Finger und Nase

Liebe Wissende!

Wieso sagt man:
„Jemanden eine Nase drehen“ und:
„jemanden um den Finger wickeln“?

Hat ersteres etwas mit echt gedrehten nasen zu tun,
und letzteres mit umgarnen? Aber wenn man „umgarnt“ ist, ist man doch gefangen, wenn man aber „nur“ um den Finger gewickelt (um welchen?) ist, folgt man mit Freude.

Oder was muß man sich dabei (hinter)denken?

Ich bitte herzlich um Auskunft,
moin, manni

Hi Dilda

Wieso sagt man:
„Jemanden eine Nase drehen“ und:

Da gehört der 3. Fall hin. Man dreht nicht DEN Mann eine Nase sonderm DEM Mann eine solche.
Ich denke das hat was mit der Geste zu tun bei der man die offene Hand mit dem Daumen an die Nase legt und mit dem Ausruf ‚Ätsch!‘ die vier senkrechten Finger zur Faust zusammendreht. Man gibt damit zu verstehen daß man jemand ausgetrickst, veräppelt, an- oder ausgeschmiert oder sonstwas in diesem Sinne hat.

„jemanden um den Finger wickeln“?

Wenn man jemanden um den Finger wickeln kann ist er so weich und biegsam, im Sinne von willenlos und ohne starres Rückgrat, daß er sich dem kleinen Biegeradius lückenlos anschmiegt.

Mit freundlichen Grüßen
Alexander Berresheim

Weisen
Hallo, Alex!

Wieso sagt man:

„Jemanden eine Nase drehen“ und::

Da gehört der 3. Fall hin. Man dreht nicht DEN Mann eine Nase

sonderm DEM Mann eine solche.:

Einleuchtend. Man spricht es aber wohl häufig (mit flusiger Eigen"grammatik"), v.a am Ende von „Jemande…“ unterscheiden sich n und m nicht mehr artikulativ sehr stark.

Ich denke das hat was mit der Geste zu tun bei der man die

offene Hand mit dem Daumen an die Nase legt und mit dem Ausruf
‚Ätsch!‘ die vier senkrechten Finger zur Faust zusammendreht.
Man gibt damit zu verstehen daß man jemand ausgetrickst,
veräppelt, an- oder ausgeschmiert oder sonstwas in diesem
Sinne hat.:

Das denke ich wohl auch. Aber wieso bringt man gerade damit so eine Meinung zum Ausdruck? Das kann doch auch ein Nachspielen eines sehr geschickten Nasenschnäuzens ohne Taschentuch sein.
Oder deutet man an, demjenigen (oder auch, pardon die damen, derjenigen) den rotz ins Gesicht schleudern will?) Worin kommt die Abschätzigkeit zum Ausdruck?

„jemanden um den Finger wickeln“?::

Wenn man jemanden um den Finger wickeln kann ist er so weich

und biegsam, im Sinne von willenlos und ohne starres Rückgrat,
daß er sich dem kleinen Biegeradius lückenlos anschmiegt.:

Das leuchtet absolut ein, dankeschön!
Dabei hat in meinem Gefühl „jdn um den Finger wickeln“ auch einen wenn auch kleinen sympthischen Aspekt. Jedefalls nicht nur einen bösartigen. „Da hab ich dich aber ganz schön um den Finger gewickelt, was?!“
Heißt: also großen Schaden wirst du daran ja nicht nehmen!"
(Hauptsache, man steckt den Finger nicht mitsamt Wicklung in die oben erwähnte.)

Noch ne Idee/Frage zum Anschluß:
Warum heißt es „Naseweis“?
{auch für Leute mit schwarzer Nase, :smile::smile:}.
Ist doch nicht jemand, der immer nur mit der nase weist?

Irngwie habens die Nasen ganz schön in sich, Mike…

Herzlichst, moin, manni