Finanzierung: Praktikum in den USA

Hallo Ihr,

eine Freundin und ich möchten nächstes Jahr im Wintersemester für 6 Monate ein Praktikum in den USA machen. Eine Praktikumsstelle habe wir schon. Es hänkt im Moment aber noch an der Finanzierung.
Wir studieren Biologie auf Diplom und das Praktikum wäre auch auf diesem Gebiet.
Welche Möglichkeiten der Finanzierung gäbe es?
Welche Vorraussetzungen sind an das Bafög geknüpft? Wir haben gehört, dass das Praktikum studiumsrelevant sein muss. Kann damit jemand was anfangen?
Vielen Dank für eure Hilfe von uns. Wir sind über jeden Tipp dankbar.

Viele liebe Grüße
Conny und Rebecca

Hallo du,
normalerweise sollte man sich erst um die Finanzierung und dann um das Praktika kümmern, aber sei´s drum…
Schaut mal beim daad nach, die fördern sowas, außerdem gibt´s die Möglichkeit Auslandsbafög zu beantragen. Informiert euch, ob es an eurer Fakultät einen Prof gibt, der für Auslandsaufenthalte zuständig ist (normalerweise sollte es den geben) und fragt da nochmal. außerdem kann man immer noch einen Kredit beantragen, auch da kann das BAföG Amt oder der daad Auskunft geben.
So, mit diesen Stichwörtern und 30min Internetrecherche solltet ihr beiden weiterkommen :smile: Viel Glück

H wie Hola.

Leben in den USA ist teuer - das nimmt sich nichts mit Deutschland.
Vielleicht hättet ihr klären sollen, inwieweit es auch ein oder zwei Groschen für das Praktikum gibt.

Ansonsten: Auslands-BaföG muß mind. ein halbes Jahr vorher vollständig beantragt werden. Da natürlich die Einkommensbescheide aus der Zukunft nicht vorliegen, muß eine Schätzung angesetzt werden. Fällt diese zu hoch aus, gibt es nachher Geld raus; wird zu niedrig geschätzt, muß nachgezahlt werden.

Wie sich die detaillierten Voraussetzungen darstellen, weiß ich gar nicht - man sollte aber mit den vom normalen BAföG bekannten Spielregeln aus dem Inland rechnen, mindestens.

Sich an diverse Organisationen zu wenden, wäre auch keine schlechte Idee gewesen, bspw. ein Austausch im Rahmen universitärer Kooperation.

Hinzu kommt: Schaut euch vorher ganz genau an, was dort in dem Praktikum abgeht und sprecht euch VORHER mit dem Prüfungsamt ab, ob dieses oder jenes (im Groben!) denn dann als das klassische diplomrelevante Praxissemester anerkannt wird. Nicht daß ihr dann dasteht, und die superenthusiastischen :wink: Damen und Herren hinter ihrem allmächtigen Schreibtisch sagen „Gibts nicht - erkennen wir nicht an aus blablablablablablablablablabla…“.

Kenne genügend Fälle, wo sich teilweise unglaublich genau an die Praktikumsordnung des Studienganges gehalten wurde und in Konsequenz dann viele Wochen Arbeit als „unzureichend“, „fachfremd“ oder weiß der Geier was abgelehnt worden sind.

Wenn dort also steht „wissenschaftliche Bearbeitung einer typischen Aufgabenstellung eines Diplombiologen“ (oder so ein Geblubber), achtet wenigstens (!!) darauf, daß euch euer Arbeitgeber irgendwas BRAUCHBARES in diese Richtung später in euren Nachweis einträgt, auch wenn ihr desöfteren was anderes gemacht habt. :wink: :smile: :smile:

Als USA-Einheimischer noch ein paar kleine Ecken und Kanten, die gerne übersehen werden:

Achtet auf den Paß! Er muß mind. noch ein halbes Jahr gültig sein - ohne biometrischen geht eigentlich gar nichts mehr. Laßt euch also rechtzeitig einen neuen Reisepaß ausstellen.

Kümmert euch rechtzeitig um die nötigen Visa. Was ihr konkret für welche braucht, entzieht sich meiner Kenntnis (ich habe das Problem ja nicht *gg*), doch bewegt euch möglichst früh. Man sollte es nicht auf die letzte Sekunde ankommen lassen, wenn es um Behörenangelegenheiten geht.
Auch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten (eher: begrenzte Unmöglichkeiten) hat eine vielfältige und vortreffliche Bürokratie im Angebot…

Tauscht nur wenig Geld bei euch in Deutschland.
Entgegen der verbreiteten Meinung, gibt es hier durchaus Wechselstuben. Und die Tauschen nach tagesaktuellem Börsenkurs (zumindest die, die ich kenne). Banken nutzen grundsätzlich über längere Zeiträume gemittelte Kurse und behalten davon immer noch so dies und das ein. Jedoch vorher unbedingt erkundigen (irgendwie),
ob in eurem Einzugsgebiet eine solche Wechselstube vorhanden ist.
In NYC sieht man sie auf jeden Fall.

Besorgt euch dringend eine Kreditkarte. Vorzugsweise VISA.
Für Studenten gibt es immer Angebote ohne Stolperfallen und
für gute Konditionen. Das Stück Plaste erleichtert euer Leben
dort ungemein. Es ist auch eine echte Alternative zu dem Spiel
mit den Wechselstuben. Auch beim Geldholen per Kreditkarte
gibts den aktuellen Börsenkurs, nur die Gebühren fallen eben an.

Haltet die Augen offen nach Nebenjobs. Auch wenn der Herr Bush sich rege Mühe gegeben hat, so konnte er den funktionierenden Arbeitsmarkt noch nicht völlig zerstören…
Nachhilfe sollte für euch eigentlich das naheliegendste sein.
Im Grund leichtverdientes, gutes Geld.
Ansonsten findet man immer irgendwas in irgendwelchen Küchen oder Restaurants oder weiß der Teufel was.
Bleibt am Ball. Auch dieses Geld hilft Haushalten.

Seht euch unbedingt ein paar Tage New York an. :wink:

MfG

Hi Rebecca et al.,

eine Freundin und ich möchten nächstes Jahr im Wintersemester
für 6 Monate ein Praktikum in den USA machen. Eine
Praktikumsstelle habe wir schon.

Was machst du da? irgendwas biologisches? dann hat sich das hier ja schon
geklärt:

Wir haben gehört, dass das Praktikum studiumsrelevant sein muss.

Du sollst ja dort was lernen und nicht etwa kopieren und Kaffee
kochen…

Welche Möglichkeiten der Finanzierung gäbe es?

Keine Ahnung, was da bei dir geht - m.W. gibt es in Baden-Württemberg ne
Möglichkeit, einen Reisekostenzuschuss zu beantragen (Evtl. läuft das über das
Kultusministerium, bin mir aber nicht sicher). Im Gegensatz zu diversen anderen
Stipendien geht das auch noch relativ kurzfristig (dh. nicht schon Jahre davor
zu beantragen). Vielleicht gibt es sowas ja auch bei euch.

Ansonsten kennt sich das Akademische Auslandsamt deiner Hochschule, neudeutsch
„international Office“, idR recht gut mit diesem Thema aus.

Grüße, Simon

Hallo Becki, hallo Rebekka,

ihr habt das schon ganz richtig gemacht, ohne feste Zusage ist es im allgemeinen schwer um Geld zu betteln.
Für die USA ist es allerdings schwierig aus vielen Fördertöpfen fallen die raus. Auslandsbafög gibt es generell nur, wenn das Praktikum fest Bestandteil der Prüfungsordnung ist und man muß auch sonst berechtigter Empfänger sein.

Es gibt nun jede Menge Stiftungen, die Ihr abklappern könnt. Ein Tipp von mir ist www.stiftungsfonds.de. Ich habe damals beim Praktikum in den USA dort zumindest mit ein paar DM unterstützt bekommen. Vorteil ist, die fördern frei, d.h. ohne strenge Vorgaben.
Der daad ist meist nicht sehr hilfreich für „normalsterbliche“, aber probieren kann man es ja. Dann würde ich noch alle großen Bio/Pharma-Unternehmen abklappern, manchmal gibt es auch hier kleinere Stiftungen.

Habt Ihr mal bei Eurem Praktikumsgeber angefragt, wie es mit Stellung einer unterkunft aussieht? oder generell nach einer Entlohnung? „Dreist“ kommt nach meinen erfahrungen, in den USA sehr viel weiter. Unterkunft ist oft der fetteste Brocken und damit habt Ihr schon mal viel gespart.

Ansonsten gibt es die Möglichkeit mit dem Work&Holiday Visum rüber zugehen und nebenbei zu arbeiten. Illegal arbeiten ist möglich, kostet aber Nerven und ist neben einem Praktikum, das etwas bringen soll, evtl. schwierig.

und auf jeden Fall drüben die Augen aufhalten. Ich habe bei meinem Praktikum in DC, sämtliche Botschaftempfänge, Vernisagen und sonstige Feierlichkeiten besucht, da gabs immer Häppchen und schon war wieder eine Mahlzeit gespart.

Viel Spaß, es ist ein tolles Land
PP