Finanzierung so ok?

Hi,

nun haben wir endlich dierichtige Immobilie gefunden. Aber stimmt die Finanzierung auch?

Unser Kredit soll mit 1 % getilgt werden. Sondertilgungen sind nicht geplant. Stattdessen sollen wir einen

Bausparvertrag abschließen und dort jederzeit Geld einzahlen können, sozusagen unsere Sondertilgungen.

nach 10 Jahren berechnet sich daraus der Baudarlehen den wir sicher mit 3,8 % bekommen.Damit hätten wir also

in 10 Jahren für weitere 10 Jahre einen Kredit für 3,8 %. In 10 Jahren können die Zinssätze für Baugeld viel

höher liegen, desshalb soll dies die beste Lösung sein. Bringt natürölich nur dann was wenn wir die

Eigenheimzulage und alles was sonst noch da ist dort einzahlen. Stimmt das so oder war das eine Unsinnige

Bankberatung?

Hallo Claudia,

dies ist eine momentan aus verschiedenen Gründen gerne von Banken/Bauasparkassen vorgeschlagene Finanzierungsvariante von der ich gar nichts halte.

  1. Die Banken/Bausparkassen verkaufen gerne Bausparverträge weild ides einerseits ganz ordentliche Provisionen gibt, und andererseits weil damit den Bausparkassen dringend benötigtes Geld zufließt, was sie brauchen um den Berg zuteilungsreifer Bausparverträgeerfüllen zu können, den sie vor sich herschieben. Und genau in zu diesem Berg würdest du dich später auch zählen dürfen, dazu weiter unten mehr.

  2. Die Verzinsung eines Bausparvertrages in der Ansparphase ist unglaublich schlecht, d.h. jede andere Anlage dieses Geldes bringt momentan bessere Zinsen. Insbesondere die, bei einer eigengenutzten Immobilie, dieses Geld für die Tilgung zu verwenden. Weiß man nicht, wieviel in welchem Zeitraum überbleibt, nimmt man hierzu auf jeden Fall das Recht zu Sondertilgungen (vorzugsweise nach freier Wahl auf Laufzeit/Rate anzurechnen) in den Kreditvertrag mit auf. Dabei sollte man sich davor hüten die Eigenheimzulage schon mal gleich mit einzurechnen. Diese darf nur als Reserve betrachtet werden. Ist eine Finanzierung dann so nicht mehr möglich, kleiner bauen oder länger ansparen (Achtung, Eigenheimzulage fällt wohl 2004 weg!) Zu 1%-Tilgungen werden hier sicher noch andere meckern, ich tue es nicht. Man will/muss schließlich auch heute leben und dies ist eben oft bei mehr als 1% nicht möglich. Deshalb aber auf ein eigenes Haus zu verzichten, finde ich keine Alternative. Man muss sich aber darüber klar sein, dass man durch die geringere Tilgung eben auch der Bank einiges mehr zahlt. Ein Vergleich der Tilgungsabläufe kann einem da schon die Tränen in die Augen treiben.

  3. Hauptproblem ist aber der oben schon genannte Berg an zuteilungsreifen Bauspardarlehen. Und der wird durch die aktuellen Verkaufspraktiken der Bausparkassen nicht ab-, sondern eher zunehmen. Und dies heißt, dass du damit rechnen musst, dass das Bauspardarlehen eben nicht zum Stichtag zur Verfügung steht und dann eine teure und u.U. gefährliche Zwischenfinanzierung notwendig wird. Die Bausparkassen geben keine Garantien dafür, dass das Bauspargeld zum Stichtag verfügbar ist. Eigentlich ein Unding, dass trotzdem solche Modelle angeboten werden. Ein von mir hierauf angesprochener Bänker meinte dann, dass man sich halt nur kümmern müsse, dann würde dies schon klappen. So ab ca. einem Jahr vor Zuteilungsreife müsste man eben alle sechs Wochen die Bausparkasse nerven. Hallo, Schuss nicht gehört? Ich mache heute Vertäge, bei denen ein Stichtag bereits jetzt bestimmt ist. Und da muss ich dann ein Jahr lang mir Stress machen, dass diese dann auch funktionieren? Kann doch wohl nicht wahr sein, oder?

Daher würde ich angesichts der momentan niedrigen Zinsen dazu raten lieber eine langfristige Bindung eines normalen Grundschulddarlehens zu nutzen und Sondertilgungen zu vereinbaren. Man bekommt zur Zeit durchaus 15 oder sogar 20 Jahre Zinsbindung, und auf dem daniederliegenden Markt kann man eigentlich alles vereinbart bekommen (bei uns z.B. € 5000,-- Sondertilgung jährlich, wahlweise auf Laufzeit oder Ratenhöhe).

Ebenfalls momentan nicht zu empfehlen sind übringens auch FInanzierung gegen abgetretene (Fondgebundene) Lebensversicherung. Die Garantieverzinsungen sinken momentan ins Bodenlose und da kann es dann am Ende auch eine böse Finanzierungslücke geben.

Ganz klassisch finanziert dürfte man momentan eigentlich ideal fahren.

Gruß vom Wiz

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meist unsinnig
Hi,

erstmal, 1% Tilgung ist gruselig.
Außerdem bezahlt ihr in einen Bausparer, bei dem ihr während der Ansparphase weniger Zinsen bekommt als ihr für das von dem gleichen Geld nicht abgezahlte Darlehen löhnen müsst - ergo Unsinn. Außerdem kann man auch 15 oder 20 Jahre Zinsfestschreibung beim Darlehen machen, so das dieses Argument keines ist.
Das Modell, welches Eure bank/Bausparkasse da aufstellt, ist nur dann unter Umständen sinnvoll, wenn ihr vermieten wolltet.
Lasst den Bausparer sein, tilgt lieber mit 2 oder 3 % und lasst evtl. eine Sondertilgungsmöglichkeit offen. Das kommt billiger und ist übersichtlicher, wie gesagt, Zinsfestschreibungen gibt es inzwischen auch für mehr als 10 Jahre. Das erkauft man sich zwar mit etwas höheren Zinsen (0,2-0,3%), ist aber immer noch besser als 4% Zinsen zu zahlen und gleichzeitig Geld für 2% in einem Bausparer zu parken.
Die Eigenheimzulage könnt ihr z.B. so nutzen, wie ich es letztens vorgeschlagen habe (http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv… ) oder einfach als Reserve betrachten.

Gruß,
Micha

Hallo Claudia,

es gibt eine eiserne Regel für Privathypotheken

Tilgen Tilgen Tilgen Tilgen Tilgen Tilgen Tilgen Tilgen

Momentan sind die Kreditzinsen unverschämt niedrig und die würde ich mir sichern.

Wenn Du z.B. mit gut 4 % tilgst, hast Du den Kredit nach etwa 15 Jahren abgezahlt. Geh also hin, schließ einen Kredit so ab, daß er nach 15 Jahren abgezahlt ist und fertig. Dann hast Du kein Risiko der Anschlußfinanzierung und sollte nach zehn Jahren wider Erwarten das Zinsniveau niedriger sein, kannst Du dann den Kredit kündigen, ohne der Bank Vorfälligkeiten zu zahlen und Umschulden.

Nimm also die höchstmögliche Tilgungsrate, die Du für Dich akzeptieren kannst und die Sache ist optimal. Unkompliziert und gut überschaubar.

Gandalf

Hallo Claudia,

Du zahlst für ein Darlehen >5% Zinsen und sollst Geld bei einer Bausparkasse für 2 oder 3% Zinsen ansparen. Das hört sich nicht vernünftig an. Ebenso unvernünftig halte ich 1% Tilgung. Damit kaust Du den Rest Deines Lebens auf dem Kredit herum.

Wenn man einen zuteilungsreifen Bausparvertrag hat, kann man ihn gerne verwenden. Neu abschließen würde ich heute keinen Bausparer. Wann der nämlich zuteilungsreif ist, weiß keiner. Teure Zwischenfinanzierungen sind die Folge. Zusammen mit der niedrigen Verzinsung beim Ansparen, den höheren Zinsen für das Bankdarlehen und der niedrigen Tilgung ist die Finanzierungsidee Deiner Bank indiskutabel. Wenn der Banker Dir auch gleich noch den Bausparvertrag andient, gehören ihm die Ohren langgezogen. Dann schielt er nämlich auf eine fette Provision oder gehorcht hausinterner Order, was gerade an den Mann zu bringen ist, wobei ihm seriöse Beratung und optimale Finanzierung für das Projekt des Kunden herzlich egal sind.

Tilge bei 10 oder 15 Jahren Festzins mit dem für Dich höchstmöglichen Betrag und betrachte die Eigenheimzulage als Reserve oder Gimmik, aber nicht als Finanzierungsbestandteil und vergiß den Neuabschluß eines Bausparvertrags.

Gruß
Wolfgang

hallo,
wie meine vorredner, nein, gar nicht ok ! die beratung grenzt schon an betrug !
auf jedenfall viel mehr als 1% tilgung !!!

wie sagte janosch mal so schön:

geh zur bank, lass dich beraten und mache dann das gegenteil.

wie recht er hat !

lieben gruss

lutz

Baugeld Vergleich
Hallo Claudia,

das ist nicht wirklich eine Antwort auf die von Dir gestellte Frage, aber vielleicht doch eine hilfreiche Seite:
http://www.baugeld-vergleich.de/baugeld-vergleich.htm

Lieben Gruss
Eve*

Hi

BLOSS NICHT SO - das sind schon an Betrug grenzende Beratungen. Genau über dieses Modell wurde von Stiftung Warentest als sog. „Schwäbisch Haller Modell“ schon vor Jahren berichtet - um es mal so zu sagen: Das ist des Teufels…

Du kanst jede beliebige Zinsfestschreibung von Deiner Bank bekommen - das Gute: Die Bank ist dran gebungen, während Du nach 10 Jahren kündigen kannst, sollten die Zinsen dann niedriger sein (was beim derzeitigen historischen Tief allerdings kaum zu erwarten ist!)

Schließ eine Hypothek auf von mir aus 20 Jahre Zinsbindung ab, zu dem Betrag, den ihr Euch mit einigem Polster leisten könnt. Ihr könnt Euch ds teure Ansparen zum niedrigen Zins sparen - zahlt das lieber gleich als Mehrtilgung ein - das reduziert Eure Schulden jeden Monat! Sprich: Der Tilgungsanteil wird stetig höher - der Darlehensanteil sinkt. Umso schneller habt Ihr abbezahlt.

Beim anderen Modell - wie Euch angeboten - spart ihr zu derzeit knapp 2 % an, zahlt zudem noch 1 % der Summe Abschlußgebühr und sie garantieren Euch 3,8 % Darlehenszins - aber nicht effektiv - da kommen noch reichlich Gebühren dazu! Kontoführung, Abschlußgebühr, - frag mach nach effekitv - da seid ihr dann min. bei 4,6 %! Und währenddessen zahlt Ihr Darlehenszinsen von 5 % - nutzt das Geld lieber gleich zur Tilgung, dann ist in 10 Jahren schon ein großer Brocken Darlehen weg - während Ihr beim Ursprungsmodell gerade mal 10 % + ein bißchen getilgt habt.

Ich würde die Bank unbedingt wechseln, die Euch Diese schlechte Finanzierung verkaufen will!

Grüße

Wendy

Hallo,

ich bin es nochmal - ich habe mir einigermaßen aktuellen Zinssätzen mal eine Beispielrechnung für Euch gemacht - dabei habe ich keien Gebühren berücksichtigt, auch nicht tagesgenaue Wertstellung usw.

Das Ergebnis sieht so aus: Bei einem angenommenen Geldbedarf von 100.000:

Wenn Ihr jetzt eine Hypothek zu 4,7 % Zinsen aufnehmen mit 1 % Tilgung, dann ist der monatliche Zahlbetrag hier ca. 475 Euro

Dann hab Ihr noch eine ca.-Restschuld nach 10 Jahren von 88.000 - das bedeutet, Ihr müßt einen Bausparer über diesen Betrag ansparen - d.h. 44.000 ansparen - bei 2,5 % (wenn Ihr soviel derzeit überhaupt kriegt) wären das im Monat 325 € Sparsumme. Nur dann ist der nach 10 Jahren hoffentlich soweit voll und Zuteilungsreif.

Also summa summarum 800 Euro Belastung monatlich.

Und nach 10 Jahren wohlgemerkt 44000 € Schulden

Wie sieht es mit einer Hypothek aus:

Wenn Ihr nur wieer von 100.000 € Geldbedarf ausgeht, 4,7 % Zinsen und monatlich hier 800 € reinzahlt, dann steht ihr nach 10 Jahren nur noch mit 39.200 € Schulden da - und - gleichbleibende Zahlung vorausgesetzt - hättet Ihr nach 14,5 Jahren komplett alles abbezahlt.

Sprich: Innerhalb von 10 Jahren spart Ihr Euch knapp 5.000 €.

Und das ist jetzt wirklich nur überschlägig gerechnet…

Grüße

Wendy