Filmmusik

Hallo,

eigentlich bin ich ja kein Klassik-Fan, höre aber sehr gerne Filmusik (wie z.B. Herr der Ringe, Jurassic Park etc.)

Die einzelnen Musikstücke sind ja meist immer nur so 3 Minuten lang und nicht zusammenhängend. Habe mich schon immer gefragt, ob es nun Orchester gibt, die solche Musik als richtiges Konzert wiedergeben. Nein meine jetzt nicht Filmmusik, sondern einfach nur diese Richtung.

Ich habe zwar in den Jahren ab und zu mal in Musikgeschäften nachgefragt ob jemand Bescheid weiß, viele meinten ja es gibt solche Symphonien in dieser Richtung aber fast alle konnten mir die Richtung nicht genau sagen (manche behaupten es wäre Ghoticmusik) oder einen Namen eines Orchesters nennen…

Naja nun wollte ich mal hier nachfragen, ob jemand mir einen Tipp geben kann wonach ich suchen müßte.

Vielen Dank im voraus…

Gruß Olli

Hallo, unikum.

Die einzelnen Musikstücke sind ja meist immer nur so 3 Minuten
lang und nicht zusammenhängend. Habe mich schon immer gefragt,
ob es nun Orchester gibt, die solche Musik als richtiges
Konzert wiedergeben. Nein meine jetzt nicht Filmmusik, sondern
einfach nur diese Richtung.

Es gibt eigentlich so gut wie keine Musik, die „in die Richtung“ Filmmusik geht und keine Filmmusik ist.
Es gibt aber durchaus Orchester, die Filmmusik spielen, und zwar nicht nur 3-Minuten-Stücke, sondern ganze Suiten. Ziemlich viele Orchester sogar. Meistens spielen die das im Rahmen ihrer normalen Sinfoniekonzerte. Oder zum Abschluss einer Saison mal ein „unterhaltsameres“ Konzert mit nur Filmmusik. (beliebt ist da immer Schindlers Liste, Harry Potter, Herr der Ringe).
Mir sind jetzt keine Orchester bekannt, die sich darauf spezialisiert haben, in GB und USA gibt es wohl welche, aber die kommen nicht unbedingt zum Spielen hierher.

Judith

Hallo,

eigentlich bin ich ja kein Klassik-Fan, höre aber sehr gerne
Filmusik (wie z.B. Herr der Ringe, Jurassic Park etc.)

Die einzelnen Musikstücke sind ja meist immer nur so 3 Minuten
lang und nicht zusammenhängend. Habe mich schon immer gefragt,
ob es nun Orchester gibt, die solche Musik als richtiges
Konzert wiedergeben. Nein meine jetzt nicht Filmmusik, sondern
einfach nur diese Richtung.

Es gibt durchaus (zuumindest auf CD, aber auch bisweilen im Konzertsaal) Filmmusik in größeren Zusammenhängen. Howard Shore hat zum Beispiel aus seiner Musik zum „Herrn der Ringe“ eine umfangreiche Symphonie zusammengebastelt, die mittlerweile auch schon mehrfach aufgeführt wurde. Des öfteren macht das Münchner Rundfunkorchester Abende, bei denen derartige Stücke aufgeführt werden, so erinnere ich mich etwa an ein großartiges Gastspiel Ennio Morricones vor etwa anderthalb Jahren. Ein Dirigent, der ebenfalls eine Schwäche für solche Aufführungen hat, ist André Previn ; er hat eine ausgezeichnete CD mit Suiten aus den Filmmusiken von Erich Wolfgang Korngold veröffentlicht und bringt die Sachen auch mitunter in Konzerten unter.

Nachfrage
Hallo Armin,

das interessiert mich jetzt auch…

Howard
Shore hat zum Beispiel aus seiner Musik zum „Herrn der Ringe“
eine umfangreiche Symphonie zusammengebastelt, die
mittlerweile auch schon mehrfach aufgeführt wurde.

Klingt interessant - weißt Du zufällig, ob es das auch auf CD gibt?

Vielen Dank und Gruß
Murmeltier

Ich habe mal bei jpc reingeschaut, aber auf die Schnelle nichts gefunden. Auszug aus wikipedia:
Als seine bekannteste Arbeit wird allgemein aber die Musik für die Herr der Ringe-Trilogie von Peter Jackson angesehen. Erst durch Shores ausgeklügelte Leitmotivtechnik, für die Shore nach eigenen Angaben intensiv die Oper Das Rheingold Richard Wagners studierte, erreicht die Trilogie ihre dramaturgische Tiefe. Die ungemein populären Kompositionen zu den drei Filmen arrangierte Shore zu einer aus sechs Sätzen bestehenden Sinfonie für den Konzertsaal.

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Noch eine Ergänzung von der Oper Leipzig:
Die Herr der Ringe Symphonie
Eine musikalische Reise nach Mittelerde, aufgeführt von über 200 Musikern und Sängern…

Ein Live-Konzert der Filmtrilogie in der Arena Leipzig

Die Herr der Ringe Symphonie
Sechs Sätze für Symphonieorchester, Chor und Solisten

Musik: Howard Shore

Originalillustrationen/Drehbuch: Alan Lee und John Howe

Veranstaltet von der ZSL Betreibergesellschaft mbH des Sportforum Leipzig in Kooperation mit der Oper Leipzig

Musikalische Leitung: John Mauceri
Gewandhausorchester
Choreinstudierung: Sören Eckhoff
Chor der Oper Leipzig
Es singen
Herman Wallén Bariton
Solisten des Kinderchores der Oper Leipzig/Thomaner

Die Herr der Ringe Symphonie
Das musikalische Meisterwerk von Howard Shore ist eine symphonische Reise durch die fantastische Welt von Tolkiens gleichnamiger Roman-Trilogie. Im Oscar-prämierten Soundtrack zum Filmepos wechseln sich dramatische Klangkaskaden und Choräle mit Sopransoli und folkloristisch-lyrischen Themen ab. Howard Shore bedient sich der großen Klangpalette des klassischen Orchesters. Umrahmt von einer beeindruckenden Multimedia-Präsentation entführt dieses Werk in sechs Sätzen ihre Zuhörer in die mythologische Fantasie-Welt der Hobbits und Elfen, Zwerge und Orks. Die Besonderheiten mancher Instrumentierung sind dabei bestechend: ein flirrendes Hackbrett für das Geschöpf Gollum, die zu Herzen gehende folkloristische Blechflöte für das zu rettende Auenland, der erhabene Klang der Hörner Rohans.

Der englische Sender Classic FM kürte die Soundtracks zu „Der Herr der
Ringe“ zwei Jahre hintereinander zur „Besten Filmmusik aller Zeiten“.
Unter der Leitung von John Mauceri bringen das Gewandhausorchester und der Chor der Oper Leipzig diese Symphonie, deren Erzählkraft in der Oper zu
liegen scheint, zum Erklingen.
Sonnabend, 06. Januar 2007
Arena Leipzig
Kartenpreise: 29,– € | 39,– € | 49,– € | 59,– €
Abonnenten der Oper Leipzig erhalten zwei Karten mit einer Ermäßigung von 10% zum Kassenpreis in den zwei ersten Kategorien

Mauceri ist ein ausgewiesener Spezialist für Filmmusik, hat sich auch viel mit Korngold befaßt…

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

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Hi,

also du möchtest wissen, ob es orchestrale musik gibt, die so ist wie filmusik aber keine filmmusik ist.
Das beispiel „jurassic park“ macht das natürlich sehr schwer.
Zum einen ist nicht jede filmmusik orchestral, aber beschränken wir uns mal auf eben diese…
Was macht also diese musik zur filmmusik?

IMHO eigentlich nur die tatsache, dass sie in filmen läuft.

Die andere frage ist: Was genau meint man mit orchestraler musik? Dazu gehört auch die frage: Was ist Klassik???

Ich denke nämlich, dass beides ineinander übergeht. Klassik definiert sich ME nicht durch die tatsache, dass der künstler lange tot ist.

Nehmen wir mal eine klassische oper. Darin gibt es grundthemen, die sich ständig wiederholen. Insgesamt sind sie groß orchestriert und wirken recht epig.

Nun nimm mal den STAR-WARS-SOUNDTRACK oder JURASSIC-PARK. Im gesamten finden sich eben diese aspekte hier auch wieder.

John Williams ist also quasi der veritable nachfolger von größen wie z.b. verdi etc.
So erinnert das INDIANA-JONES-thema doch schwer an den triumphmarsch aus aida.

Solltest du also musik suchen, die an eben die filmkomponisten vom schlag eines john williams erinnern, musst du einfach nur bei den großem „klassikern“ suchen…

soweit…

LG Alex:smile:

Hi

erstmal danke für eure Antworten. Wie gesagt es ging mir jetzt nicht um eine bestimmte Filmmusik von einem Film, sondern einfach um die Musikart. Halt diese Dramaturgie und die Instrumente die bei einer normelen Filmmusik eingesetzt werden.

Ich habe mal ein Stück gehört von der Moldau (oder was die Donau? - weiß das gar nicht mehr so genau)… Das kam in diese Richtung schon ran, was ich so an klassische Musik mochte. Das wurde auch damals etwas „modernisiert“ sage ich mal. Das klang eigentlich richtig gut.

Ich kann halt so mit Mozart oder Beethoven nichst anfangen. Warum ich gerade nun bei Filmmusik so anspringe kann ich aber auch nicht erklären, was mir da eigentlich so gefällt. Ist einfach so :smile:)

Na ich werde eure Vorschläge mal annehmen und mich auf die Suche machen.

Gruß Olli

Nicht ganz…
Hallo,
etwas oberflächlich betrachtet hast Du schon recht. Die filmmusik ist
sicher näher an der „Klassik“ dran als z.B. an der Popmusik, allein
durch ihre Mittel (Instrumente, Orchester, Form des Stückes,
Motivisch-thematische Kompositionsarbeit usw.)

Allerdings, und das erklärt auch, warum unikum mit der Filmmusik mehr
anfangen kann als mit Mozart und Beethoven:
Filmmusik ist viel mehr auf die pure Vermittlung von emotionen
ausgerichtet. Sie macht sich unsere Hörgewohnheiten zunutze, zielt
darauf ab, dass wir z.B. Moll traurig und fetzige Trompeten
majestätisch empfinden.
Filmmusik ist dadurch leichter zu begreifen, besitzt nicht viel
neueEinfälle, geht sehr traditionalistisch an die Sache heran, das
ist auch der Grund, weshalb sie unter den „Klassikern“ ein klein
wenig verpönt ist.
Beethoven und Mozart hingegen zeichnen sich gerade dadurch aus, dass
ihre Musik SOWOHL auf Emotionen als auch auf den Verstand abzielt.
Sie ist einerseits im traditionellen Rahmen geschreiben (wie das die
Zeit halt so wollte: 4 Sätze, Sonatenhauptsatzform, blabla),
andererseits schafft sie es auch, immer wieder neue, passende
Wendungen zu finden, wer sie vom Kopf her analysiert, wird begeistert
sein, weil alle Kompositionsregeln eingehalten worden sind, und doch
so wahnsinnig viele neue Ideen drinstecken. Um zu Beethoven & Co.
Zugang zu finden, ist es in vielen Fällen notwendig (behaupte ich
jetzt mal), mit dem ganzen Genre schon vertrauter zu sein. Filmmusik
ist wesentlich klarer gestrickt, deswegen wirkt sie auch schneller
auf Leute ohne „Orchestermusik-Gewohnheiten“.

Nun nimm mal den STAR-WARS-SOUNDTRACK oder JURASSIC-PARK. Im
gesamten finden sich eben diese aspekte hier auch wieder.

John Williams ist also quasi der veritable nachfolger von
größen wie z.b. verdi etc.

Hier ist eben der unterschied: John Williams nutzt noch 100 Jahre
nach Verdi das, was damals eben auch schon funktioniert hat.
Man könnte es böse ausdrücken: er fährt die bewährte Schiene.
Filmmusik geht keine großen Risiken ein.
Auch wenn John Williams Verdi mehr ähnelt als z.B. anderer
zeitgenössischer Musik: Von williams wird man (im gegensatz zu Verdi)
in 100 Jahren nix mehr hören, ganz einfach deswegen, weil er nichts
wirklich neues erschaffen hat. Ich sehe dann eher Komponisten
zeitgenössischer Musik, die anspruchsvoll ist, doch nicht abgehoben,
die Spaß macht, ohne ein Abklatsch von tausend ähnlichen Varianten zu
sein (und so ist Filmmusik nun mal), als veritable Verdi-Nachfolger.
(Beispiel gefällig? Mark-Anthony Turnage. kaum bekannt, wird aber
mehr Eindruck hinterlassen als sonst wer)

Solltest du also musik suchen, die an eben die filmkomponisten
vom schlag eines john williams erinnern, musst du einfach nur
bei den großem „klassikern“ suchen…

Es gibt einige Stücke bei den großen Klassikern, die mit Filmmusik zu
vergleichen sind, das sind dann meustens die bekannten: Grieg
Morgenstimmung, die erwähnte Moldau, Barber Adagio, …
Sie sind deswegen so bekannt, weil sie eben emotionaler angelegt sind
als vieles andere, aber es bleiben Einzelstücke der Komponisten, ihr
Gesamtwerk besteht nicht nur aus den eingängigen stücken, sonst
hätten sie nicht überlebt.

Liebe Grüße
Judith
(ich will damit keinem die Klassik-„Hits“ oder gar die Filmmusik
madig machen - im Gegenteil: ich mag sie auch sehr, aber um neben den
Klassikern zu bestehen, ist Filmmsuik einfach nicht unangepasst
genug. Man könnte auch sagen: massentauglich.)

Versuchs mal mit den Engländern
Hallo unikum,

da bis jetzt noch keiner den Tipp gegeben hat, tu ich das jetzt mal. Ich glaube du könntest dich gut mit den englischen „Neoklassizisten“ und deren Nachfolgern anfreunden, also denen die so ca. um die Jahrhundertwende bis in die 70er oder länger gewirkt haben . Wie da z.B. wären Edward Elgar, William Walton, Vaughan Williams, Gustav Holst oder auch Benjamin Britten.
Gerade bei Elgar und auch Walton findest du viel Musik die stark in die „Richtug“ Filmmusik tendiert aber zur klassischen oder ernsten Musik gezählt wird. z.B. Elgar: Enigma Variationen oder Pomp & Circumstances oder was ganz stark in die Richtung geht ist Die Planeten von Gustav Holst.

Hier mal 2 CD Tipps in die du sicher auch bei JPC reinhören kannst.

  1. „Pomp & Circumstances - A British Festival“ aus der Philips Reihe ELOQUENCE (die kriegst du schon so zwischen 5 und 10 Euro im Plattenladen)

und wenn deine ersten Erfahrungen damit postiv sind und deiner Vorstellung entsprechen.

  1. QUADROMANIA- The English Masters 4CD’s erschienen bei Membran (2004)

Zum Schluss noch 2 Tipps für großartige Werke mit Orchester und Chor aus dieser Richtung die allerdings schon etwas spezieller sind.

Edward Elgar: Dream of Gerontius (Gerontius Dream)

William Walton: Belshazzars Feast

Wenn du willst kann ich dir auf Anfrage auch hervorragende Aufnahmen davon empfehlen.

Gruß, Kim

Danke!* (owt)
Ich sag’ doch, ohne weiteren Text! ;o)

Hi,

hör dir mal „Aus der Neuen Welt“ von Antonin Dvorak an. Sollte dir gefallen.

Viele Grüße
WoDi

Hai, Olli,

auch Dir kann ich die „Bilder einer Ausstellung“ von Mussorgski empfehlen - am passendsten wäre wohl eine Orchester-Version.

Und dann hör doch mal bei Apocalyptica rein - sind zwar eigentlich auch nur kurze Stücke, dazu noch aus dem Rock-/Hardrock-/Heavy-Bereich, der ja nicht unbedingt für ausgefeilte Kompositionen berühmt ist, aber es ist unglaublich, wie genial die klingen, wenn sie auf Celli gespielt werden - und die Jungs können Cello spielen! (Kennst Du die Titelmusik von „Angel“?)

Gruß
Sibylle

Hi

Ich habe mal ein Stück gehört von der Moldau (oder was die
Donau? - weiß das gar nicht mehr so genau)… Das kam in diese
Richtung schon ran, was ich so an klassische Musik mochte. Das
wurde auch damals etwas „modernisiert“ sage ich mal. Das klang
eigentlich richtig gut.

das war definitiv die „Moldau“ - Komponist Friedrich Smetana, stammt aus einem Zyklus von sechs symphonischen Dichtungen namens „Mein Vaterland“. Es wurden ja schon ein paar Tips gegeben, die vom Ansatz her in die gleiche Richtung gingen, angefügt seien noch ein paar weiter:
Gustav Holst: „Die Planeten“
Richard Strauss: „Till Eulenspiegels lustige Streiche“ und andere (der Anfang von „Also sprach Zarathustra“ ist ja spätestens seit „2001“ auch über die Klassikkenner hinaus Allgemeingut)
Camille Saint-Saens „Danse macabre“ und „Karneval der Tiere“
Orchestermusik aus Opern von Wagner (wenn Du Geschmack daran findest, ruhig auch mal eine ganze Oper wie etwa den „Fliegenden Holländer“)
Bon appetit!

Gruß Olli

Gruß Armin

Hi
nicht das was du willst, aber vielleicht auch ein Erlebnis, z.B. hab ich mal Murnaus Nosferatu mit Orchester Live-Begleitung in nem Theater in Potsdam gesehn, Hammer-Vorstellung…
Helge