.) Geburten, Hochzeiten, Versöhnungen usw. Wenn ich zB im Fernseh sehe, dass wieder irgendwo ein Wirbelsturm oder so war, und ich mir die Bilder anschaue, dann fällt mir immer auf, wie gut ich es eigentlich habe und dass meine Probleme wohl doch nicht so groß sind. Und das beruhigt mich dann wieder. Ich sehe meine Problemchen dann nur noch als harmlos und unwichtig, weil mich die „richtigen“ Probleme so geschockt haben.
Liebe Grüße, Anna
Hi !
Ein Thema, das schon so breitgelatscht ist, das es schon fast langweilig wird.
Ich will mal so sagen: Als ich den Film „Mortal Kombat“ gesehen hatte und aus dem Kino kam, da fühlte ich mich so „mächtig“, das ich jeden gerne zum Kampf herausgefordert hätte.
Beim Spielen ist mir der Sinn eigentlich nie gekommen.
Wenn ich ein Spiel wie „Call of Duty“ spiele habe ich keine Ahnung wie man eine Waffe bedient oder habe ein Verlangen auch echte Menschen mit Familie und Zukunft zu ermorden. Im Spiel ist das aber egal. Es ist einfach ein Geschicklichkeitsspiel ohne Folgen. Das ist ja das schöne.
Alles in allem ist es eine Kopfsache. Jeder Mensch ist Individuell und wenn von Sechs Millionen Spieler einer mal durchdreht kann man doch nicht alle 6 Millionen zu Potentiellen Mördern erklären, oder ?
Wer wirklich der Sache auf den Grund geht, wird oft feststellen, das dort sehr viel mehr als nur ein Computerspiel hinter der Gewalt steht.
Versuche doch mal einen Hauptschüler zu motivieren sich für das Leben zu begeistern, wenn er doch schon weiss, das sein Leben keine Zukunft hat, weil er nur eine ganz geringe Chance hat eine Lehrstelle zu bekommen.
Außerdem mußt du neben den Filmen und Spielen auch noch das dritte gefährliche Medium dazu nehmen: Die Musik.
Was da heute auf die Kids einprasselt ist richtig aggressiv. Wie sollen sie da Positive Gedanken finden ?
Das mit den Spielen gilt übrigens für mich als Erwachsener. Kinder und Jugendliche nehmen solche Sachen sicher anders auf.
Gruß
Andreas