Finanzierung Hauskauf

Hallo,

meine Partnerin und ich haben vor im Jahre 2009, bzw. 2010 ein Haus zu kaufen. Preislich sollte es ca bei 250.000 - 300.000 Euro liegen. Momenatn zahlen wir 565 Euro Miete plus 200 Euro Nebenkosten. Da für 2008 Nachwuchs geplant ist, sollte die Abtragung für das Haus mit allen anfallenden Nebenkosten ca. im gleichen Rahmen liegen.
Nun meine Frage:

Wie lange werden wir fianzieren müssen, und wie hoch wird die Abtagung realistich sein? Geht so eine Finanzierung auch ohne Eigenkapital? Sind 30 Jahre zu lang? Wir sind 2010 dann 33 & 28 Jahre alt!

Danke für alle Antworten!

Hallo Big Gin,

Wie lange werden wir fianzieren müssen, und wie hoch wird die
Abtagung realistich sein?

Das Eine hängt vom Anderen ab. Je mehr Ihr monatlich zurückzahlt, desto schneller seid Ihr fertig.
Rechne selbst:

300.000 Euro bei z.B. 5% Zinsen p.a. (keiner weiß wie hoch die Zinsen 2009/2010 sein werden) = 15.000 Euro im Jahr, also 1.250 Euro monatlich.
Das sin NUR Zinsen. Kommt mal Minimum noch 1% Tilgung jährlich dazu, das sind nochmal 300 euro p.a. bzw. 25 euro mtl. = 1.275 euro mtl…
Daran dürftest Du geschätzt ca. 35 Jahre abzahlen, vielleicht sogar länger. Google mal nach einem Annuitätsrechner oder bemüh die Formel in Excel.
Bei den derzeit niedrigen Zinsen macht eine höhere anfängliche Tilgung Sinn. Sonst dauert es zu lange. Außerdem sollte ein Puffer da sein, falls bei Ablauf der nächsten Zinsfestschreibung die Zinsen deutlich höher sind. Also: 1.300 euro mtl oder mehr… .

Geht so eine Finanzierung auch ohne
Eigenkapital?

Vielleicht findest Du eine Bank, die das ohne EK macht. Am ehesten, wenn Du für ca. 20% der Kaufsumme andere Sicherheiten hast.
Aber mein Tipp: Tu´s nicht! Der Löwenanteil der Zwangsversteigerungen rührt aus Finanzierungen ohne oder mit weniger als 20% EK! Dann hast Du kein Haus und Dein Leben lang nur Schulden… . Schade für den Nachwuchs.

Sind 30 Jahre zu lang? Wir sind 2010 dann 33 &
28 Jahre alt!

Das müßt Ihr entscheiden. Da wir wohl sowieso alle bis 70 arbeiten müssen, könnte das schon gehen. Ob das allerdings der Arbeitsmarkt hergibt weiß niemand. Außerdem brauchst Du dann eine sehr gute Berufsunfähigkeitsabsicherung, da dieses Risiko mit dem Alter immer mehr zunimmt.

Wo ich Dir aber leider gar keinen Mut machen kann, ist bei dem monatlichen Betrag von rund 600 euro mtl. Du siehst an der Rechnung oben, dass Du dafür nicht mal 150.000 Euro sicher finanzieren kannst. Die Nebenkosten sind mindestens genauso hoch wie in der Mietwohnung (eher höher, da Ihr Euch wohl auch vergrößern wollt) und es kommen neue Kosten dazu, die bisher Dein Vermieter trägt. Außerdem mußt Du eine Instandhaltungsrücklage einkalkulieren.
Sorry, aber da würdet Ihr Euch, glaube ich, seeehr weh tun!

VORSICHT:
Du findest vielleicht Bausparberater die Dir vorrechnen, dass das durch geschicktes Verschachteln von verschiedenen Bausparverträgen trotzdem funktionieren soll!
Klar geht das. Und die Erde ist eine Scheibe, Wasser fließt bergauf und die Sonne dreht sich um die Erde, oder?
Stell so ein Angebot dann gerne mal zur Prüfung hier rein. Wir schaun dann gerne mal drüber… :wink:

Tut mir leid, dass ich keine besseren Nachrichten für Euch habe.

Gruß Schorsch

Haus zu kaufen. Preislich sollte es ca bei 250.000 - 300.000
Euro liegen. Momenatn zahlen wir 565 Euro Miete plus 200 Euro

Abtragung für das Haus mit allen anfallenden Nebenkosten ca.
im gleichen Rahmen liegen.
Nun meine Frage:

Sorry, aber das wird so nicht klappen. Für ein Darlehen in dieser Größenordnung müßt Ihr erheblich mehr als 565 € an Abtrag rechnen.

Hi

Mein Vorredner hats eigentlich schon auf den punkt gebracht.

Ich bringe noch eine weitere Rechnung dazu, die man auch mit berücksichtigen sollte.

Angenommen eine Finazierung würde euch mtl 200 € mehr kosten (wahrscheinlich mehr) als eure derzeitige Mietwohnung. Mal angenommen man würde jetzt für 100€ mehr eine Mietwohnung nehmen und die 100€ diverenz die übrig bleiben in einen vernünftigen Sparanlage anlegen. Wenn die finanzierung 30 Jahre lang laufen würde, könnte man bei einer größeren Mietwohnung 30 Jahre 100€ mtl ansparen.

Bei einer durchschnittlichen vernünftigen Anlage sind 6% bei 30 Jahren nicht unrealistisch, d.h. ihr hättet nach 30 Jahren über 100.000€ angespart. Dazu kommt noch die priv. Altersvorsorge die ihr trotz Eigenheim auch hättet.

Die Reserven die normal für Renovierung und Reparaturen nötig wären, könnt ihr regelmäßig für Urlaub gebrauchen. Wenn die Arbeit es verlangt, könnt ihr schnell umziehen. Wenn die Kinder aus dem Haus sind, könnt ihr eine kleinere Wohnung nehmen, denn die zusätzlichen Zimmer werden a) nichtmehr gebraucht b) sind als Rentner nur eine Belastung (putzen etc.) und wenn ihr als Rentner 2 Jahre auf Weltreise gehen wollt, dann wird eur Möbel zwischengelagert um z.B. kosten einzusparen. Evtl muss man sogar ins Pflegeheim, d.h. das Haus müsste wahrscheinlich verkauft werden um die Zusatzkosten zu finanzieren da man mit solchen Kosten nicht gerechnet hat…

Ihr seit also viel Flexibler mit einer Mietwohnung. Ihr braucht euch in 30 Jahren keine gedanken zu machen, ob die Heizung den nächsten winter überlebt, ihr braucht nicht renovieren, wenn eurer Nachbar alle terrorisiet, dann zieht ihr einfach um ohne das ihr angst haben müsst, dass ihr euer Haus nicht verkauft bekommt…

Eigenheim = Altersvorsorge ist nichtmehr gültig. Eine vernünftig geplante Altersvorsorge halte ich für deutlich wichtiger, denn ohne wird später auch das Eigenheim aus not weg sein.

Gruß

Schulte

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Hallo,

Bei einer durchschnittlichen vernünftigen Anlage sind 6% bei
30 Jahren nicht unrealistisch, d.h. ihr hättet nach 30 Jahren
über 100.000€ angespart.

bei Bundesanleihen erhälst Du auf 30 Jahre eine Rendite von rd. 4 %. Natürlich können die Zinssätze auch steigen, aber 6% p.a. über einen Zeitraum von 30 Jahren erscheint mir doch etwas sehr ambitioniert.

Eigenheim = Altersvorsorge ist nichtmehr gültig. Eine
vernünftig geplante Altersvorsorge halte ich für deutlich
wichtiger, denn ohne wird später auch das Eigenheim aus not
weg sein.

Wieso das? An Nebenkosten sollten inkl. Instandhaltungsrücklage nicht mehr als 200-300 Euro monatlich zzgl. Strom anfallen.

Gruß,
Christian

Hallo,

Preislich sollte es ca bei 250.000 - 300.000
Euro liegen. Momenatn zahlen wir 565 Euro Miete

das sind 6780 € pro Jahr Miete.
rechnen wir mit 250.000 € Kaufpreis:
Dann sind die 6780 € 2,71 % davon!
Dann dürfte der Zinssatz also nicht über 1,7 % liegen, denn etwas tilgen müßt ihr ja auch.
– > das wird nicht klappen.

plus 200 Euro
Nebenkosten. […] sollte
im gleichen Rahmen liegen.

Damit kommst Du wahrscheinlich auch nicht hin, denn ein Haus ist üblicherweise größer und somit teurer bzgl. Nebenkosten.

Nun meine Frage:

Wie lange werden wir fianzieren müssen, und wie hoch wird die
Abtagung realistich sein? Geht so eine Finanzierung auch ohne
Eigenkapital? Sind 30 Jahre zu lang? Wir sind 2010 dann 33 &
28 Jahre alt!

Rechnen wir wieder mit 250.000 €
5 % Zinssatz (der Satz lag in den letzten 30 Jahren bei rund 7,x %)
dann sind das allein 12500 € Zinsen pro Jahr. Dazu kommen dann noch (mindestens) ein % Tilgung sprich 2500 € (bei 2% sinds schon 5000).
In Summe also 15000 oder 17500 Euro pro Jahr oder 1250 € pro Monat (1458 € bei 2 % Tilgung).
Die Nebenkosten sind auch höher als bisher!

Es gibt also zwei Möglichkeiten:
Lottogewinn bzw. Sponsor, oder vergessen.
Möglichkeit zwei erscheint mir realistischer.

Gandalf

Hi

Hallo,

Bei einer durchschnittlichen vernünftigen Anlage sind 6% bei
30 Jahren nicht unrealistisch, d.h. ihr hättet nach 30 Jahren
über 100.000€ angespart.

bei Bundesanleihen erhälst Du auf 30 Jahre eine Rendite von
rd. 4 %. Natürlich können die Zinssätze auch steigen, aber 6%
p.a. über einen Zeitraum von 30 Jahren erscheint mir doch
etwas sehr ambitioniert.

Da es eine langfristige Anlage wäre, könnte man bei Fonds schon 6% schaffen. Außerdem, je mehr man zur Seite legen kann, desto besser kann man mischen/streuen.

Eigenheim = Altersvorsorge ist nichtmehr gültig. Eine
vernünftig geplante Altersvorsorge halte ich für deutlich
wichtiger, denn ohne wird später auch das Eigenheim aus not
weg sein.

Wieso das? An Nebenkosten sollten inkl.
Instandhaltungsrücklage nicht mehr als 200-300 Euro monatlich
zzgl. Strom anfallen.

und wie hoch ist die Rente bzw. leistungen die man in 30 Jahren vom Staat erhalten wird? Sicherlich geringer als jetzt, d.h. die priv. Vorsorge wird immer wichtiger.

Wenn man aber ein Eigenheim finanzieren muss, kann man nicht so viel in die priv. Vorsorge investieren. Die meisten fangen also erst später an etwas zur seite zu legen bzw. nur mit geringen beiträgen. Wenn man aber früher anfängt mehr für die priv. Altersv. zu tun, profitiert man stärker vom Zines-Zins effekt bzw. eintrittsalter.

Außerdem ist es jetzt schon u.U. so, dass wenn man z.B. Sozialleitungen erhält für Bspw. Pflegefälle, dass das Eigenheim entweder Verkauft werden muss oder die Finanziellen mittel von dem Nachwuchs zurückgefordert werden.

Die älteren Generationen bekommen mehr leistungen vom Staat. Sie mussten auch nicht soviel privat Vorsorgen daher konnte man früher schon sagen, dass Eigenheim eine Altersvorsorge ist. Aber wenn man später nicht von dem Leben kann was man hat, ist auch ein Haus schnell weg.

Gruß