Finanzierung eines Studiums?!

Servuz,

Da ich bald vorhabe studieren zu gehen, und mir noch nicht so wirklich darüber im klaren bin wie ich das überhaupt finanzieren will würde ich gerna mal von euch wissen, wie ihr euer Studium finanziert.
Am liebsten wäre mir auch, wenn ihr dazu einen kleinen Erfahrungsbericht zu den folgenden Punkten dazu schreiben würdet:

  • Zeitaufwand (Muss man bspw. jedes Semster umfangreiche Folgeanträge ausfüllen und abschicken / Muss man seinem Geld ständig hinterher laufen?)
  • Auszahlung (Muss man evtl. nebenher noch jobben, um sich einigermassen über dir Runden zu schleppen, oder kann man sich voll aufs Studium konzentrieren)
  • Abhängikeit von den Eltern (Muss man bspw. um Anträge vollständig ausfüllen zu können mit seinen Eltern im Kontakt stehen[Ich frage, weil es um meine Beziehung zu meinen Eltern ohnehin nicht gut steht und ich befürchten muss, dass sie mir den einen oder anderen Stein in den Weg stellen würden, wenn sie könnten!] / Ist es wichtig wie viel sie verdienen?)
  • Kontinuität (Wie siehts aus, wenn man mal ein Semester versemelt hat, ist dann Schluß mit der Auszahlung?)

Über Antworten würde ich mich sehr freuen :wink:
MfG
Green_Pepper

Hi
Wesentlich scheint mir bei der ganzen Geschichte zu sein, weiterhin hartnäckig gegen diese Studiengebühren zu kämpfen. Dieser Versuch weiterer Entdemokratisierung muss konsequent bekämpft werden. Es darf nicht sein, dass nur Einzelkinder reicher Eltern studieren dürfen. Es muss auch Kindern aus kinderreichen Familien möglich sein, zu studieren. Wir dürfen nicht in eine frühkapitalistische oder Feudalzeit zurückfallen. Meine Kinder sollen keine schlechteren Bedingungen haben als ich seinerzeit.
Gruß,
Branden

Hallo Green_Pepper!

Hier mal meine Erfahrungen:

  • Zeitaufwand (Muss man bspw. jedes Semster umfangreiche
    Folgeanträge ausfüllen und abschicken / Muss man seinem Geld
    ständig hinterher laufen?)

Der Zeitaufwand geht bei Bafög so. Lästig sind Anträge immer, aber du musst sie nicht jedes Semester ausfüllen, sondern jedes Jahr (war zumindest bei mir so). Und die Folgeanträge sind meist auch nicht so zeitaufwändig wie der Erstantrag.

  • Auszahlung (Muss man evtl. nebenher noch jobben, um sich
    einigermassen über die Runden zu schleppen, oder kann man sich
    voll aufs Studium konzentrieren)

Das kommt ganz auf deinen Lebensstil an. Wenn du in einem Studentenwohnheim wohnst, hast du günstig ein Dach über dem Kopf und meist einen passablen Internetanschluss inklusive. Allerdings kann ich nicht verhehlen, dass es selbst mit Bafög-Höchstsatz nicht drin ist, sich ständig neu einzukleiden oder jedes Wocheende einen draufzumachen. Aber man wird mit der Zeit recht findig und erfinderisch, wenn es darum geht, günstig an Dinge zu kommen oder auch ohne Geldausgeben Spaß zu haben:wink: Solltest du jedoch auf einen gewissen Lebensstandard bestehen, wirst du um einen Nebenjob nicht herumkommen. Das aber auch nur in Absprache mit dem Bafög-Amt, sonst kommt´s evtl. zu Kürzungen.

  • Abhängikeit von den Eltern (Muss man bspw. um Anträge
    vollständig ausfüllen zu können mit seinen Eltern im Kontakt
    stehen[Ich frage, weil es um meine Beziehung zu meinen Eltern
    ohnehin nicht gut steht und ich befürchten muss, dass sie mir
    den einen oder anderen Stein in den Weg stellen würden, wenn
    sie könnten!] / Ist es wichtig wie viel sie verdienen?)

Es gibt die Möglichkeit, elternunabhängiges Bafög zu beantragen. Damit kenne ich mich aber nicht gut genug aus, dein Bafög-Amt berät dich aber sicher.

  • Kontinuität (Wie siehts aus, wenn man mal ein Semester
    versemelt hat, ist dann Schluß mit der Auszahlung?)

„Mal“ ein Semester versemmeln ist nicht schlimm, du musst nur am Ende deines Grundstudiums (Meist nach 4-5 Semestern) einen Nachweis erbringen, dass du angemessen studiert hast und in absehbarer Zeit deine Zwischenprüfung o.ä. ablegst. Wenn du allerdings nach 4 Semestern nur ein oder zwei Scheine gemacht hast, sieht´s dunkel aus.Nach dem Nachweis in der Halbzeit lässt dich das Bafög-Amt bis zum Ende der Regelstudienzeit auch in Ruhe. Danach stellen sie ihre Zahlungen sowieso ein.

Über Antworten würde ich mich sehr freuen :wink:

Ich hoffe, ich konnte dir helfen. Erkundige dich aber auf alle Fälle nochmal bei deinem zuständigen Bafög-Amt!

Gruß
Dine

Wesentlich scheint mir bei der ganzen Geschichte zu sein,
weiterhin hartnäckig gegen diese Studiengebühren zu kämpfen.
Dieser Versuch weiterer Entdemokratisierung muss konsequent
bekämpft werden. Es darf nicht sein, dass nur Einzelkinder
reicher Eltern studieren dürfen. Es muss auch Kindern aus
kinderreichen Familien möglich sein, zu studieren. Wir dürfen
nicht in eine frühkapitalistische oder Feudalzeit
zurückfallen. Meine Kinder sollen keine schlechteren
Bedingungen haben als ich seinerzeit.
Gruß,
Branden

Hallo Branden!

Obwohl ich ganz und gar deiner Meinung bin, befürchte ich, dass der Zug mittlerweile abgefahren ist. Der neuerliche Bildungsstreik hat doch die Einstellung der zuständigen Politiker mal wieder gezeigt. Es wird höchstens über das Engagement von Schülern und Studenten gelächelt und Gespräche werden abgeblockt. Wenn wir ehrlich sind, hat sich der Staat durch die Studiengebühren bereits so weit aus der Bildungsfinanzierung zurückgezogen, dass den Unis gar nichts weiter übrigbleibt, als die Gebühren aufrecht zu erhalten. Ich könnte mir für die Zukunft sogar eher eine Einführung von Schulgeld als eine Abschaffung der Studiengebühren vorstellen.
Dennoch bin ich deiner Meinung: die Hoffnung stirbt zuletzt:wink:

Gruß
Dine

Außerdem zieht das Argument nicht, dass Kinder aus kinderreichen Familien nicht studieren können. Ich zahle keine Studiengebühren, weil ich 2 Geschwister habe, für die meine Eltern noch Kindergeld bekommen.

Außerdem zieht das Argument nicht, dass Kinder aus
kinderreichen Familien nicht studieren können. Ich zahle keine
Studiengebühren, weil ich 2 Geschwister habe, für die meine
Eltern noch Kindergeld bekommen.

Ach ja, die lieben Studiengebühren. Dafür habt ihr doch jetzt auch mustergültige Professoren mit kleinen Seminargruppen, Top Ausstattung, jede Menge neue Tutoren und HiWis, aktuellsten Bestand in den Bibliotheken und immer schönes Wetter.

Meine Hoffnung ist ja, dass all die „Genau, die schmarotzenden Studenten sollen ordentlich löhnen“ Arbeiter spätestens dann zur Besinnung kommen, wenn ihr eigener Nachwuchs das Abitur schafft und dann die Studiengebühren selbst zahlen soll.

Gruß

Fritze

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So günstig wie in D ist ein Studium international nicht. Da sind noch mehr Studiengebühren. Außerdem bringt es für später etwas, wenn man nach dem Studium arbeitet. Warum soll man dafür nicht aufkommen? Ich erinnere mal an dieses Zitat: „Eine Investition in Wissen bringt immer noch die besten Zinsen.“ (Benjamin Franklin)

Ach ja, die lieben Studiengebühren. Dafür habt ihr doch jetzt
auch mustergültige Professoren mit kleinen Seminargruppen, Top
Ausstattung, jede Menge neue Tutoren und HiWis, aktuellsten
Bestand in den Bibliotheken und immer schönes Wetter.

Nun ja. Ich habe ein Hauptseminar, in dem ich die Hälfte der Seminargruppe darstelle. Englischkurse höchstens 25 Studenten, Spanischkurse höchstens 15. HiWis gibts schon ewig, aber ja, es werden neue eingestellt. Ausstattung… Naja wir bräuchten mal neue Tische und Stühle. Die dürfen aber nicht von den Studiengebühren bezahlt werden. Tutoren brauch ich nicht mehr, dazu bin ich zu weit, aber ich kenne ne Menge Leute, die jetzt Tutorien halten. Der Bestand in der Bibliothek ist gar nicht schlecht und wir dürfen Anschaffungsvorschläge machen. Mustergültige Professoren kann man leider nicht kaufen. Und schönes Wetter haben wir häufig :wink:.

Hi

International gibt es aber auch ein viel besseres Stipendiensystem bei dem engagierte und wirklich begabte Studenten wesentlich besser und auch umfassender gefördert werden ohne sie völlig zu verdrehen.

Wenn du in D mal von den wenigen Stipendiengebern die wegstreichst für die du

  • Mitglied der CDU
  • Mitglied der SPD
  • Mensa-Mitglied
  • mindestens 48Std. die Woche ehrenamtlich tätig sein musst (womit ein Vollzeitstudium gar nicht möglich ist und man im Prinzip die Arbeitsstunden schlecht bezahlt bekommt die mansonst in einem normalen Job verbringen könnte, nur das noch ZUSÄTZLICH der Notendruck aufkommt)

dann bleibt nicht mehr viel über. Das ist echt ein Witz.

Auch die Möglichkeiten sich mit tatsächlich studienrelevanten Leistungen (wie Vorträgen, Éssays, Rezensionen etc.) anstatt völlig unrelevanter Dinge (Treppenhaus putzen, Kellnern, prostituieren…) sich etwas hinzuzuverdienen sind in Deutschland extrem mager. Da habe ich in China bessere Möglichkeiten gesehen und auch in den USA gibt es mehr Möglichkeiten.

Hier ist das einzig gute Beispiel das ich je sah der Lehrstuhl für Koreanistik in Bochum, der Studenten regelmäßig zu Rezensionen, Besprechungen, Essays u.ä. drillt wofür es dann auch oft ordentliche Preise gibt oder eine Einstiegsmöglichkeit um bald gut zu verdienen.

An anderen Lehrstühlen dagegen gibt es nur Ausschreibungen für Doktorande und aller frühestens Master Absolventen, das ist eben schon ne andere Liga. Als Bachelor fühlt man sich nicht wirklich ernst genommen und davor ist man eh am A…
Und das ist nicht nur in Bochum so.

lg
Kate

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Hallo,

dann ist ja fast alles in bester Ordnung. Mein Vorschlag wäre daher, die Studiengebühren zu verdoppeln und dafür auch Ausgaben für neue Stühle und Tische zuzulassen.

Vielleicht bist Du dann die einzige Teilnehmerin im Seminar, besser geht’s dann nicht mehr.

Gruß

Fritze

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Hi

Hast du’s gut :frowning:

Nun ja. Ich habe ein Hauptseminar, in dem ich die Hälfte der
Seminargruppe darstelle.

Oh einmal hatte ich das auch ^^ aber auch nur, weil es ein Masterkurs war und der offiziell noch nicht lief.

Englischkurse höchstens 25 Studenten,
Spanischkurse höchstens 15.

*neid*
Letztes Semester wurde eine Veranstaltung anwesenheitsbefreit weil die 230 Studenten den auf 80 Leute ausgerichteten Hörsaal sprengten. Im Semester davor mussten wir uns über zwei Wochen in zwei Gruppen aufteilen (der Dozent wurde natürlich nicht für zwei Stunden bezahlt, es war nur nett von ihm) weil wir mit 92 Leuten in einen Raum für 20 Personen steckten- es war schön kuschlig warm.

In den Chinesischsprachkursen stehen wir regelmäßig mit viel zu vielen Leuten in viel zu kleinen Räumen (auch wenn zeitgleich bei den Ingenieuren 17 Leute einen ganzen Hörsaal besetzen). Mittlerweile werden wir in 2 Gruppen aufgeteilt aber die Räume sind immernoch zu klein. Und das in einem Fach wie Sinologie. Die Stories der Germanisten sind noch trauriger, wegen überfüllter Seminare gibt es Losssysteme und einige Leute haben schon seit einem Jahr keinen einzigen Kurs mehr bekommen oder zwei, die gleichzeitig stattfinden wodurch einer also nicht geht.

HiWis gibts schon ewig, aber ja,
es werden neue eingestellt. Ausstattung… Naja wir bräuchten
mal neue Tische und Stühle. Die dürfen aber nicht von den
Studiengebühren bezahlt werden.

Bei uns regnet es sogar im Keller durch… aber dafür wird ein drittes Biogebäude gebaut und Mikroskope wurden zum Teil aus dem Zentralteil der Studiengebühren bezahlt, was eignetlich nicht sein dürfte aber jetzt ist es passiert - sämtliche WIrtschaftswissenschaftler, Geistis, Maschinenbauer etc. die nie ein Mirkoskop brauchen werden haben dafür mitgeblecht.

Tutoren brauch ich nicht mehr,
dazu bin ich zu weit, aber ich kenne ne Menge Leute, die jetzt
Tutorien halten.

Da waren sie bei uns ganz schlau. Bis 2006 wurden sämtliche TUtorien eingestampft und keine Tutoren eingestellt, um dann jetzt zu sagen dass die Studiengebühren sooo nützlich sind und man jetzt sogar Tutorien hat… auch über die Qualität dieser lässt sich streiten.

Der Bestand in der Bibliothek ist gar nicht
schlecht und wir dürfen Anschaffungsvorschläge machen.
Mustergültige Professoren kann man leider nicht kaufen. Und
schönes Wetter haben wir häufig :wink:.

Zumindest in einem meiner Fächer wird kräftig angeschafft, das andere suckt dagegen weil es schon ne handvoll Anschaffungen gibt, diese aber nicht freigegeben werden und somit weder leihbar noch überhaupt verwendbar sind, da es nicht genug Bibliotheksangestellte dafür gibt.

lg
Kate

Nein, es ist nicht alles in bester Ordnung, das ist schon klar. Ich wäre übrigens froh, wenn in dem Seminar ein paar Leute mehr wären :wink:. Die Kursbegrenzungen gab es schon vor den Studiengebühren, jetzt ist es aber so, dass die meisten Studenten in den alten und alle in den neuen Studiengängen auch einen Platz bekommen. Als ich angefangen habe, waren noch viele Erstsemester ohne Englischkurs. Natürlich uncool, wenn man Anglistik studiert.

Hi

Wenn du in D mal von den wenigen Stipendiengebern die
wegstreichst für die du

  • Mitglied der CDU
  • Mitglied der SPD
  • Mensa-Mitglied
  • mindestens 48Std. die Woche ehrenamtlich tätig sein musst
    (womit ein Vollzeitstudium gar nicht möglich ist und man im
    Prinzip die Arbeitsstunden schlecht bezahlt bekommt die
    mansonst in einem normalen Job verbringen könnte, nur das noch
    ZUSÄTZLICH der Notendruck aufkommt)

dann bleibt nicht mehr viel über. Das ist echt ein Witz.

Ich kenne mehrere Leute, die bei der Konrad-Adenauer- oder bei der Hanns-Seidl-Stiftung sind, ohne CDU oder CSU Mitglied zu sein. Auch Leute, die bei der Friedrich-Ebert-Stiftung sind, ohne SPD-Mitglied zu sein. Außerdem Leute, die bei der Friedrich-Naumann-Stiftung sind, ohne in der FDP zu sein. Die einzigen Stiftungen mit definitiven Voraussetzungen sind das Cusanuswerk, in dem man katholisch und das Evangelische Studienwerk, in dem man evangelisch sein muss. Außerdem kenne ich keine Stiftung, bei der man Mensamitglied sein muss. Ich leiste höchstens 2 Stunden in der Woche geeinnützige Arbeit und hab trotzdem ein Stipendium.

Auch die Möglichkeiten sich mit tatsächlich studienrelevanten
Leistungen (wie Vorträgen, Éssays, Rezensionen etc.) anstatt
völlig unrelevanter Dinge (Treppenhaus putzen, Kellnern,
prostituieren…) sich etwas hinzuzuverdienen sind in
Deutschland extrem mager. Da habe ich in China bessere
Möglichkeiten gesehen und auch in den USA gibt es mehr
Möglichkeiten.

Tja, Möglichkeiten, studienrelevant Geld zu verdienen, hat man hierzulande nur als Lehramtsstudent oder als Professorenliebling. Oder wenns nen lockeren Professor gibt, der Studenten aufgrund guter Leistungen als Tutor oder Hiwi einstellt.

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ab hier geschlossen…
… weil es bezüglich der gestellten Frage off topic ist.
Gruss
Backs

Hallo,
zusaetzlich zu dem schon zum Thema Bafoeg geschriebenen moechte ich noch zwei Punkte anfuegen.
Nach Ablauf der Regelstudienzeit stellt das Bafoegamt ja bekanntlich seine Zahlungen ein, allerdings gab es zumindest vor ein paar Jahren noch die Moeglichkeit eine Weiter"foerderung" in Form eines zinsguenstigen Kredits fuer maximal 12 Monate zu erhalten, ich glaube, sofern man belegen konnte, dass abzusehen ist, dass man sein Studium auch abschliessen wird.
Daneben gibt es auch eine Auslandfoerderung um das fuer viele Studiengaenge ja geradezu obligatorische Auslandsemester oder -Jahr zu ermoeglichen. Da sind die Foerderungssaetze an die Lebenshaltungskosten im Gastland angepasst und ich glaube einen Reisekostenzuschuss gibt es auch.
Frueher war es (soweit ich mich erinnere) noch so, dass diese Auslandszeit nicht auf die Foerderungshoechstdauer angerechnet wurde. Man somit effektiv also laenger Bafoeg beziehen kann. Wie schon geschrieben, ob das derzeit noch so ist, weiss ich nicht.
Daneben gibt es auch Stipendien.
Ein das komplette Studium finanzierendes Stipendium kenne ich zwar nicht, aber beispielsweise der DAAD bietet fuer Studienvorhaben im Ausland (Teil)Stipendien an.

Liebe Gruesse

Paramecium

Sei gegrüßt.

vorhabe studieren

Was denn? Und auch wichtig: Wo?

wie ihr euer Studium finanziert(et)

Das erzähle ich Dir nicht, sonst weinst Du nur. :smile:

  • Zeitaufwand

BaföG 1x jährlich. Der Förderzeitraum beginnt zum Wintersemester (1.10.) und endet mit dem Sommersemester (30.9.).

  • Auszahlung

Das hängt von der Region in Deutschland ab!

Es existiert gegenwärtig ein starkes West-Ost-Gefälle.
In Sachsen gibt es z.B. keine Studiengebühren, der Wohnungsleerstand ist beträchtlich, so daß die Mieten gering sind, die Lebenshaltungskosten liegen auf Westniveau, aus unerfindlichen Gründen hier und da sogar oberhalb. (Supermarktpreise einiger Großketten.)

Der Osten ist insgesamt deutlich attraktiver zum Studieren.
Meiner Erfahrung nach sind die Universitäten und Fachhochschulen auch besser ausgestattet, das Studium ist in der Betreuung etwas engmaschiger. Das Niveau streut natürlich, im Mittel liegt es höher, die durchschnittlichen Studienzeiten sind kürzer.

Aber: Das galt für die Diplom- und Magisterwelt. Belastbare Zahlen für Bätschler und Master stehen noch aus. Ich verrate allerdings kein Geheimnis, wenn ich meine eigenen Erfahrungen zugrundelege und die Beobachtungen über die Studenten als „Bätschlerkatastrophe“ tituliere.

Der Höchstsatz BaföG ist trotzdem knapp, große Sprünge sind nicht.
Ein- oder zweimal die Woche zünftig trinken gehen, ist (im Osten) aber drin. Die meisten Studenten, die ich näher kenne, und die ziemlich gut haushalten, kommen mit den 550 € hauchdünn hin. Da ist ein teurer Spaß wie das Auto noch nicht mitgerechnet.

Du solltest jedoch nicht vergessen, daß das Studium die tollste Zeit im Leben sein sollte, was einen exorbitanten Wohlstand unnötig macht.
Wer das möchte, soll gleich an Privatuniversitäten abmarschieren.

Ob Du Deine Kasse mit Hilfe zusätzlicher Arbeit aufbessern willst, hängt am Studiengang. Mathematik, Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften? Da ist Arbeiten passé. Die Vorlesungen liegen im allgemeinen in den Kernzeiten des gesellschaftlichen Arbeitens (7-15 Uhr) plus Nachbereitung. Da müßtest Du eine flexible Stelle erwischen, die Dich möglichst abends fordert.

Nachhilfe ist immer eine Option und spült die Kosten für die wöchentlichen Lebensmitteleinkäufen ins Geldtäschel. Studentische Projekte als HiWi bringen gutes Geld (6,45€/h; 20h/Monat).

Willst Du studieren, dann laß das Arbeiten. Das bremst und dehnt nur Dein Studium, und das bescheidene Studentenleben hat noch jeder überlebt. :smile:

  • Abhängikeit von den Eltern

BaföG ist Geld, an das man nur über die Eltern herankommt.

Elternunabhängiges BaföG gilt, soweit ich weiß, für im Vorfeld qualifizierte Leute, die es mit 30 noch einmal wissen wollen.

mit seinen Eltern im Kontakt stehen

Ja, mehrere Formblätter sind von den Eltern auszufüllen und zu unterschreiben.
Und weil wir hier in Deutschland sind, mußt das natürlich alljährlich durchgeführt werden — denn es könnte ja ein Normalbürger 100 € zuviel bekommen, während kriminelles Drecksgesoxe wie Zumwinkel & Managerkonsorten sich die Millionen ungestraft in die Tasche stecken.

Ist es wichtig wie viel sie verdienen?

Natürlich. Die Rechengrundlage für Dein BaföG ist die Einkommens- und Vermögenslage Deiner Eltern ZWEI JAHRE IN DER VERGANGENHEIT.

  • Kontinuität

Das kommt darauf an.

Wer zum 4. Semester das Vordiplom nicht bestanden hatte, konnte per Dokument des Prüfungsamtes „studienübliche Leistungen“ nachweisen.

Der Bätschler kennt keine Studienphasen mehr; die Rechtslage ist meines Wissens so, daß der Nachweis nach §48 ebenfalls Ende des 4. Semesters vorgelegt werden muß und an bestimmte Modulnoten bzw. Leistungspunkte gekoppelt ist.

Du sollst einen akzeptablen Studienfortschritt beweisen, was im Bachelor zeitweilig zum GAU führen kann. Der Bätschler ist nämlich modularisiert und in der Regel dürfen weiterführende Module nicht einmal gehört werden, wenn Grundlagenmodule nicht gehört oder nicht bestanden worden sind. Die falsche Prüfung zur falschen Zeit nicht bestanden kann leicht Kettenreaktionen auslösen, die direkt zum Studienabbruch führen, weil die finanzielle oder soziale Lage die Weiterführung des Studiums verhindert.
Diese Fälle sehe ich mittlerweile ständig, kein Semester vergeht ohne Abbrecher auf Grund von „dumm gelaufen“; im Diplom gab es das nur, wenn sich das Prüfungsamt bescheuert aufgeführt hat – war natürlich vorkam, aber nicht dermaßen gehäuft und systematisch.

Das heißt: Unbedingt am Ball bleiben. Volle Kanne studieren, nicht links schauen, nicht rechts schauen. Anlauf holen, Geschwindigkeit aufnehmen, Oberkörper abknicken, Kopf auf die Brust legen und mit aller Gewalt wie ein Stier durch die Wand.
Wenn Du den Anschluß behälst, packst Du es. Scheiterst Du zu oft im 1. oder 2. Semester hat es sich erledigt.

Ich wünsche Dir FF - Fiel Fergnügen!

Grüße :smile: