Finanzierung beim Kauf von Hotel-Immobilien

Hallo an alle Finanzierungsexperten !

Es geht konkret um den Kauf einer Hotelimmobilie im Wert zwischen 600.000 - 800.000,- € sowie um das Ansinnen, so wenig wie möglich Eigenkaptal einzusetzen sowie ggf. das über ein Kreditinstitut (wollen Sicherheiten und entsprechende EK-Quote) zu finanzierende Fremdkapital so gering wie möglich zu halten.

Der aktuelle Eigentümer ist über 60, hat keine Erben/Nachfolger und möchte in Rente gehen. Kann sich aus dem Alter des Veräußerers im Rahmen einer „alternativen“ Finanzierung ein ggf. steuerlicher oder sonstiger Vorteil ergeben ?

Wer kann mir in diesem Zusammenhang in Kürze auch etwas über die Themen Mietkauf oder Leibrente „mit auf den Weg geben“ ? Kennt jemand noch andere, mögliche Finanzierungs-Modelle ?

Über nachvollziehbare Informationen oder gar Beispiel-Kalkulationen würde ich mich natürlich freuen.

Mit Dank im voraus
Ulrich 5193

Der aktuelle Eigentümer ist über 60, hat keine
Erben/Nachfolger und möchte in Rente gehen. Kann sich aus dem
Alter des Veräußerers im Rahmen einer „alternativen“
Finanzierung ein ggf. steuerlicher oder sonstiger Vorteil
ergeben ?

Jeder Unternehmer hat bei der Veräußerung seines Unternehmens einen einmaligen Freibetrag. Wie hoch der ist kann ich auf die schnelle nicht sagen, aber der Teil muss nicht versteuert werden. Der Steuerberater hilft hier gerne weiter…

Wer kann mir in diesem Zusammenhang in Kürze auch etwas über
die Themen Mietkauf oder Leibrente „mit auf den Weg geben“ ?

Mietkauf -> Es wir eine monatliche Rate bezahlt, wie bei einem Kredit. Erst wenn der Kaufpreis inkl. Zins bezahlt wurde geht das Eigentum an den Mietkäufer über.

Leibrente-> Kein Schimmer, sorry.

Kennt jemand noch andere, mögliche Finanzierungs-Modelle ?

Aus wessen Sicht? Sicht des Käufers oder des Verkäufers? Was soll man unter Finanzierungsmodellen verstehen? Für den Kauf braucht man Eigenkapital (grob geschätzt zwischen 25% und 50%), evtl. Fördermittel und für den Rest Fremdkapital.

Greetz
Sheldrick

Hallo Sheldrick,

zuerst natürlich vielen Dank für die zügige Antwort !

Zur Frage „Aus wessen Sicht …“: Die erste Betrachtungsweise ist die aus Käufersicht wie in meiner Einleitung beschrieben ! Dennoch soll die Sichtweise des Veräußerers nicht außer acht gelassen werden, geht es doch darum, eine für beide Seiten sinnvolle, einvernehmliche Lösung zu finden.

Konkret heißt das in diesem Fall für den Verkäufer, dass er für seine Gewerbeimmobilie in einem eher strukturschwachen Umfeld überhaupt einen Abnehmer/Käufer finden muss. Findet er keinen Abnehmer muss er sich bzw. die Hintergründe hinterfragen. Die können eben u.a. auch darin liegen, dass den wenigen oder dem einzigem Kauf-Interessent(en) für eine bankenübliche Finanzierung (= ein Finanzierungs-Modell) nicht ausreichend Eigenkapital zur Verfügung steht.

Der Kauf-Interessent wiederum versucht dieses „Manko“ (=nicht ausreichend Eigenkapital) wiederum durch andere, „alternative“ Finanzierungsmodelle (= z.B. Mietkauf oder Teilfinanzierung durch Privatdarlehen des Verkäufers) zu beheben.

Meine Fragen beziehen sich also in erster Linie darauf, wie man eine Gewerbe-Immobilien-Finanzierung hinbekommen kann, wenn kein ausreichendes Eigenkapital für eine übliche Banken-Finanzierung zur Verfügung steht oder ob es gar für beide Seiten (Verkäufer und Käufer) eine bessere Lösung (=alternatives Finanzierungsmodelle) gibt.

Bei den Fragen zu Mietkauf, Leibrente oder eben anderen, mir nicht bekannte Alternativen (= Finanzierungs-Konzepte) muss ich meine Frage darüber hinaus dahin gehend konkretisieren, dass es mir nicht um Definitionen geht, sondern um ggf. vorhandene Erfahrunsgwerte anderer in bezug auf Risiken, Chance, Vorteile, Nachteile etc.

Dein Hinweis, dass jeder Unternehmer bei der Veräußerung einen einmaligen Freibetrag hat, ist sehr wertvoll und ich hoffe, dass sich vielleicht noch jemand findet, der „uns“ eben genau über Höhe/Beträge und ggf. Voraussetzungen noch etwas mehr Kenntnis verschaffen kann !

Herzlichen Dank für Dein Mühe

noodles 5193

Konkret heißt das in diesem Fall für den Verkäufer, dass er
für seine Gewerbeimmobilie in einem eher strukturschwachen
Umfeld überhaupt einen Abnehmer/Käufer finden muss. Findet er
keinen Abnehmer muss er sich bzw. die Hintergründe
hinterfragen. Die können eben u.a. auch darin liegen, dass den
wenigen oder dem einzigem Kauf-Interessent(en) für eine
bankenübliche Finanzierung (= ein Finanzierungs-Modell) nicht
ausreichend Eigenkapital zur Verfügung steht.

Der Kauf-Interessent wiederum versucht dieses „Manko“ (=nicht
ausreichend Eigenkapital) wiederum durch andere, „alternative“
Finanzierungsmodelle (= z.B. Mietkauf oder Teilfinanzierung
durch Privatdarlehen des Verkäufers) zu beheben.

Ok, jetzt hab ichs verstanden.

Meine Fragen beziehen sich also in erster Linie darauf, wie
man eine Gewerbe-Immobilien-Finanzierung hinbekommen kann,
wenn kein ausreichendes Eigenkapital für eine übliche
Banken-Finanzierung zur Verfügung steht oder ob es gar für
beide Seiten (Verkäufer und Käufer) eine bessere Lösung
(=alternatives Finanzierungsmodelle) gibt.

Da es sich ja um eine „Existenzgründung“ handelt kann mit Förderdarlehen und Förderbürgschaften gearbeitet werden. Das bedeutet z.B. Kaufpreis = 1 Mio., Eigenkapital 0,2 Mio., Bankdarlehen 0,5 Mio. Der fehlende Restbetrag kann evtl. über ein Förderdarlehen abgedeckt werden.

Eine weitere Alternative wäre, sich weitere Eigenkapitalgeber („Investoren“) an Bord zu holen. Allerdings werden diese ein Mitspracherecht fordern. Sie können jedoch wertvolles know-how mitbringen, also eine Überlegung wert!

Bei den Fragen zu Mietkauf, Leibrente oder eben anderen, mir
nicht bekannte Alternativen (= Finanzierungs-Konzepte) muss
ich meine Frage darüber hinaus dahin gehend konkretisieren,
dass es mir nicht um Definitionen geht, sondern um ggf.
vorhandene Erfahrunsgwerte anderer in bezug auf Risiken,
Chance, Vorteile, Nachteile etc.

Mietkauf:
Vorteile: Vergünstigtes Darlehen, geringer Eigenkapitalbedarf.
Nachteile: Eigentümer des Objekts bleibt bis zur letzten Rate der Verkäufer! (Kann insbesondere im Erbfall zu Problemen führen!)

Staatliche Förderung:
Vorteile: 2-3 Tilgungsfreie Jahre („Karenzphase“). Günstige Konditionen. Banken steigen gerne ein.
Nachteile: Kredit ersetzt nicht den wichtigen Eigenkapitalpuffer

Zusätzliche Investoren:
Vorteile: Zusätzliche Eigenkapitalbasis. Zusätzliches know-how (z.B. Netzwerke, Erfahrungen, etc.).
Nachteile: Mitspracherecht, mögliche Interessenskonflikte.

Greetz
Sheldrick

Hallo,

Der Kauf-Interessent wiederum versucht dieses „Manko“ (=nicht
ausreichend Eigenkapital) wiederum durch andere, „alternative“
Finanzierungsmodelle (= z.B. Mietkauf oder Teilfinanzierung
durch Privatdarlehen des Verkäufers) zu beheben.

da rieche ich doch schon erhebliche steuerliche Implikationen. Das gilt auch für die meisten anderen Themen wie den möglicherweise relevanten (nicht relevant, wenn beim Verkauf gar kein Gewinn erzielt wird) bzw. anzuwendenden Freibetrg beim Verkauf.

Dein Hinweis, dass jeder Unternehmer bei der Veräußerung einen
einmaligen Freibetrag hat, ist sehr wertvoll und ich hoffe,
dass sich vielleicht noch jemand findet, der „uns“ eben genau
über Höhe/Beträge und ggf. Voraussetzungen noch etwas mehr
Kenntnis verschaffen kann !

Das kann nur ein Berater und zwar für den Anfang ein Steuerberater.

Gruß
Christian