Filmlegenden fast alle dunkelhaarig?

Hallo.

Nachdem ich mir einmal wieder eine Reihe alter Filmklassiker angeschaut habe, ist mir aufgefallen: Die berühmten alten Filmschauspieler, die männlichen wenigstens, hatten fast ausnahmslos dunkles Haar.
Um den Eindruck zu überprüfen, habe ich die „Liste der 25 größten männlichen Filmlegenden“ als Referenz genommen. Das Ergebnis war, soweit ich recherchieren konnte, wieder dasselbe: Fast alle waren dunkelhaarig.
Daß dieser hohe Anteil der Verteilung der Haarfarben in der damaligen us-amerikanischen Bevölkerung entspricht, schließe ich aus. Welche Ursachen kommen also in Betracht?
Gab es in der Filmbranche Vorgaben, um in Schwarzweißfilmen den Kontrast zum Gesicht besser zu gewährleisten? Wurde den Schauspielern deshalb vielleicht sogar das Haar dunkel gefärbt?

Interessierte Grüße,
Frhr. v. Doppelripp

Hallo Frhr. v. Doppelripp

Die berühmten alten
Filmschauspieler, die männlichen wenigstens, hatten fast
ausnahmslos dunkles Haar.

Daß dieser hohe Anteil der Verteilung der Haarfarben in der
damaligen us-amerikanischen Bevölkerung entspricht, schließe
ich aus.

Naja, entspricht sicher nicht zu 100% der Verteilung. Aber hier habe ich eine Statistik gefunden (leider nicht aus der nachgefragten Zeit), aus der hervorgeht, daß ca. nur 18 - 20% der männlichen USA-Bevölkerung blond waren und ca. 46% dunkelhaarig.
http://haarfarben.wordpress.com/2010/02/25/haarfarbe…
Da wundert es mich schon weniger, daß ein großer Teil der Schauspieler dunkelhaarig war. Dunkelblond (28,2%) habe ich jetzt mal rausgelassen, weil ich nicht weiss, ob ein dunkelblonder Schauspieler in schwarz-weiß-Filmen eher blond oder dunkelhaarig erscheint. Aber ich neige eher zu letzterem, was den prozentualen Anteil noch steigern würde.

Welche Ursachen kommen also in Betracht?

Aber vielleicht ist auch einfach so, daß ein dunkelhaariger Schauspieler zumindest damals als „männlicher“ bewertet wurde und damit mehr Chancen beim weiblichen Publikum hatte.

Viele Grüße
Marvin

Servus,

Daß dieser hohe Anteil der Verteilung der Haarfarben :in der damaligen us-amerikanischen Bevölkerung :entspricht, schließe ich aus.

Ich auch:smile:
Das Haar an sich war und ist seit Ewigkeiten ein mystisches, religiöses, soziales und vermeintlich „charakterlich“ prägendes Element der Kultur.

In der Filmwelt (und übrigens auch in der Literatur) waren Haarfarben lange Zeit durchaus aussagekräftig, wenn es um Charaktere ging.

So, wie blond „per se“ kindlich, schwach, beschützenswert und - wenn weiblich - auch Jungfrau, verführerisch und manchmal intrigant war,
so waren Schwarzhaarige stark, autark, zielgerichtet oder böse, und wenn männlich, dann sicher keine Weicheier:smile:

Nimm mal nur als einziges Beispiel (da lassen sich jede Menge finden) einen Klassiker: „Vom Winde verweht“:

Rhett Butler: skrupellos, durchsetzungsfähig, ein ganzer Kerl mit gut verstecktem, weichen Kern - sowas von schwarzhaarig!
Ashley Wilkes: schwach, antriebslos, rückwärtsgewendet, verzweifelt romantisch - sowas von blond und gewellt*g*!

Aber auch die Ladies: Scarlett - schwarz, ihre beiden dümmlichen Schwestern wesentlich hellerhaarig, Melanie - auch eine starke - wieder dunkel.

Dazwischen gibt es dann noch die Roten - die sind Freiheitskämpfer, oder zumindest Iren, geradlinig, Kämpfer, lustig, wenn sie nicht gerade fies sind und die Frauen sind ebenso freiheitsliebend, zwischen Illegalität und Frivolität angesiedelt und bleiben am Schluss alleine, es sei denn, sie ändern sich…*g*

Heute hat sich das verschliffen, bzw. oft auch umgekehrt: da sind dann die blonden Unschuldsengel (männlich und weiblich) die Bösen (Norton in „Primal Fear“)

Hitchcock hat das schon früher gemacht: in Vertigo ist die Brünette die Gute und die Blonde die Böse, wenn auch verführerische.

Gab es in der Filmbranche Vorgaben, um in :Schwarzweißfilmen den Kontrast zum Gesicht besser zu gewährleisten?

Ohne es belegen zu können, behaupte ich mal: nein. Einige der berühmtesten weiblich s/w Filmstars waren blond - und warum sollte das mit dem Kontrast bei Frauen funktionieren und bei Männern nicht?

Wurde den
Schauspielern deshalb vielleicht sogar das Haar dunkel
gefärbt?

Das mag durchaus möglich sein, aber (s.o.) nicht wegen des Kontrasts, eher wegen der Charakterisierung. Außerdem - und das ist bekannt, haben Männer in dieser Zeit auch privat unendlich viel Pomade verwendet - und die macht Haare auf jeden Fall dunkler. Bestes Beispiel: Elvis Presley, der so ziemlich mittelbraun war, sein Haar wild „gelte“ - dadurch wirkte es fast schwarz, und erst später dann färbte.

Gruß, jenny

dunkelhaarig ist doch besser *ggg*

spass beiseite… hab das eigentlich noch nie so beobachtet. werd das aber gleich mal recherchieren und überprüfen.

auf alle fälle ist das eine interessante feststellung.

lg kim :wink:

Hallo,

deine Vermutungen erscheinen mir jetzt auch am wahscheinlichsten, vor allem auch die verdunkelnde Wirkung von Haarcreme.

Grüße,
Frhr. v. Doppelripp