Ich möchte mich selbständig machen im Gastronomiebereich (habe alle notwendigen Zeugnisse/ Fähigkeiten), aber es scheitert an der Finanierung, da ich selber kein Eigenkapital besitze.
Eine Finanzierungsvariante wäre den einmaligen Zuschuss der Brauerei als Eigenkapital auszuweisen, würde aber die 15% Hürde nicht erreichen, bei den notwendigen Investitionen.
Ich habe schon mit 4 Banken gesprochen, doch bei jeder der gleiche Tenor: in Gaststätten investieren/ riskieren wir nichts.
Das Konzept (23 Seiten) wurde vom Steuerbüro bestätigt und dennoch ist niemand bereit mein Traum von der Selbstständigkeit, seitens der Banken, zu begleiten.
Es handelt sich übrigens um eine Gaststätte mit langer Tradition im Zentrum einer größeren Norddeutschen Stadt.
Kennt jemend eine Bank oder Bankhaus die bereit ist junge Unternehmer zu unterstützen.
… eine Bank oder Bankhaus die bereit ist junge
Unternehmer zu unterstützen.
Hallo Arwed,
die beiden entscheidenden Sätze Deines Postings stehen da oben. Du hast kein Eigenkapital. Damit ist der Kreditwunsch gestorben. Das kann man jetzt noch beliebig auswalzen, was von Ausgleichsbank und KfW erzählen, es ändert nichts.
Aus dem zweiten Satz spricht eine fatale Verkennung der Aufgabe und des Selbstverständnisses von Banken. Vergiß Hochglanzprospekte und Werbesprüche. Es ist einfach nicht die Aufgabe von Banken, jemanden zu unterstützen. Banken wollen eine Rendite ihres Eigenkapitals von 25% (!!) sehen. Alles andere interessiert keinen Banker. Es zählt die Bonität des Kunden, sonst nichts. Das ist schon deshalb so, weil sich Banken refinanzieren müssen. Die anfallenden Kosten sind vom Kreditrisiko abhängig.
Du kämst bestimmt auch nicht auf die Idee, vom örtlichen Metzger oder Fahrradhändler anzunehmen, sie würden ihre Kunden unterstützen. Banken wollen und müssen auch nur Geld verdienen. Mit Unterstützungsleistungen geht das aber nicht.
Daß sich Banken für Neulinge nicht in der Gastronomie engagieren, ist seit ewigen Zeiten so. Nicht von ungefähr prangt überall die Brauereireklame. Der Brauereikredit bindet Dich aber in einer Weise, daß Dir der Spaß schnell vergeht.
Das Kreditrisiko in der Gastronomie ist enorm, denn das Geld verschwindet in Einrichtungsgegenständen, deren Verwertung praktisch nichts mehr bringt. Ein Inhaber macht aus einem spartanisch eingerichteten Laden mit dem richtigen Konzept und dem richtigen Personal eine Goldgrube. Der nächste Inhaber kommt im gleichen Laden nicht aus dem Knick.
Wenn Du Dich selbständig machen willst und Kredit brauchst, schaffe Eigenkapital - oder vergiß es. Wenn Du Dich mit einem Gastronomiebetrieb selbständig machen willst, schaffe Eigenkapital, daß Du keinen Kredit mehr brauchst. Sobald mit dem ersten Gastro-Betrieb die ersten paar Millionen übers Konto gelaufen sind und Du willst dann mit dem gleichen Konzept einen neuen Betrieb eröffnen, kannst Du wieder bei einer Bank anklopfen. Vorher ist es schade um die schief gelaufenen Schuhsohlen.
und noch ein tipp an den fragesteller:
ohne eigenes kapital bist du in JEDEM FALL erpressbar.
und falls du dann kredit(e) am hals hast,
kannst du dir den rest selber ausmalen:
dann tanzt du nach einigen anderen pfeifen.
du musst fuer deinen unterhalt UND die rueckzahlung sorgen,
also die DOPPELTE summe einnehmen als du an sich zum leben
brauchen wuerdest (ohne steuern gerechnet).
ob das das leben ist ?..
versuch es trotzdem weiter;
denn traeume gibt man nicht einfach auf.
ein zweiter tipp:
spare JEDEN monat mindestens 10%, konstant!
in Ergänzung zu den untenstehenden Postings noch eine kleiner Zusatz, der allerdings mit einem extrem hohen Risiko verbunden ist. Wenn Du z.Z. noch in Lohn und Brot stehst, kannst Du einen normalen Kleinkredit von einer Bank bekommen und diesen als Eigenkapital einsetzen. Du erzählst der Bank allerdings, Du wolltest Dir ein neues Auto, eine Wohnzimmereinrichtung, etc. kaufen. Dafür bekommt man normalerweise problemlos einen Kredit.
Aber Vorsicht: Hart an der Grenze der Legalität, wenn nicht sogar überschritten, und Du hast noch weniger Spielraum als sonst, wenn Engpässe eintreten. Weiterhin solltest Du bedenken, daß 50% aller Existenzgründungen im Gastronomiebereich innerhalb der ersten zwei Jahren Konkurs anmelden müssen.
Wenn Du an Deine Idee glaubst, hol Dir lieber einen (stillen) Teilhaber, Infos und manchmal auch Vermittlung über die örtliche IHK.
das was ich in meiner bisher siebenjährigen Selbständigkeit
gelernt habe, ist das wenn die Banken schon NEIN sagen,
man es wirklich lassen sollte. Ich habe mich vor sieben
Jahren mit einer EK-Quote von ca. 20% selbständig gemacht,
inzwischen habe ich bereits zusätzlich über eine halbe Million
aus Mitteln der Verwandschaft reingeschossen, das meiste davon haben die Banken geschluckt.
Inzwischen habe ich zum Glück einen Ausweg aus der Misere
gefunden und stehe fast schuldenfrei da. Aber das Glück
habe ich meinen Eltern zu verdanken, nicht den Banken.
Jetzt gehe ich wieder normal arbeiten, mache jedoch
weiterhin was auf selbständiger Basis. Zum Glück habe ich
eine Geschäftsidee entwickelt, die mich keinen Pfennig
Kapital gekostet hat. Und das läuft, denn ich kann die
Gewinne wirklich für mich behalten und muß damit nicht
die teuren Anzüge der Bänker finanzieren.
Aber deinen Traum solltest du nicht aufgeben.
Ich kenne jemanden, der hat mit Zelten angefangen,
z.B. Silvesterpartys auf Marktplätzen und so. Durch
einen Kartenvorverkauf kann man ja gut an Kapital
kommen und kann damit die Veranstaltung ausrichten.
Vielleicht fängst du sowas erstmal an und sammelst
Kapital an ?