Hallo
Ich möchte hier (hoffe bin richtig) ein eher allgemeines Thema ansprechen um dafür mehr Verständnis zu erlangen:
Früher hatte man ja Ressourcen und Produkte die man tauschte. Dann wurde die Währung erfunden und man konnte Dinge bequem kaufen und verkaufen. Später kamen die Banken dazu. Man konnte Kredite aufnehmen um z.B. ein Unternehmen aufzubauen um dann durch den Gewinn den Kredit plus Zinsen zurück zahlen. Eine tolle Sache soweit.
Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Finanzwirtschaft stellenweise ausser Kontrolle gerät. Die amerikanische Immobilien-Krise wurdeja verursacht, weil Banken Kredite vergaben an Leute die diese nicht mehr zurück zahlen konnten. Das kam wohl daher, weil es das Streben der Banken war, möglichst viele Kredite zu vergeben um dann auf dem Papier viele Forderungen eintragen zu können, was den „Wert“ der Bank steigert. Im Prinzip wurde da was gemacht, was eigentlich garnicht geht. Man Leuten Geld „geschenkt“ die sich dann dafür ein Haus gebaut haben. „Geschenkt“ deshalb, weil sie es ja nicht zurück zahlen konnten, was das Wesen eines Kredits ausmacht. Das Haus war dann gebaut und die Bank wollte das Geld zurück (bzw die Raten und die Zinsen). Weils aber kein Geld gab, mussten die Leute ihr Haus verlassen.
Das hätte alles nicht passieren dürfen. Was aber passierte, war, dass „abstrakte Werte“ (Geld auf dem Papier) verteilt wurde von denen „reale Werte“ (Ressourcen und Arbeitsleistungen (Hausbau)) bezahlt wurden.
Was ich dabei nicht verstehe, ist, dass die ganze Zeit nur von den Krediten die Rede ist, aber nicht von den verbrauchten Ressourcen. Ressourcen scheinen in der Finanzwirtschaft nur ein Nebenprodukt zu sein.
Anderes Beispiel:
Der deutsche Staat gibt jedem Bürger Geld dafür, wenn er sein altes Auto verschrotten lässt und sich ein neues kauft (vereinfacht ausgedrückt). Das hat den Zweck die Automobilindustrie anzukurbeln. Das heist: Weil Geld(!) fliesst, geht es der Wirtschaft, dem Staat (der nimmt ja das verschenkte Geld, das ja eigentlich den Bürgern gehört, wieder durch die Steuern ein) und den Bürgern wieder besser.
Aber was ist mit den Ressourcen? Werden da Autos, die zwar schon bischen älter und vielleicht nicht so ganz umweltfreundlich sind, aber die man noch problemlos einige Jahre hätte benutzen können, einfach „weggeschmissen“ um dann Ressourcen für den Bau neuer Autos zu „verschwenden“?
Bei den Häuslebauern in den USA wars umgekehrt: Da wurden Ressourcen verbraucht obwohl eigentlich garkein Geld dafür da war. Die Ressourcen gabs aber trotzdem und sie wurden zu Häusern verbaut. Weil aber die Kredite nicht zurück gezahlt werden konnten, waren die Häuser plötzlich „wertlos“ und ihre Bewohner mussten ausziehen und in Zelten untergebracht werden.
Mal ein primitive(re)s Beispiel:
Da liegt ein Haufen Ressourcen. Mit dem könnte man alles Mögliche machen. Der Staat möchte aber, dass man daraus irgendwas herstellt was verkauft werden kann, damit GEld fliesst, die Wirtschaft floriert und der Staat Steuern einnimmt. Ist es dabei völlig egal zu was die Ressourcen verarbeitet werden? Wäre es immernoch gut und wirtschaftfördernd, wenn man daraus etwas vollkommen sinnloses aber gut verkaufbares herstellen würde?
Noch ein Beispiel:
Fast Jeder hat ein Handy. Der eigentliche Nutzen eines Handys ist die Möglichkeit damit zu telefonieren. Es gibt aber auch andere Dinge die man damit anstellen kann, die aber eigentlich vollkommen nutzlos sind: z.B. Bilder herunter laden und angucken. Es gibt eine Menge Anbieter von Handy-Bildern und die Nachfrage scheint tatsächlich hoch zu sein. Es werden große Umsätze damit gemacht und der Staat verdient dank Steuern kräftig mit. Prima Sache, oder?
Aber werden durch diesen Transfer von vollkommen sinnlosen „Produkten“ nicht ständig „wertvolle“ Ressourcen verschwendet? Ressourcen die man anders hätte viel sinnvoller einsetzen können? Spielt das eine Rolle?