FinePix A610

Hallo
ich habe mir vor 2 Tagen die Finepix A610 geholt. Da bei meiner alte Coolpix 2100 alle Bilder am Rand ganz verschommen waren muss eine neue her.
Jetzt habe ich diese Kammera also getestet und bin mit den Bildern eigentlich ganz zufrieden, doch wenn ich 100% in das Bild reinzoome wirkt es doch sehr verschwommen. Jetzt bin ich am überlegen ob ich die Kamera umtausche oder behalte. Habt ihr Erfahrungen mit anderen Kameras in diesem Preissegment? Ist das normal oder hat die Digicam einfach eine schlechte Optik?
Gruß Florian

Hallo Florian,

ich weiß nicht ob dich das beruhigt:

Ich bearbeite meine Fotos mit Photoshop immer auch unter Ansicht „tatsächliche Pixel“ = 100%.
Ich hatte mal ein Jahr lang eine Canon EOS 20 D mit hochwertigen Objektiven - z.B. dem 70-300 DO - und vorher hate ich SONY DSC-F828, nach der Canon EOS 20 D eine Panasonic Lumix FZ30.
Alle drei Digitalkameras haben 8 MegaPixel, und bei allen ist das Bild bei 100% mehr oder weniger matschig, verschwommen, unscharf oder wie du das jetzt nennen würdest.
Grund:
Die 8 Megapixel (also z.B. 2336 x 3504 Pixel bei der Canon) Auflösung sind errechnet.
Der Chip hat zwar 8 Millionen Pixel, aber davon sind 25% Rot, 25% Blau und 50% Grünempfindlich durch vorgeschaltete Farbfilter, und in einem Muster angeordnet. Daher werden die Schärfeinformationen aus den 8 Millionen Pixeln errechnet, die Farbinformationen kommen nur aus 2 Mio Rot-, 2 Mio Blau- und 4 Mio Grün-Pixeln.

Gruß
WB

Hallo Florian,

ich weiß nicht ob dich das beruhigt:

Also mich beruhigt das keineswegs!

Ich bearbeite meine Fotos mit Photoshop immer auch unter
Ansicht „tatsächliche Pixel“ = 100%.
Ich hatte mal ein Jahr lang eine Canon EOS 20 D mit
hochwertigen Objektiven - z.B. dem 70-300 DO - und vorher hate
ich SONY DSC-F828, nach der Canon EOS 20 D eine Panasonic
Lumix FZ30.
Alle drei Digitalkameras haben 8 MegaPixel, und bei allen ist
das Bild bei 100% mehr oder weniger matschig, verschwommen,
unscharf oder wie du das jetzt nennen würdest.

Liegt das jetzt an den 8 Megapixeln oder an dem Fotografen, der die Kamera bedient hat. Also meine 20D liefert, wenn ich alles richtig mache knackscharfe, unverschwommene und nichtmatschige Bilder.

Grund:
Die 8 Megapixel (also z.B. 2336 x 3504 Pixel bei der Canon)
Auflösung sind errechnet.
Der Chip hat zwar 8 Millionen Pixel, aber davon sind 25% Rot,
25% Blau und 50% Grünempfindlich durch vorgeschaltete
Farbfilter, und in einem Muster angeordnet. Daher werden die
Schärfeinformationen aus den 8 Millionen Pixeln errechnet, die
Farbinformationen kommen nur aus 2 Mio Rot-, 2 Mio Blau- und 4
Mio Grün-Pixeln.

Aha, damit ist nun eindeutig geklärt, dass nur die Sigma scharfe Bilder liefern kann, da sie (soweit mir bekannt) die einzige Kamera ist, die einen Foveonsensor verbaut.

Gruß
WB

@Florian,
ohne jetzt Deine Kamera zu kennen, denke ich, dass es mehr oder weniger die Optik ist, die für Deine „unscharfen“ Bilder verantwortlich ist. Du wirst in dieser Preisklasse immer Abstriche in der Qualität der Fotos machen müssen. Und je nach dem, was Du mit den Bildern machen willst, kann man damit meist ganz gut leben.

Es ist nun mal so, dass mit dem Fortschritt Deiner fotografischen Erfahrung auch Deine Ansprüche wachsen und Du anfängst Deine Aufnahmen mit anderen Augen zu betrachten. Du willst einfach mehr Qualität. D.h., Du brauchst eine hochwertige Optik, eine die 1500 - 2600 L/inch auflösen kann. Und die hat nun mal ihren Preis.

Gruß Jürgen

Hallo Jürgen,

dass deine EOS 20D knackscharfe Bilder macht bestreite ich natürlich nicht, aber wie sehen die aus wenn du sie mit 100% anschaust?

Ich hatte z.B. vor der SONY DSC-F828 eine SONY DSC-F727, die hatte bei gleichgroßem Chip „nur“ 5 Megapixel statt 8 wie die anderen Kameras, aber da war der Bildeindruck bei 100% deutlich schärfer!
Bloss- so scharf, dass ein in 100% angezeigtes Bild wirklich pixel für Pixel scharf wirkt, habe ich noch kein Foto gesehen, auch nicht von Mittelformat-Digitalkameras oder von Kleinbild-Diascannern mit 6000 Pixeln/Zoll Auflösung.

Leider :wink:

WB

Hallo Jürgen,

dass deine EOS 20D knackscharfe Bilder macht bestreite ich
natürlich nicht, aber wie sehen die aus wenn du sie mit 100%
anschaust?

Knackscharf :wink:! Übrigens, ich habe auch schon von anderen Kameras produzierte scharfe Bilder gesehen.

Ich hatte z.B. vor der SONY DSC-F828 eine SONY DSC-F727, die
hatte bei gleichgroßem Chip „nur“ 5 Megapixel statt 8 wie die
anderen Kameras, aber da war der Bildeindruck bei 100%
deutlich schärfer!

Vergiss doch einfach mal die Pixelzahlen. Auch eine 1 Megapixel liefert scharfe Bilder, wenn sie eine entsprechend gute Optik hat und die „Packungsdichte“ der einzelnen Fotozellen auf dem Sensor an das Auflösevermögen des Objektivs abgestimmt ist. Du bekommst halt nur ein kleineres Bild.

Bloss- so scharf, dass ein in 100% angezeigtes Bild wirklich
pixel für Pixel scharf wirkt, habe ich noch kein Foto gesehen,
auch nicht von Mittelformat-Digitalkameras oder von
Kleinbild-Diascannern mit 6000 Pixeln/Zoll Auflösung.

Ein Pixel ist prinzipiell immer scharf. Wie sollte es auch unscharf sein. Erst im Zusammenspiel mit Nachbarpixeln kommt je nach Kontrast ein mehr oder wenig starker Schärfeeindruck zustande.

Leider :wink:

Ohne Dir hier zu nahe treten zu wollen, evtl. hilft ein Besuch beim Augenarzt? Ohne meine Lesebrille wirken auch alle Bilder unscharf :wink:.

WB

Gruß Jürgen

Hallo Jürgen,

nun hab ich mir die Mühe gemacht, und Ausschnitte 350x350 Pixel aus 100%-Fotos von:

SONY DSC-F727 (5 Mega):
http://home.tiscali.de/tierpark/F727-Gipfelkreuz.jpg

Canon EOS 20D (8 Mega):
http://home.tiscali.de/tierpark/20D-Hundemarke.jpg

Panasonic LUMIX DMC-FZ30 (8 Mega):
http://home.tiscali.de/tierpark/FZ30-Schmetterlingsf…

gemacht und hochgeladen.

Schau selbst, ich finde alle 100%-Ausschnitte nicht 100%ig scharf.

Gruß
WB

Moin Wadlbeisser,
in der Tat, die hier gezeigten Ausschnitte sind nicht besonders scharf. Solche Fotos hab´ ich auch :wink: / :frowning:. Schiebe dies allerdings auf die von mir gemachten Fehler beim Fotografieren, bzw. auf den Einsatz des qualitativ schlechteren Objektivs.

Allerdings halte ich es auch für gewagt für diesen Vergleich drei unterschiedliche Motive, Brennweiten und wie ich vermute auch noch unterschiedliche Belichtungseinstellungen zu verwenden. Beim Bild „Gipfelkreuz“ z.B., sieht man eine deutliche hellere, leicht ins lila/pink (?) verfärbte Kante. Ich denke mal, dass hier wegen des Gegenlichts mit einer sehr kleinen Blendenöffnung fotografiert wurde, was zu chromatischer Aberation führt. Könnte vielleicht auch etwas mit der internen Kameraschärfung zu tun haben, glaub ich aber weniger. Kenne auch die Kamera nicht.

Bild Hundemarke: Macht auf mich noch den schärfsten Eindruck, allerdings sind die Lichter schon ausgefressen (es sei denn, Du wolltest ein High Key machen und es war beabsichtigt. Nun weiß ich auch nicht, welches Objektiv Du verwendest und mit welchen Einstellungen Du arbeitest. Die 20D kannst Du ja mit diversen Einstellparametern nutzen, bei denen Kontrast, Schärfe und Sättigung unterschiedliche Ergebnisse bei der Kamerainternen jpg-Konvertierung liefern. Dazu kann ich Dir leider keine Ratschläge geben außer „probieren geht hier über studieren“, da ich i.d.R. in RAW fotografiere.

Bild Schmetterlingsflügel: Makros sind ein Gebiet für sich. Hier solltest Du um ein gutes scharfes Bild zu erhalten ein gutes Objektiv, wenn möglich ein Stativ, Kabel- bzw. Fernauslöser und am Besten eine Kamera benutzen, die eine Spiegelvorauslösung besitzt. Alles andere ist Glücksache.

Schau Dich doch mal etwas in der Fotocommunity um, dort siehst Du Fotos aus allen Kategorien und unterschiedlichen Kameras. Scharfe und unscharfe.

Gruß Jürgen

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

auch noch unterschiedliche Belichtungseinstellungen zu
verwenden. Beim Bild „Gipfelkreuz“ z.B., sieht man eine
deutliche hellere, leicht ins lila/pink (?) verfärbte Kante.
Ich denke mal, dass hier wegen des Gegenlichts mit einer sehr
kleinen Blendenöffnung fotografiert wurde, was zu
chromatischer Aberation führt.

Korrektur: chromatische Aberation bei Offenblende, kleine Blendenöffnung ==> Beugungsunschärfe.

War wohl heute morgen noch nicht richtig wach :wink:.

Könnte vielleicht auch etwas

mit der internen Kameraschärfung zu tun haben, glaub ich aber
weniger. Kenne auch die Kamera nicht.

Gruß Jürgen

Hallo Jürgen,

Gipfelkreuz:
Mittiger Ausschnitt aus einem mit etwa 50 mm KB - Brennweite.
Das 5-fach Zoom Zeiss 36-180mm (KB-Vergleich) ist zwar ganz gut, aber bei Gegenlicht (schwarzes Metallkreuz gegen Himmel) hat es naturgemäß Schwächen.

Hundemarke:
Mittiger Ausschnitt aus Ganzkörperaufnahme eines weißen West-Highland-Terriers mit Canon 70-300mm DO Zoom mit Anti-Shake in 70mm-Stellung (= 112 mm KB) mit + 1 LW, damit der Hund nicht grau wird.

Schmetterling:
Mittiger Ausschnitt einer Nahaufnahme aus 2 m Abstand mit 1/200sek f/5.6 in der 420 mm (KB)- Stellung des 35-420 mm (KB) Leica 12-fach-Zooms mit Anti-Shake.

Natürlich wirkt das Hundemarke-Bild besser, immerhin ist es mit einem 1300 € - Objketiv an der EOS 20 D gemacht worden.

Aber es betrübt mich, dass du alle 3 für nicht ganz scharf hältst im Vergleich mit deinen von dir als knackscharf bezeichneten Fotos - ich habe diese drei gerade unter dem Aspekt herausgesucht, dass darin höchstmögliche Schärfe im fraglichen Bildausschnitt herrscht, meine anderen 4857 Fotos sind meist einiges unschärfer.

Mein Eindruck ist halt ganz allgemein, dass auch bei einer 1000 € - Optik auf einem 1-Zoll-Sensor mit 8 Megapixel die Pixel schon kleiner sind als die meisten Unschärfekreise und chromatischen Aberrationen, was bei einer 200 € - Optik auf einem 1/2-Zoll-Sensor natürlich noch viel schlimmer ist.

Daher mache ich übrigens mit meiner 8-Megapixel-Kamera fast nur Fotos, die ich auf 50% reduziert betrachte, dadurch wirken sie richtig scharf :wink:

Gruß
WB

Hallo WB,
wenn du scharfe Bilder haben willst, versuch es mal mit der 50mm Festbrennweite und Blende 8 oder 11 des von dir bevorzugten Systems.

Bei 4-12Fach Zooms, die dann auch noch am Ende des Brennweitenbereiches gemacht werden muss man sich nicht wundern, wenn keine Qualität mehr übrigbleibt.

Jens

Hallo Wadlbeisser,
wie auch Jens schon geschrieben hat, kannst Du von den Zoomobjektiven, die Du hier angibst keine Wunder erwarten. Festbrennweiten liefern meist (es gibt auch hier Schrott zu kaufen) die besseren Bilder. Bei Zoomobjektiven sollte man eigentlich nicht über 3, evtl. 4 fach Zoom nicht hinausgehen, ist einfach so.

Obwohl ich das Canon 70-300mm DO Zoom nicht kenne, glaube ich doch, dass damit mehr rauszuholen ist. Meine jedenfalls von zufriedenen Besitzern gelesen zu haben. Mein Tip, such Dir ein Motiv, dass Du aus unterschiedlichen Entfernungen bequem fotografieren kannst, baue ein gutes Stativ auf und die Kamera darauf. Jetzt machst Du einige Aufnahmen (entweder mit manueller Belichtung oder im AV-Modus) mitunterschiedlichen Brennweiten, z.B. 70/100/200/300mm. Das Ganze nochmal mit unterschiedlichen Blendenwerten, f=5,6/8/11 und evtl. noch 16. Alles mit Kabel- oder aber Selbstauslöser. Und versuche in etwa immer den gleichen Bildausschnit hinzubekommen, also je nach Brennweite näher bzw. weiter weg vom Motiv. Damit solltes Du eigentlich scharfe Bilder hinbekommen. Zumindest kennst Du dann die Grenzen Deines Objektives.
Gruß Jürgen

Hallo Jürgen,

danke für die ausführlichen Tips.

Grundsätzlich bestätigst du damit in meinen Augen eben meine Behauptung von vorhin, dass bereits ein 8Megapixel-Chip im APS-C-Format theoretisch eine höhere Auflösung hätte als ein gutes Objektiv.

Das Canon EF 70-300mm 1:4,5-5,6 DO IS USM ist für etwa 1249 € zu haben und wirklich scharf.

Gruß
WB

Hallo Jürgen,

danke für die ausführlichen Tips.

Grundsätzlich bestätigst du damit in meinen Augen eben meine
Behauptung von vorhin, dass bereits ein 8Megapixel-Chip im
APS-C-Format theoretisch eine höhere Auflösung hätte als ein
gutes Objektiv.

Genau! Lässt sich eigentlich einfach ausrechnen.
Hier mal ein paar Beispiele:
Objektiv Auflösung 1500 L/inch entsprechen etwa 59,1 px/mm ==> Abstand von Linienmittelpunkt zu Linienmittelpunkt 17µm.
Auflösung 2600 L/inch 102,4 px/mm ==> Abstand 10µm.

Canon G2, Sensormaße 7,12 x 5,34 bei knapp 4 MP ==> Pixeldichte 320 px/mm ==> Pixelabstand 3,13µm.

EOS 20D, Sensormaße 22,5 x 15,0 bei 8MP ==> Pixeldichte 155 px/mm ==> Pixelabstand 6,44µm.

Die neue EOS-1D Mark III, Sensormaße 28,1 x 18,7 bei ca. 10 MP ==> Pixeldichte 138 px/mm ==> Pixelabstand 7,21 µm.

Negativfilm Auflösung (lt. Wikipedia) ca. 145 L/mm ==> Kornabstand 6,79µm.

Ich weiß, dass zwischen Theorie und Praxis Unterschiede bestehen. Besonders hinsichtlich der Fotozellenanordnung auf den Sensoren. Dennoch finde ich, dass diese Zahlen doch recht deutlich belegen, dass eine Megapixelangabe ohne Sensormaße überhaupt keine Aussage über die Qualität und das Auflösungsvermögen zulassen.

Aus den obigen Berechnungen erkenne ich, dass je höherwertiger die Kamera, desto mehr nähert sich der Pixelabstand dem Auflösungsvermögen der Objektive. Kompakte dagegen verdichten die Pixel immer mehr.

Aber was tut man nicht alles um aus einem cm² großen Senor Postergröße Bilder zu bekommen. Auch wenn die Bildqualität leidet.

Das Canon EF 70-300mm 1:4,5-5,6 DO IS USM ist für etwa 1249 €
zu haben und wirklich scharf.

Gruß
WB

Gruß Jürgen
PS. Ich denke, wir solten hier Schluss machen. Florians Frage haben wir wohl so nicht richtig beantwortet :wink:) / :frowning:(.

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Hallo Jürgen,

bravo und ein Stern für diese genauen Berechnungen!

Damit hast du auch meine Erfahrung bewiesen, warum die Farbränder der chromatischen Aberration bei den digitalen Chips so viel schlimmer rauskommen als beim nachträglich eingescannten Diafilm:
Der Farbrand wäre noch im zulässigen Unschärfekreis, da dieser sich aber auf mehrere benachbarte Pixel verteilt, die nach dem BAYER-Mosaik angeordet sind, welches durch das vorgeschaltete Farbfilter nach rot/grün/blau/grün differenziert, werden sie u.U. massiv überbetont.

Dieses Problem habe ich bei der SONY DSC-F828 am meisten bemängelt, und es zieht sich weiter fort.

Gruß
WB