Mit welchen Steigerungen muss man denn rechnen? Faktoren:
Wirschaftswachstum…
Hallo,
genau das ist der springende Punkt. Niemand kann die wirtschaftliche und politische Entwicklung und das Zinsniveau auch nur für die nächsten paar Monate voraussehen (Falls Du das kannst, mußt Du sofort ganz viel bauen, nämlich Dagobert-mäßige Geldspeicher. Du wirst steinreich. Arme Teufel wie Schumi, die Deutsche Bank und Bill Gates werden Dich anpumpen
)
Was geschieht am Kapitalmarkt, wenn es der Cowboy im Irak richtig krachen läßt? Was ist, wenn die Leute merken, daß die für UMTS aufgenommenen Kredite sämtlich notleidend werden? Was ist, wenn Portugal, Frankreich und Deutschland ihre Stastsverschuldung nicht in den Griff bekommen und weiterhin meinen, man könne das alles länger schleifen lassen? Ich will über diese Themen nicht diskutieren, ich will Dir nur vor Augen führen, auf welch dünnem Eis Du Dich mit Annahmen über die Zinsentwicklung bewegst. Auch im Land der Eidgenossen würde ich mich nicht darauf verlassen, daß es eine Insel der Niedrigzins-Glückseligkeit bleibt.
Ein Auf und Ab war in der Vergangenheit für die Zinsen völlig normal. 8% und noch weit mehr gab es früher schon mehrfach. Wenn Du Dir Zockerei wirklich leisten kannst, mach es. Wenn Du aber rechnen mußt und das hört sich alles sehr danach an, dann sorge für Festzins auf niedrigem Niveau für möglichst lange Zeit und tilge, was das Zeug hält.
Ausgerechnet mit dem Dach über dem Kopf würde ich nicht spekulieren, sondern für Planungssicherheit sorgen. Leider weiß man auf diesem Gebiet immer erst am Schluß, ob eine Vorgehensweise optimal war oder nicht. Angesichts niedriger Zinsen aber auf noch niedrigere Zinsen zu hoffen, geht mit einiger Wahrscheinlichkeit daneben.
Der Rat kam ja schon: Festzins auf niedrigem Niveau für lange Zeit und die Differenz zu 8 oder 9% Zinsen in die Tilgung packen. Wenn Du das leisten kannst und auch noch Eigenkapital einbringst, hast Du eine solide Finanzierung, die insgesamt nicht zu lange läuft und Dich nicht kippen läßt, wenn am Ende der Festschreibung höhere Zinsen fällig werden. Dann lachst Du vermutlich wegen der anfänglich hohen Tilgung über die verbliebene geringe Restschuld.
Oft reichen die Mittel nicht. Deshalb wird die Finanzierung mit 1%-Tilgung und irrsinniger Laufzeit so hingebogen, daß es gerade reicht, um noch den Kühlschrank zu füllen. Damit sind i. d. R. hohe Risiken verbunden, von Krankheit über Arbeitslosigkeit bis Scheidung; Risiken, die oft genug den Verlust des sauer abgesparten Hauses zur Folge haben. Wenn es also irgend geht und es sich nur um einen so geringen Betrag handelt, wie die von Dir genannten 100.000 €, dann wische das Darlehen mit hoher Tilgung, z. B. 10%, vom Tisch.
Gruß
Wolfgang