Finanzierung Hausbau/-kauf in drei Jahren

Hallo,

meine Freundin und ich (beide ca. 30, ab naechstem Sommer verheiratet) wollen in ca. drei Jahren ein Haus bauen/kaufen.

Momentane Ausgangslage:
ca. 45 Tsd. EUR Eigenkapital, das sich wie folgt aufteilt
|-- 24 Tsd. EUR auf Tagesgeldkonten
|-- 10 Tsd. EUR in Bundesschatzbriefen
|-- 6 Tsd. EUR auf BSV ueber 10 Tsd. EUR (BSV1)
|-- 4 Tsd. EUR auf BSV ueber 50 Tsd. EUR (BSV2)

Leider weiss ich jetzt nicht genau, wann die BSV zuteilungsreif sind. Ich denke mal, der grosse BSV2 ca. 2012 und BSV1 ist wohl jetzt schon zuteilungsreif.

Sparen koennen wir ca. 25 Tsd. EUR pro Jahr.

Ich hatte vor einigen Wochen einen Beratungstermin bei einem Sparkassen-Berater (Verwandter der Familie, nach eigenen Angaben nicht provisions-abhaengig).
Dieser hat mir jetzt folgende Strategie fuer unser Vorhaben unterbreitet:

  1. Reduzierung von BSV2 auf 10 Tsd. EUR, da der Darlehenszins mit 4,5% viel zu hoch sei
  2. Anlage zweier neuer BSVs ueber jeweils 50 Tsd. und diese dann ansparen (Darlehenszins bei LBS wohl momentan 2,9%)

Irgendwie kann ich mich mit dieser Idee jedoch nicht so wirklich anfreunden, da diese Variante meiner Meinung nach folgende Schwachpunkte aufweist:

  1. Es dauert viel zu lange bis die BSV zuteilungsreif sind (oder geht das auch ueber drei Jahreund nicht sieben?).
  2. Das Ganze wird jede Menge Gebuehren nach sich ziehen
  3. Wenn ich die BSV zwischenfinanziere, nuetzt mir der gute Darlehenszins (momentan wohl 2,9 %) auch nichts mehr…
  4. Schlechte Rendite fuer das angesparte Geld

Ich wuerde eher dazu tendieren, weiter Geld auf Tagesgeldkonten anzusparen (in 3 Jahren haetten wir minimal 100 Tsd. Eur angespart), und in 3 Jahren ein Annuitaetendarlehen aufzunehmen.

Was wuerdet ihr an unserer Stelle machen?

DANKE.

  1. Reduzierung von BSV2 auf 10 Tsd. EUR, da der Darlehenszins
    mit 4,5% viel zu hoch sei

Dann ist der Guthabenzins ebenfalls hoch, also eher ansapren bis zur Zuteiolung und dann nur das Guthaben auszahlen lassen.

  1. Anlage zweier neuer BSVs ueber jeweils 50 Tsd. und diese
    dann ansparen (Darlehenszins bei LBS wohl momentan 2,9%)

Unsinn, viel zu teuer.

  1. Es dauert viel zu lange bis die BSV zuteilungsreif sind
    (oder geht das auch ueber drei Jahreund nicht sieben?).

Stimmt, neue BSV helfen Dir jetzt nicht.

  1. Das Ganze wird jede Menge Gebuehren nach sich ziehen

Stimmt auffallend.

  1. Wenn ich die BSV zwischenfinanziere, nuetzt mir der gute
    Darlehenszins (momentan wohl 2,9 %) auch nichts mehr…

Der Kandidat hat 100 Punkte.

  1. Schlechte Rendite fuer das angesparte Geld

Jepp.

Ich wuerde eher dazu tendieren, weiter Geld auf
Tagesgeldkonten anzusparen (in 3 Jahren haetten wir minimal
100 Tsd. Eur angespart), und in 3 Jahren ein
Annuitaetendarlehen aufzunehmen.

Wenn Du willst, kannst du nächste Woche bei mir anfangen.

Was wuerdet ihr an unserer Stelle machen?

Genauso würde ich es machen.

Hi erstma,

  1. Reduzierung von BSV2 auf 10 Tsd. EUR, da der Darlehenszins
    mit 4,5% viel zu hoch sei
  2. Anlage zweier neuer BSVs ueber jeweils 50 Tsd. und diese
    dann ansparen (Darlehenszins bei LBS wohl momentan 2,9%)

So doof wie sich der Vorschlag anhört ist er eigentlich gar nicht, er hat ein paar vor und auch ein paar Nachteile.

  1. Es dauert viel zu lange bis die BSV zuteilungsreif sind
    (oder geht das auch ueber drei Jahreund nicht sieben?).

Vergeß die 7 Jahre, diese Frist ist nur für VL- Anlagen interessant, und die auch nur wenn man die sttaltiche Förderung haben will. Da ihr knapp 25.000 € im Jahr übrig habt, werdet ihr die aber wohl eher nicht erhalten, da ihr zu viel verdienen werdet. Ansonsten sind Bausparverträge theoretisch sehr schnell ansparbar, es gibt halt nur je nach Tarif eine Mindestansparzeit, die liegt meist so um die 18 Monate.

  1. Das Ganze wird jede Menge Gebuehren nach sich ziehen

korrekt und zwar genau die Abschlussprovision für die neuen BSV-Verträge, in der Regel 1 % der Bausparsumme. Also bei 100.000€, 1000€ Provision

  1. Wenn ich die BSV zwischenfinanziere, nuetzt mir der gute
    Darlehenszins (momentan wohl 2,9 %) auch nichts mehr…

Falsch, hängt von der Dauer der Zwischenfinanzierung ab, aber in der Regel ist die Aufnahme eines Bauspardarlehens, trotz Zwischenfinanzierung(die Teurer ist als ein Annuitätendarlehen) insgesamt über die Dauer immer noch deutlich günstiger als die Aufnahme eines Annuitätendarlehens. da das deutlich günstigere Bausaprdarlehen dies mehr als wett macht über die Zeit einiger Jahre.
Hinzu kommt, das ihr höchstwahrscheinlich gar nicht Zwischenfinanzieren müßt. Mit dem Geld was ihr bis dahin anspart würdet ihr die beiden Bausparverträge locker Zuteilungsreif bekommen

  1. Schlechte Rendite fuer das angesparte Geld

Ich wuerde eher dazu tendieren, weiter Geld auf
Tagesgeldkonten anzusparen

Zu 4 stimmt, die Verzinsung von Bausparverträgen ist wirklich Grottenschlecht. Aber das schöne an Bausparverträgen ist, man muss nicht regelmäßig in einen Bausparvertrag ansparen. Spar dein Geld ruhig auf Tagesgeldkonten an, und wenn es mit dem Hausbau konkret wird, rufst du bei deiner Bank an und fragst welche Summe du auf deine Bausparverträge jetzt einzahlen mußt um den zu einen bestimmten Termin Zuteilungsreif zu haben. Dann überweist du die Gesamtsumme. So kannst du beides haben Gute Verzinsung und das günstige Bauspardarlehen.

Mein Vorschlag an euch wäre:

  • ruhig Abschluss 1 weiteren BSP-Vertrages über 50.000€ (die BSP-Darlehen sind zZ einfach sensationell günstig)
  • nur geringe Regelmäßige Ratenbesparung der BSP-Verträge (regelmäßige Sparer haben bessere Bewertungskennzahl, also irgendwie nur 10€ oder 20€ Rate im Monat einzahlen)
  • Ansparung auf besser verzinsten Sparverträgen/Tagesgeldkonten etc.
  • Abwägung ob Darlehenszinsersparnis bei Abschluss 2 BSP-Vertrages zu eurem bereits vorhandenen 50.000€ BSP- Vertrag, erneute Abschlussgebühr von 500€ über Tilgungsdauer wettmachen kann
  • falls ja Fristgerechte Kündigung der vorhandenen Bausparverträge, dass Geld darauf ist einfach zu schlecht verzinst, also weg damit und Lagerung auf gut verzinsten Anlagen

Vorteile:

  • Wahrnehmung zinsgünstiger Bauspardarlehen
  • dadurch weniger Risiko für finanzierende Bank, bringt günstigeren Annuitätendarlehenszinssatz
  • für euch größere Flexibilität bei der Tilgung der Darlehen, bei Bauspardarlehen könnt ihr jederzeit in beliebiger Höhe Sondertilgen und so die Abzahlung des Darlehens beschleunigen. Dies ist bei Annuitätendarlehen nicht möglich, selbst wenn ihr eine Sondertilgung mit der Bank vereinbart ist diese in der Regel auf eine bestimmte Höchstsumme gedeckelt. Diese Flexibilität kann euch über die Jahre viel Geld sparen.

Nachteile:

  • zusätzliche Gebühren für Bausparvertragsabschlüsse
  • Bauspardarlehen werden in der Regel schneller getilgt als Annuitätendarlehen (BSP-Verträge: 8-12 Jahre, je nach Tarif, Annuitätendarlehen 20-30 Jahre)
  • dadurch höhere monatliche Raten insgesamt zu Beginn der Finanzierung