Finanzierung. Tilgung über Rentensparplan

Hallo zusammen,
ich habe ein Angebot über eine Finanzierung erhalten:
Zins: 10 Jahre fest (20% EK) : 5,3%
Tilgung ( x%, nach Wahl) in einen Rentensparplan (wobei dieser derzeit mit 5,8% verzinst wird (variabel…).
Das klingt so nach wundersamer Geldvermehrung, aber mal abgesehen davon, dass der Habenzins derzeit recht ordentlich steht: Was ist davon zu halten? (auch im Vergleich zu dem Meodell, in einen Bausparvertrag zu tilgen, um den Zins auch nach 10 Jahren planen zu können)
(Details zum Angebot: DB24 und Deutscher Herold)

Danke euch!
o

Hallo Herr Krause,

ich wills mal gerne Nachrechnen, nur eins vorab:

  1. Wer bei der öffentlichen Diskussion um die Zahlbarkeit der Mindestverzinsung von 3% bei den Lebensversicherern, bei mir auftauchen würde und was von 5,8 schwafelt, den würd ich bitten, sich das Lehrgeld zurückzahlen zu lassen. Und was ist eine Rentenversicherung anderes als eine KLV ohn LV-Schutz.

  2. Bei einem historischen Zinstief von 5,3 für 10 Jahre damit zu argumentieren, man brauche in 10 Jahren die Zinswahlmöglichkeit, der spinnt. Bei einem historischen Tief sollte man auf mindestens 18 oder 20 Jahre binden und die tilgung so hoch ansetzen, daß auch nach 20 jahren spätestens getilgt ist.
    Man kann nach 10 Jahren einseitig sowieso kündigen, wenn es denn sein sollte, daß der Kreditzins unterm Tagesgeldzins liegt.

  3. Wer in einen Bausparvertrag tilgt, wird wahrscheinlich von der LBS beraten. Wahrscheinlich findet deine Sparkasse dein Bauvorhaben so gut, daß es sich im Rahmen der Zwangsversteigerung eine gute Chance für die eigene Immo-Abteilung ausrechnet.

Aber auch das wil ich mal durchrechnen.

gruss
winkel

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Hallo winkel,
Danke für die prompte Antwort!
Okay, die Sache mit dem Rentensparplan finde ich auch suspekt und bin nicht überzeugt (obwohl das Angebot jetzt gilt und solange es so gut aussieht, erwirtschafte ich mir ja auch einen Vorteil. Und dann muss es erstmal sehr viel schlechter als der Durchschnitt von jetzt werden, damit es unterm Strich Verlust macht… Aber okay: erstmal durchrechnen)

Den Einwand mit dem BSV kann ich allerdings nicht nachvollziehen - klar verdient dann noch die LBS (korrekt ermittelt:wink: Kompliment! Aber wir haben auch das Angebot von Raiffeisen und BHW…); aber sich den Zins für die Jahre 10 - 20 (von jetzt gezählt) auf 4,3% zu sichern scheint mir nicht so dumm zu sein, oder? Was sind da die möglichen Fallen? Klar, die Guthabenzinsen in der Ansparphase sind miess (so wie der Zins am Ende gut ist), aber sonst?
Für uns bleibt dann noch die Frage der CHF Finanzierung (und die wird z.Zt. von unserer Bank nur mit 10J. fest angeboten), die für mich sinnvoll erscheint, da ich in CHF verdiene.

Danke!
okrause

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Hallo ok,

zunächst einmal zur wichtigsten Frage:
Eigennutzung oder vermietete Kapitalanlage ?

Im ersteren Fall gilt: tilgen, tilgen, tilgen und zwar ohne Umwege über irgendwelche Finanzkonstruktionen, vor allem, wenn der Zinssatz auf der Habenseite z.Zt. nur 0,5% höher als auf der Sollseite ist, vor allem bei variablen Zinsen. Nicht zu vergessen: Die Zinseinnahmen sind oberhalb der Freibeträge zu besteuern !
=> Verlustgeschäft.

Im zweiten Fall kann man die Schuldzinsen von der Steuer absetzen, wodurch die Differenz zwischen Soll- und Habenzinsen schon größer wird.

Hier könnte die Finanzierung über ein tilgungsfreies Darlehen mit Tilgung über Rentenpapiere, Fonds, Versicherungen usw. schon Sinn machen. Aber auch hier gilt für Zinspapiere: Habenzinsen sind zu versteuern. Daher schlage ich eher einen Aktienfonds oder eine LV (z.B. britische LV) vor.

Empfehlenswert ist das Ganze aber nur, wenn es sich rechnet (selbst rechnen oder neutralen Experten ran lassen, einschl. Risikoabschätzung) und wenn die eigene Liquidität so hoch ist, dass sinkende Aktienkurse oder überhöhte LV-Prognosen nicht zur eigenen Pleite führen.

Ansonsten würde ich auch versuchen, die heutigen Zinskonditionen bis zum Ende sicherzustellen.

Grüsse

Sven