(Finanz-)krise im Unternehmen erkennen

Hallo zusammen,

nochmals eine Frage zur aktuellen Krise:
Woran erkennt ein Unternehmen, ob es bereits in die Spirale der Krise gezogen wurde, oder ob es nur eine temporäre Schwäche hat bzw. „kleine Problem“ hat.

Szenario:
Mittelständische Firma im Projektgeschäft (Kleinprojekte 2-3 Monate/Projekt) merkt dieses Jahr vermehrt, dass Auftragegeber nicht mehr so schnell Entscheidungen treffen und somit mehr „aus der hand in den Mund“ gelebt wird. Die Firma hat allerdings ein vernünftiges finanzielles Polster, was für mehrere Monate reicht.

Woran erkennt die Firma wann sie ein Notfallplan in die Wege leiten sollte?

Und noch eine weitere Frage:
Was eine eine Firma eigentlich für Möglichkeiten, um in der Krise reagieren zu können? D.h., welche Maßnahmen kann eine Firma wie in die Wege leiten, um die Krise zu bewältigen (z.B. Entlassungen (nicht so einfach, oder?), Gehaltsverzicht, Notfallkredite, …)?

Danke
Lena

PS: Nein, meiner Firma geht es gut … :wink:))

Guten Tag,

bei der aktuellen Situation, ist meiner Meinung nach, das erste Anzeichen, dass ein Unternehmen von der Krise betroffen ist, ein Auftragsrückgang über mehr als 8-12 Monate.

Bei einem kontinuierlichen Auftragsrückgang über 3-6 Monate würde ich kurzfristige Vertriebsaktionen anwenden, mit dem Ziel, in den folgenen Monaten neue Deckungsbeiträge und kleine Gewinne zu generieren. D.h. die Rabatte/Prozente dürfen ruhig hoch sein, solange in den nächsten Monaten Deckungsbeitrag und ein kleiner Gewinn dabei rum kommt. Bei Premiumdienstleistern/-herstellern muss dabei darauf geachtet werden, dass solche Aktionen nicht das Image einer Marke zerstören.

Wenn diese nach weiteren 3-6 Monaten keine nennenswerten Früchte tragen, befindet sich das Unternehmen in einer Krise und es ist Zeit eine Art „Notfallplan“ zu erstellen. Meiner Meinung nach sollten dabei die wichtigsten Bestandteile sein:

  • Investitionen in Sachanlagevermögen deutlich senken
  • Reine Werbung zur Verbesserung des Unternehmens-Images zu unterlassen, sondern nur direkte Verkaufsfördermaßnahmen durchführen, die Deckungsbeiträge generieren.
  • Fixkosten senken (z.B. Nicht-Vertriebs-Personal in Kurzarbeit schicken)
  • Bei produzierenden Unternehmen: Prüfen ob sich kurzfristig die Materialeinzelkosten senken lassen
  • Nach Privat-/Geschäftsinvestoren suchen, die ergänzend für finanzielle Liquidität sorgen

Das Ziel sollte sein, den Insolvenzgrund Zahlungsunfähigkeit zu vermeiden, sprich die finanzielle Liquidität aufrechtzuerhalten.

Viele Grüße