Firma in Thailand

Hallo,

habe die Adresse einer angeblich thailändischen Firma mit Deutschem Geschäftsführer… Welche Möglichkeiten habe ich, nach zu prüfen, ob diese Firma wirklich existiert und ob es schon Betrugsfälle, etc. gab… Habe Angst Geld zu investieren, dass ich nie wieder sehe…

Eine Prüfung über infobroker.de blieb erfolglos…

Mfg - JENS

Hallo Jens!

Willst Du nun von denen was importieren oder Dich an der Firma im Ausland beteiligen?

Bei Import gehst Du folgendermaßen vor: Ein Muster der Ware (sample), wie Du sie gerne hättest, lieferst Du. Danach kommt das Gegenmuster (counter sample) zurück. Fällt der Vergleich positiv aus (counter sample nie aus den Fingern geben), bestellst Du einen kleine Probemenge (trial order), Bezahlung per Akkreditiv (Letter of Credit oder kurz L/C mit den Lieferformen FOB, CIF oder C&F), besprichst die Modalitäten mit Deiner Bank. Fällt auch diese Sendung gut aus, bestellst Du mehr. Im Akkreditiv steht (da Du ja immer noch misstrauisch bist) z.B. Annahme der Ware erst nach Stichprobenprüfung im Zolllager. Haben die Mist geliefert, einfach nicht annehmen: steht ja so im Akkreditiv (für Profis wird es jetzt erst interessant, weil der Rücktransport teurer als die Ware sein kann, oder der Kram verderblich ist, der echte Preispoker geht jetzt erst los). Werden sie aber nicht machen, weil sie das Akkreditiv gelesen haben. Oder sie lassen sich auf diese Kondition nicht ein, dann weißt Du, dass sie ggf. Mist liefern. Also wirst Du die Finger von der Firma lassen. Du kannst auch am Ort des Lieferanten einen Agenten einsetzen, der die Lieferung überprüft (Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser). Diese Agenten kosten aber wieder Geld, und woher soll man wissen, ob die nicht von Dir und ihm kassieren, damit der Deal durchgeht?

In Asien ist es oft üblich, dass Zwischenhändler (intermediates) sich als Hersteller ausgeben, aber keine sind. Ein Firmenschild ist für das Blenderfoto schnell an einem Büroservice montiert, und sie erzählen Dir das Blaue vom Himmel, wie groß die Firma ist. Solltest Du merken, wenn es um die Sache geht. Wenn Du eine spezielle Frage stellst, sollte die Antwort schnell und richtig erfolgen. Ist das nicht der Fall, musste der angebliche Hersteller erst mal den zuständigen Sachbearbeiter fragen, was dauern kann. Stellst Du mehrere Fragen gezielt, und alle kommen prompt und machen auch Sinn, dann ist es ein Hersteller.

Falls Du Dich in der Firma als Investor einkaufen willst, ist das hier das falsche Brett.

Gruß
Richard

habe die Adresse einer angeblich thailändischen Firma mit
Deutschem Geschäftsführer… Welche Möglichkeiten habe ich,
nach zu prüfen, ob diese Firma wirklich existiert und ob es
schon Betrugsfälle, etc. gab… Habe Angst Geld zu
investieren, dass ich nie wieder sehe…

Eine Prüfung über infobroker.de blieb erfolglos…

Mfg - JENS

Hallo,

es geht darum, dass ich von der thailändischen Firma Notebooks kaufen möchte. Das Angebot ist gut, jedoch wirkt die Firma unseriös. Würde gern mehr über diese erfahren bevor ich Geld investiere. Andererseits wäre es natürlich eine Möglichkeit ein Akkreditiv auszuhandeln, da kann ich sicher gehen, auch wirklich das zu bekommen, was ich haben möchte…

Danke für deine Antwort - JENS

Hallo …

es ist ein großer Irrtum, anzunehmen, dass Sie ein Akkreditiv vor einem Betrug schützen würde.

Sie geben im Akkreditiv lediglich die Dokumente vor, die der Lieferant der ausstellenden Bank aushändigen muss, als Beweis, dass die Ware ordnungsgemäß abgesandt wurde.

Wenn die Dokumente dann ok sind und Sie der Bank die Aufnahme der Dokumente angekündigt haben, dann müssen Sie zahlen, auch dann, wenn sich später herausstellt, dass in dem Paket des Lieferanten nur ein Ziegelstein anstelle des erhofften Notebooks war.

Sie können den Anspruch dann zwar zivilrechtlich geltend machen, die hier anwesenden Anwälte können Ihnen sicher mehr dazu sagen, aber tun Sie das einmal bei einem Lieferanten in Thailand.

MfG
BEBOUB

Hi,

schalte eine Treuhandgesellschaft dazwischen oder bestelle per Rechnung. Warum sollst du das alleinige Risko tragen?

Gruß
Falke

Wirtschaftsvertretung der Deutschen Botschaft
Hallo …

warum wenden Sie sich nicht direkt an die Wirtschaftsvertretung der Deutschen Botschaft in Bangkok ?

Dort kann man Ihnen sagen, ob die Firma bekannt ist und wenn, ob gegen die Firma Ermittlungen wegen eventueller Betrugsfälle vorliegen.

MfG
BEBOUB

Hallo auch,

Sie sollten mal Ihre Bank konsultieren, dass es da durchaus Möglichkeiten gibt, einem Betrug vorzubeugen. Lesen Sie nochmal meinen Artikel oben durch. Und falls Sie mich als inkompetent betrachten (war jahrelang Importeur von Elektronik aus Fernost), dann schauen sie halt mal bei der UBS rein.

„Eine Möglichkeit der Abhilfe: Verlangen Sie eine neutrale Prüfung vor Verschiffung der Ware.“

Sie können auch die Überprüfung im Zolllager verlangen (freilich nur Strichproben).

Blättern Sie halt mal:

http://www.ubs.com/1/g/ubs_ch/bb_ch/finance/trade_ex…

Im übrigen coursieren auch Black-Lists bei den Importeuren und in der heutigen Internetzeit ist es um so leichter, schwarze Schafe zu identifizieren. Freilich gibt es die 100%-ige Sicherheit nie, selbst wenn man vorort selber prüft, zumal es auch verborgene Mängel gibt, die sich erst bei Gebrauch des Artikels ergeben bzw. nach längerem Gebrauch; auch haben wir heute andere Gewährleistungsfristen wie vor 10 Jahren (minderwertige Bauteile z.B. können schon nach Stunden den Geist aufgeben).

Sie geben im Akkreditiv lediglich die Dokumente vor, die der
Lieferant der ausstellenden Bank aushändigen muss, als Beweis,
dass die Ware ordnungsgemäß abgesandt wurde.

So funktionieren einfache Akkreditive von Anfängern, die noch nicht wissen, welche Zusatzbedingungen alle in ein Akkreditiv aufgenommen werden können. Diese simple DAP-Form entspricht unserer Nachnahme, und da können freilich Backsteine in den Kisten sein (sofern man nicht die Gewichte kennt und auch nicht rechnen kann).

Wenn die Dokumente dann ok sind und Sie der Bank die Aufnahme
der Dokumente angekündigt haben, dann müssen Sie zahlen, auch
dann, wenn sich später herausstellt, dass in dem Paket des
Lieferanten nur ein Ziegelstein anstelle des erhofften
Notebooks war.

Ja-ja, wenn ich so blöde war…

Sie können den Anspruch dann zwar zivilrechtlich geltend
machen, die hier anwesenden Anwälte können Ihnen sicher mehr
dazu sagen, aber tun Sie das einmal bei einem Lieferanten in
Thailand.

Das ist wohl verlorene Zeit und Mittel. Anwälte führen solche Prozesse freilich gerne, egal wie aussichtslos die sind.

Gruß
Richard