Hallo,
wir überlegen uns gerade ein Haus zu bauen. Ein Immobilienmakler hat uns draufhin eine Finanzierung durchgerechnet und gleich noch eine kurze Baubeschreibung und -finanzierung dazugelegt. Wie realistisch sind solche Zahlen eigentlich?
Gibt es Erfahrungswerte darüber wieviel ich noch zum Festpreis des Hauses dazurechnen sollte?
Habe ich zu allgemein gefragt?
Gruß Marit
Hallo Marit!
So sieht eine Kostenaufstellung für einen Neubau aus:
Baukosten des Hauses (Festpreis)
- Architektenkosten (oder im Festpreis enthalten)
Keller dabei? Oder keiner gewünscht?
Garage
Baugrundstück - falls nicht erschlossen: zzgl. Erschließungskosten
Nebenkosten: Hausanschlußkosten: Strom, Wasser/Abwasser, Gas - Erdaushub/Deponiekosten
- Baustelleneinrichtung
- Gebühr für Baugenehmigung
Außenanlagen/Garten
Sonderwünsche bei Bemusterung
Grunderwerbsteuer 3,5% siehe unten
Notar- und Grundbuchkosten ca. 1,5% vom Festpreis
10% Reserve - denn eine Baufinanzierung, die sich genau
mit der anfänglichen Kostenaufstellung gedeckt hat, habe ich
noch nie gesehen!
Lassen Sie sich einen Werkvertrag zur Prüfung aushändigen - wer
nichts zu verstecken hat, gibt das Formular auch gerne her!
Damit die Grunderwerbsteuer von 3,5% nicht auf Haus UND Grundstück bezahlt werden muß, sollten Sie auf jeden Fall versuchen, das Ganze zeitlich stark getrennt zu erwerben und
NICHT als Einheit Haus + Grundstück.
Zinsen: Es sollte eine möglichst langfristige Zinsfestschreibung gewählt werden; z.B. 15 Jahre (derzeit unter 6,20% zu haben) mit
Sondertilgungsmöglichkeit; mindestens 6 Monate keine Bereitstellungszinsen, keine Zuschläge für Teilauszahlungen
ZULAGE: Sie erhalten für einen Neubau eine Eigenheimzulage von
DM 5000 jährlich für 8 Jahre (jeweils zum 15.3.) und je Kind
nochmals dM 1500 dazu.
Ich hoffe, ich habe nichts vergessen - sonst bitte eMail
- auch gerne bei weiteren Fragen!
Viele Grüße
Heinz
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Hallo,
ist schon recht allgemein, die Frage. Wenn ich ein Haus „baue“, brauche ich einen Makler höchstens für das Grundstück. Und das hat -zumindest in den Ballungsgebieten- wohl kaum ein Makler. Oder geht es um den „Kauf“ eines Hauses/Neubaus?
Wenn dann irgendwann „das“ Objekt gefunden wurde, würde ich mich nicht unbedingt auf die Finanzierungsberatung eines Immobilienmaklers verlassen; „Schuster bleib bei deinen Leisten“. Die Konditionen seines Angebots mögen vielleicht ganz interessant sein, um sie mit denen der Hausbank oder Bausparkasse zu vergleichen, bei denen man sich aber auf jeden Fall auch beraten lassen sollte. Auch unabhängige(!) Finanzierungsberater geben oft wertvolle Tips. Letztendlich sollte nicht nur der niedrigste Nominalzins entscheiden; wichtig ist, bei dem Berater oder dem Institut, bei dem man finanziert, das Gefühl zu haben, ehrlich und objektiv beraten worden zu sein.