Hallo,
folgender Sachverhalt:
Das Grundstück in einem großem städtischen Baugebiet ist ab ca. 31.10.2005 bebaubar und erschlossen. Kaufen per Notar muss man aber jetzt schon. Gezahlt wird erst bei Bebaubarkeit.
Der Bauträger ist heute noch nicht ausgewählt.
Wie sollte man am besten finanzieren?
Das Grundstück (ca. 40 % ist per Eigenkapital vorhanden) mit einem separaten Vertrag? oder lieber eine Kaufoption?
Den gesamten geschätzten Finanzierungsbedarf jetzt schon zu beantragen könnte mit frühzeitigen Bereitstellungszinsen bestraft werden (Baubeginn > 6 Monate)
Was sollte man tun?
Gruß
Matthias
Hallo Matthias,
Den gesamten geschätzten Finanzierungsbedarf jetzt schon zu
beantragen könnte mit frühzeitigen Bereitstellungszinsen
bestraft werden (Baubeginn > 6 Monate)
Das muss nicht sein, weil der bereitstellungszinsfreie Zeitraum durchaus auf 12 Monate ausgedehnt werden kann. Dennoch dürfte die Beantragung der Gesamtfinanzierung noch nicht möglich sein, weil es vermutlich noch keine Objektunterlagen für das Haus gibt. Also kann die Bank den Beleihungswert des Gesamtobjektes nicht ermitteln und somit auch keine Darlehenszusage geben.
Wenn Du jetzt kaufst und schon einen Teil des Grundstückskaufpreises finanzieren musst, bindest Du Dich praktisch bereits auch für die Endfinanzierung an diese Bank (denn eine nachrangige Finanzierung macht keine andere Bank gerne bzw. nur mit Zinsdaufschlag), ohne deren spätere Konditionen zu kennen.
Dies läßt sich nur dadurch umgehen, dass die Grundstücksfinanzierung mit einem variablen Zins ausgestattet wird, was zwar mit einem gewissen Risiko verbunden ist, andererseits jedoch Flexibilität für die Gesamtfinanzierung schafft, denn dann kannst Du, sobald die Gesamtkosten feststehen und die entsprechenden Unterlagen vorliegen, die Endfinanzierung schnüren und den Grundstückskredit zurückführen.
Welches die für Dich bessere Alternative ist? Das hängt stark vom Einzelfall (und von Dir) ab und sollte daher in einem Gespräch mit einem Berater geklärt werden.
Freundliche Grüße
wolle
Dies läßt sich nur dadurch umgehen, dass die
Grundstücksfinanzierung mit einem variablen Zins ausgestattet
wird, was zwar mit einem gewissen Risiko verbunden ist,
andererseits jedoch Flexibilität für die Gesamtfinanzierung
schafft, denn dann kannst Du, sobald die Gesamtkosten
feststehen und die entsprechenden Unterlagen vorliegen, die
Endfinanzierung schnüren und den Grundstückskredit
zurückführen.
Würde ich im Prinzip auch so machen. Wenn Du ein variables Darlehen aufnimmst, kannst Du es jederzeit zurückführen, sobald die Gesamtfinanzierung steht. Du musst dabei allerdings auch die zusätzlichen Kosten berücksichtigen. Bei variablen Darlehen zahlst du meist 1% Bearbeitungsgebühr plus noch die Notarkosten für den Kauf und die Eintragung der Grundschuld.
Vielleicht kannst Du den Kauf aber auch noch solange rausziehen, bis Du mit einem Architekten/Bauträger konkrete Pläne mit genauen Kosten erstellt hast. Dann kannste gleich die komplette Finanzierung angehen und sparst dir dann zumindest ein paar Notarkosten für die Eintragung/Löschung (variables Darlehen)und Neueintragung der Grundschuld (langfristiges Darlehen).
Oder Du spricht mal mit der Bank deiner Wahl und klärst ab, ob Du die Darlehen nicht gleich splittest in Grundstück und Haus, beides bei einer Bank. Die Grundschuld könnten Sie dann ja unbegrenzt eintragen auf das Grundstück und Du musst dann nur einmal zum Notar. Natürlich müßtest Du die Finanzierung dann bei dieser einen Bank komplett durchziehen.
Aber ein Tip von meiner Seite, da ich gerade selbst mitten im Bau bin. Ich würde kein Grundstück kaufen, wenn nicht auch das Haus darauf ungefährt kalkuliert ist. Denn nur aus der Summe der Grundstückskosten und Baukosten konnte ich entscheiden, ob ich mir das geplante Grundstück überhaupt leisten konnte. Nicht dass Du das Grundstück kaufst und dann kein Haus mehr so drauf bauen kannst, wie Du es Dir immer gewünscht hast, weil Du das Geld dafür nicht mehr aufbringen kannst. Da habe ich auch einige Diskussionen mit Bauträgern und Maklern gehabt, die das nicht so ganz verstanden haben. Denn was nutzt mir ein supertolles Grundstück, wenn ich dann nur noch eine Hundehütte draufbauen kann.
Viel Erfolg bei Deiner Entscheidung.
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