Firma übernehmen/kaufen?

Moin Moin,

vorhin beim spazierengehen tat sich etwas neues auf… ich bin seit 2 Jahren selbstständig, so langsam fängts an zu fruchten und man könnte bald davon leben.

Beim spazieren traf ich den Geschäftsführer einer seit fast 30 jahren anwesenden Firma im Ort, eine GmbH mit 4 Angestellten. Keiner dieser 4 Angestellten traut sich eine Firmenführung zu sodass der Besitzer einen Nachfolger sich wünscht, der mit leidenschaft dabei ist.

Mich würde nun interessieren was da auf mich zukommt, ob ich das bewerkstelligen kann. Ich bin im PKW Tuning Bereich sowie Werbebeschriftungen tätig, also genau das Ding so gesehen.

Ab gesehen von Kosmetischem würde ich so oberflächlich da nichts machen. Es ist halt alles etwas verbraucht, funktioniert halt.

Wie läuft nun eine etwaige übernahme ab?

meine Vorstellung:

  • Betrieb besichtigen
  • eigenen Aufgabenbereich klären
  • Finanzen einsehen/prüfen lassen
  • vertraglich Dinge wie Unterstützung/einarbeitung des Vorgängers sichern
  • und natürlich einen Preis festlegen.

Danach folgen natürlich die Überschreibung der GmbH etc.

Wars das schon oder habe ich markantes übersehen?

gruss

Florian

Firma übernehmen?
Hallo …

im Prinzip läuft es so, wobei hier natürlich die Vorstellungen (Kaufpreis) des Verkäufers mit Ihren Vorstellungen übereinstimmen müssen.

Prüfen muss man hierzu, ob das Unternehmen noch zu tilgende alte Verbindlichkeiten hat oder zukünftige Verbindlichkeiten in Form von langfristigen Miet- oder Leasingverträgen eingegangen ist.

Wenn das alles geklärt ist, dann kann man sich über Verträge und Einarbeitungen unterhalten, aber der Rahmen muss erstmal stimmig sein.

MfG
MGB-Consulting

moin,
vor allem solltest du pruefen:

wer sind die auftraggeber?
haben die auftraggeber bindungen zu den mitarbeitern?
werden die mitarbeiter bleiben?

sonnst kann es passieren, dass du eine leere huelle kaufst

gruss
khs

Guten morgen !

vielen Dank für die Antworten.

Habe mir diese Frage nunmal notiert, in 30min kommt der Geschäftsführer vorbei und dann wird mal geschnackt.

Gedanklich, man schläft ja nimmer, halte ich im Falle dessen es für das sinnvollste nichts zu ändern. Ausser eben kosmetisches. Es sei denn natürlich die kalkulieren sich ins Minus mit Dumpingpreisen.

Gegenüber den Angestellten aber sollte man das möglichste tun um mit denen eben grün zu werden, damit sie nicht weglaufen, auch wenn Reifenmonteur nun nicht „der“ Job ist auch wenn es fies klingt.

Wonach wird unterschieden bei GmbH übernahme oder Eigengründung? Menge/Umfang der Altlasten?

Beispiel: alles ist bezahlt, Gebäude, Grundstück, Maschinen, die Firma lebt also von dem monatlichen Umsatz und daraus werden die 4 Angestellten bezahlt. Diese denke ich, kosten im Monat ca. 10.000€ für den unternehmer, also müssen ja nach Gefühl 15 - 20.000€ gefahren werden am Umsatz was aber knapp gerechnet wäre oder?

Was wären realistische Zahlen (nur dass ich mal einen Überblick erhalte)

Gruss

Florian

Ohne weitere Infos kann man dazu nichts sagen!
Hallo …

ohne weitere Infos kann man dazu nichts sagen!

Dies wäre reine Spekulation!!!

MfG
MGB-Consulting

richtig, mehr als spekulation ist nicht drin.

ich weiß nun aber, dass der Inhaber sich 200000€ vorstellt, inkl. einer Pacht von 5 Jahren auf das Grundstück mit Option auf weitere 5 Jahre.

100.000€ stellen dabei schon den Warenbestand dar !

Heute Nachmittag konnte ich eine Besichtigung arrangieren, dort werde ich mir dann mal einen Überblick verschaffen.

Wie hoch war denn der Gewinn der lt. Jahre?
Hallo …

bei 200T€ Kaufpreis und hiervon 100T€ Warenbestand müßte die GmbH in den letzten fünf Jahren Daumen mal PI um die 20.000€ Gewinn gemacht haben.

MfG
MGB-Consulting

also rund 300€ reingewinn pro Monat?

Ich habe in 2008 einen Umsatz von 60.000€ und ein einen Nettoerlös von 2100€

Gut oder schlecht?

Hallo,

Jahresumsatz der Firma waren EUR 60.000 ?

Das klingt wenig plausibel, wenn davon 4 Angestellte bezahlt werden sollen (so war es in einem früheren Posting vermerkt).

Gruß
André

ja, von meiner Firma die ich allein betreibe. Nicht die zu übernehmende Firma.

Meine Firma soll dann nebenher laufen und durch den besseren Standort wachsen.

Aah, ok. Mißverständnis meinerseits.

Wie hoch war denn der Gewinn der lt. Jahre?
Hallo …

ich meinte natürlich nicht Ihren Gewinn, sondern denn Gewinn der zu erwerbenden GmbH, denn hierfür möchten Sie ja evt. Geld ausgeben.

MfG
MGB-Consulting

richtig. ich fragte dies nur aus Neugier weils gerade passte :smile:

Besichtigung ist eben von statten gelaufen.

Jahresumsatz beläuft sich auf knapp 750.000€, es sind 2 Fachkräfte und 2 billigere Angestellte vorhanden.

Laut Inhaber gibt es keine weiteren Altlasten, Pensionszusagen sind noch ungeklärt.

Er ist der Meinung dass man min. 100.000€ Bar liegen haben sollte, anderweitig meint er läuft es nicht. Weil er ja noch Miete für das Gebäude und eben das Grundstück haben möchte.

In dem Falle dass man es vollfinanziert könnte der Abtrag zu groß sein denk ich mir…

Das bedeutet für mich:

100.000€ für den Warenbestand und 100.000€ für die Verwendung seines Namens bzw. kauf der ausrüstung des Betriebes aber eben keine Immobilie o.ä.

Wäre es dazu sinnvoll ein Angebot für alles abzugeben? denke dass dann gut 350.000-400.000€ fällig würden.

Leidenschaft… Nicht Leiden schaffen!
Hallo …

wie schrieben Sie zu Beginn… der Inhaber sucht jemanden mit Leidenschaft, jetzt hört es sich eher an, als würde er mit dem Kaufpreis Leiden schaffen.

Wenn der Unternehmensgewinn nicht ausreicht, um damit Zinsen und Tilgung des aufzunehmenden Kredites binnen fünf Jahren zu erwirtschaften, dann ist der Kaufpreis zu hoch.

Man muss ja berücksichtigen, dass der Gewinn durch Pacht und Zinsen sinken wird und wie Sie selbst schrieben, gibt es einen Sanierungsbedarf.

Lassen Sie sich mal die letzten vier Bilanzen zeigen und dann wissen Sie wo Sie stehen.

Viel Erfolg!

MfG
MGB-Consulting

ok, das bedeutet, der Kredit von 200.000€ sollte innerhalb 5 Jahren abgezahlt sein? Man erzählte mir was von 15-20 Jahre…

15-20 Jahre kann man nicht überschauen!
Hallo …

wenn ich verkaufen würde, dann würde ich einem möglichen Käufer auch etwas von 15-20 jahren erzählen.

Aber mal im Ernst… auf 15-20 Jahre kann kein Mensch auch nur annähernd planen!

Sie kaufen hier ja kein Haus, das ein statisches Gebilde darstellt, Sie kaufen ein dynamisches Objekt, dass äußeren, wirtschaftlichen und politischen Einflüssen unterworfen ist.

Hier muss sich ein Kauf in wenigen Jahren gerechnet haben, denn alles was darüber hinaus liegt, kann man nicht mehr überblicken. Anders sähe dies aus, wenn ein Betriebsgebäude mit finanziert werden muss, dies kann man dann wirklich langfristig finanzieren, aber nicht das Unternehmen selbst.

MfG
MGB-Consulting

das gleiche dachte ich mir auch. Gestern bei der Besichtigung wurde auch nur bedingt auf die Zahlen eingegangen.

Fest stand jedenfalls dass zu den 200.000€ noch Miete für das 4.000m² grundstück sowie das 1000m² Gebäude inkl. Maschinen etc. hinzukämen.

Bei einem Abtrag auf 5 Jahre gerechnet sind dort also locker 5000€ monatlich fällig.

Aus meiner Sicht völlig utopisch denn soviel kann ich mir nicht vorstellen dass das abgeworfen wird.

Sie müssen die Jahresabschlüsse einsehen!
Hallo …

man kann zu diesen Annahmen, lösgelöst von den tatsächlichen Jahresabschlüssen gar nichts sagen.

Lassen Sie sich doch einfach die Jahresabschlüsse der vergangenen Jahre zeigen, vielleicht fährt das Unternehmen ja tatsächlich so viel Gewinn ein, dass die Ertragskraft zur Tilgung ausreicht?!

Mal einfach unterstellt, es wäre tatsächlich eine Miete i.H. von 5.000€ pro Monat zu zahlen, dann würde sich das Ergebnis um Miete (60.000€) und Zinsen (ca. 12.000€ bei 6%) d.h. 72.000€ verschlechtern.

Unterstellt man ferner, dass 30.000€ als Tilgung ins Auge gefasst werden, so muss ein Vorsteuer-Gewinn von mindestens 204.000€ erzielt werden und darin wären dann weder kalkulatorischen Kosten für neue und teurere Maschinen oder Anlagen enthalten, noch eine Entlohnung des kaufmännischen Risikos.

MfG
MGB-Consulting