Finanzkrisenende

Hallo allerseits,

als BWL-Laie folgende Frage: Sowie ich das verstehe ist der Grund der Finanzkrise nicht der, dass die Banken kein Geld haben, sondern nicht wissen, wieviel Geld, sprich Eigenkapital sie haben. Könnte man das Problem nicht einfach lösen indem man ihnen zugesteht, die sogenannten Giftpapere nicht zum Marktwert zu verbuchen, sondern über 10 oder 20 Jahre weg abzuschreiben? Dann wäre doch sofort das Hauptproblem erledigt. Das müsste natürlich auf globaler Ebene gemacht werden, sonst nützt es nix.
Oder stelle ich mir das zu einfach vor?

fragende Grüße,

Ralph

Hallo,

Könnte man das Problem nicht einfach lösen indem
man ihnen zugesteht, die sogenannten Giftpapere nicht zum
Marktwert zu verbuchen, sondern über 10 oder 20 Jahre weg
abzuschreiben? Dann wäre doch sofort das Hauptproblem
erledigt. Das müsste natürlich auf globaler Ebene gemacht
werden, sonst nützt es nix.
Oder stelle ich mir das zu einfach vor?

nö, das könnte wohl funktionieren. Man müßte aber die Bilanzen völlig transparent machen, damit das Vertrauen (wieder) hergestellt wird. Das Problem ist nur, daß bei vielen Instituten auch der Gewinn der nächsten 10, 20 oder 30 Jahre nicht reichen wird, um die Abschreibungen zu verdienen. Zumindest solange das unklar ist, würde das auch nach Deinem Plan mit dem Vertrauen untereinander nichts werden.

Wie gesagt: die Idee an sich ist nicht schlecht. Die Luft muß aus den Bilanzen raus, besser langsam als gar nicht. Im Augenblick wird leider versucht, die entweichende Luft (schwindende Werte) durch Preßluft (Staatshilfen) zu ersetzen.

Gruß
Christian

Hallo Christian,

Man müßte aber die Bilanzen
völlig transparent machen, damit das Vertrauen (wieder)
hergestellt wird. Das Problem ist nur, daß bei vielen
Instituten auch der Gewinn der nächsten 10, 20 oder 30 Jahre
nicht reichen wird, um die Abschreibungen zu verdienen.

Da bin ich nicht einmal überzeugt davon. Wenn in 20 Jahren der Marktwert dieser Papiere nach wie vor bei Null liegt, hast du sicherlich recht. Ich denke aber, dass der Wert steigen wird. Schrottpapiere sind es ja nur, weil sie momentan niemand haben will, aber hinter den meisten von ihnen steht ja durchaus ein reeller Wert.

Zumindest solange das unklar ist, würde das auch nach Deinem
Plan mit dem Vertrauen untereinander nichts werden.

Da stimmt sicherlich.

Wie gesagt: die Idee an sich ist nicht schlecht. Die Luft muß
aus den Bilanzen raus, besser langsam als gar nicht. Im
Augenblick wird leider versucht, die entweichende Luft
(schwindende Werte) durch Preßluft (Staatshilfen) zu ersetzen.

Daher wundert es mich ein bischen, dass der Vorschlag noch von niemandem gemacht wurde. Wir haben eine außergewöhnliche Situation, da brauchts vielleicht auch außergewöhnliche Lösungsvorschläge.

Gruß

Es sei dir zurückgeträllert
Ralph

Hallo,

Man müßte aber die Bilanzen
völlig transparent machen, damit das Vertrauen (wieder)
hergestellt wird. Das Problem ist nur, daß bei vielen
Instituten auch der Gewinn der nächsten 10, 20 oder 30 Jahre
nicht reichen wird, um die Abschreibungen zu verdienen.

Da bin ich nicht einmal überzeugt davon. Wenn in 20 Jahren der
Marktwert dieser Papiere nach wie vor bei Null liegt, hast du
sicherlich recht. Ich denke aber, dass der Wert steigen wird.
Schrottpapiere sind es ja nur, weil sie momentan niemand haben
will, aber hinter den meisten von ihnen steht ja durchaus ein
reeller Wert.

ja, aber welcher? 0%? 10%? 20%? 40%? 50%?

Darum, daß das keiner weiß, geht es doch. Um Vertrauen zu bilden, muß der Wert aller auch nur ansatzweise kritischen Papiere mit 0 angesetzt werden. Wenn hinterher mehr dabei herauskommt, umso besser.

Wie gesagt: die Idee an sich ist nicht schlecht. Die Luft muß
aus den Bilanzen raus, besser langsam als gar nicht. Im
Augenblick wird leider versucht, die entweichende Luft
(schwindende Werte) durch Preßluft (Staatshilfen) zu ersetzen.

Daher wundert es mich ein bischen, dass der Vorschlag noch von
niemandem gemacht wurde.

Naja, prinzipiell gabs den Vorschlag schon und er ist auch schon teilweise mit der Aufweichung der mark-to-market-Bewefrtung umgesetzt worden. Das ist ja letztlich nichts anderes: Verzicht auf marktnahe Bewertung.

Gruß
Christian