Servus,
Daß dieser hohe Anteil der Verteilung der Haarfarben :in der damaligen us-amerikanischen Bevölkerung :entspricht, schließe ich aus.
Ich auch:smile:
Das Haar an sich war und ist seit Ewigkeiten ein mystisches, religiöses, soziales und vermeintlich „charakterlich“ prägendes Element der Kultur.
In der Filmwelt (und übrigens auch in der Literatur) waren Haarfarben lange Zeit durchaus aussagekräftig, wenn es um Charaktere ging.
So, wie blond „per se“ kindlich, schwach, beschützenswert und - wenn weiblich - auch Jungfrau, verführerisch und manchmal intrigant war,
so waren Schwarzhaarige stark, autark, zielgerichtet oder böse, und wenn männlich, dann sicher keine Weicheier:smile:
Nimm mal nur als einziges Beispiel (da lassen sich jede Menge finden) einen Klassiker: „Vom Winde verweht“:
Rhett Butler: skrupellos, durchsetzungsfähig, ein ganzer Kerl mit gut verstecktem, weichen Kern - sowas von schwarzhaarig!
Ashley Wilkes: schwach, antriebslos, rückwärtsgewendet, verzweifelt romantisch - sowas von blond und gewellt*g*!
Aber auch die Ladies: Scarlett - schwarz, ihre beiden dümmlichen Schwestern wesentlich hellerhaarig, Melanie - auch eine starke - wieder dunkel.
Dazwischen gibt es dann noch die Roten - die sind Freiheitskämpfer, oder zumindest Iren, geradlinig, Kämpfer, lustig, wenn sie nicht gerade fies sind und die Frauen sind ebenso freiheitsliebend, zwischen Illegalität und Frivolität angesiedelt und bleiben am Schluss alleine, es sei denn, sie ändern sich…*g*
Heute hat sich das verschliffen, bzw. oft auch umgekehrt: da sind dann die blonden Unschuldsengel (männlich und weiblich) die Bösen (Norton in „Primal Fear“)
Hitchcock hat das schon früher gemacht: in Vertigo ist die Brünette die Gute und die Blonde die Böse, wenn auch verführerische.
Gab es in der Filmbranche Vorgaben, um in :Schwarzweißfilmen den Kontrast zum Gesicht besser zu gewährleisten?
Ohne es belegen zu können, behaupte ich mal: nein. Einige der berühmtesten weiblich s/w Filmstars waren blond - und warum sollte das mit dem Kontrast bei Frauen funktionieren und bei Männern nicht?
Wurde den
Schauspielern deshalb vielleicht sogar das Haar dunkel
gefärbt?
Das mag durchaus möglich sein, aber (s.o.) nicht wegen des Kontrasts, eher wegen der Charakterisierung. Außerdem - und das ist bekannt, haben Männer in dieser Zeit auch privat unendlich viel Pomade verwendet - und die macht Haare auf jeden Fall dunkler. Bestes Beispiel: Elvis Presley, der so ziemlich mittelbraun war, sein Haar wild „gelte“ - dadurch wirkte es fast schwarz, und erst später dann färbte.
Gruß, jenny