Hallo liebe Immo-Expertinnen und Experten.
Meine Lebensgefährtin und ich überlegen im Ansatz, ob wir uns „eigene 4 Wände“ zulegen können.
Meine Frage ist: gibt es eine Formel, mit der sich annähernd die monatliche Belastung für Zins und Tilgung auf verschiedene Kaufsummen errechnen läßt?
Da der Gedanke noch ganz neu für uns ist, wollen wir zunächst mal ausloten, ob es realistisch ist, mit den uns zur verfügung stehenden Mitteln, an Eigentum zu denken.
Über eine Antwort würden wir uns riesig freuen.
Mit herzlichen Grüßen
Jürgen
Hallo Jürgen,
es ist alles garnicht so schwer wie es im ersten Augenblick aussieht.
Als Grundvorraussetzung solltest Du mindestens zwischen 15 und 20 % Eigenkapital mitbringen.
Ich mach Dir mal ein kleines Rechenbeispiel:
Angenommen Du nimmst 100.000,-- Euro für 10 Jahre mit 5% Zins und 1% Tilgung auf.
100.000 Euro x (5% Zins + 1% Tilgung) = 6.000 Euro pro Jahr
6.000 Euro : 12 Monate = 500 Euro pro Monat
So nun kannst Du es Dir selber mit Deinen Zahlen ausrechnen. Du solltest aber nicht vergessen, dass momentan das Zinsnievau sehr nierig ist und niemand weiss wie es in 10 Jahre aussieht. Daher kann es von Vorteil sein, wenn Du Dir von Anfang an eine Finanzierung mit 1,5 oder 2% Tilgung leisten kannst.
Vergiss ausserdem nicht, dass zu den Zins und Tilgunsleisteung auch noch weitere monatliche oder vierteljährliche Zahlung wie Strom, Wasser, Grundsteuer usw. anfallen, die Deinen Ausgabenplan erhöhen.
Viel Spass beim Kalkulieren
Markus
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Hallo Jürgen,
neben den (fast schon obligatorischen) 20% Eigenkapital solltest Du in der Lage sein, für Tilgung + Zinsen 10% vom Kreditbetrag aufzubringen, ohne dabei in finanzielle Schieflage zu kommmen.
Gründe:
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sind die Zinsen zur Zeit relativ niedrig, der langjährige Durchschnitt liegt bei 8%
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solltest Du mehr als nur 1% Anfangstilgung leisten können, um die Zinskosten zu senken (Tilgung > 2%)
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sind gerade niedrige Zinsen bei gleichzeitig geringer Anfangstilgung am Ende relativ teuer
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passiert immer mal wieder was, womit man nicht gerechnet hatte und wenn die Finanzierung schon spitz kalkuliert war, dann haut einen das evtl. um.
Übrigens nicht vergessen, dass Du als Eigentümer noch Nebenkosten hast, die ein Mieter nicht hat (z.B. Instandhaltungsrücklage).
Grüsse
Sven
Hallo Jürgen,
zur Ergänzung :
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Bei einer Tilgung von 1% zahlst du etwa 30 Jahre, bis der Kredit getilgt ist.
Zu Beginn legt man sich für 5, 10, 15 oder gar 20 Jahre auf den Zinssatz fest (=Zinsbindungsfrist), wobei derzeit gilt : Je länger desto teurer.
Nach 10 Jahren (die wohl häufigste Zinsbindunsfrist) sind bei 1% Tilgungssatz ca 15% der Kreditsumme getilgt.
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Vergiss nicht, zum Kaufpreis noch ca 5 - 10% für Kaufnebenkosten (Notar, Grunderwerbsteuer, evtl. Makler) einzukalkulieren. Die sollten zu den min. 20% Eigenkapitalanteil am Kaufpreis noch zusätzlich vorhanden sein.
Gelegentlich bieten Volkshochschulen Kurse für Immobilienerwerber an. So etwas kann ich nur empfehlen.
Ausserdem folgenden Link :
http://finanzen.focus.msn.de/D/DJ/DJ51/dj51.htm
Da lassen sich sehr schöne Finanzierungsbeispiele durchrechnen !
Alles Gute
Heidi
Danke!!
Habt vielen Dank für Eure schnellen Antworten
)
Nun geht’s ans überlegen.
Gruß Jürgen
was ist mit dem Argument…
„Lass doch die Inflation dein Haus bezahlen“?
Statt mühselig hoch zu tilgen, wartet man eben durch niedrige Tilgung, bis die Restschuld durch die Inflation zum Teil gefressen und mitgetilgt wird. 50000 Euro sind in 10 Jahren ja nicht mehr 50000 euro Kaufkraft wie heute.
Hallo,
nein, sind dann vielleicht nur noch 20000 wert. Dafür hast Du aber durch den verzicht auf Tilgung 50000 EUR an Zinsen zusätzlich bezahlt bis dahin… Hättest Du die getilgt besser getilgt…
Gruß,
Micha
die inflation tilgt aber ca. 3 % des wert p.a. und nicht 1 %
Hi,
die inflation tilgt aber ca. 3 % des wert p.a. und nicht 1 %
Du bezahlst ja auch nicht 1, sondern etwa 5% Zinsen - die Inflation lag die letzten 3 Jahre im übrigen jeweils bei etwas über einem Prozent.
Gruß,
Micha