Firmenbewertung

Hallo,
ich hab mal eine Frag zu DCF und Multiplebewertung.

Bei meinem DCF Model bekomme ich einen EV Wert von ca. 40 und bei meiner Multiple Bewertung einen Wert von 18. Wie kann man diesen Unterschied am Besten Begründen und für welchen Wert sollte man sich dann entscheiden?

Danke!

Hallo,
ich hab mal eine Frag zu DCF und Multiplebewertung.

Bei meinem DCF Model bekomme ich einen EV Wert von ca. 40 und
bei meiner Multiple Bewertung einen Wert von 18. Wie kann man
diesen Unterschied am Besten Begründen und für welchen Wert
sollte man sich dann entscheiden?

Ist gibt immer eine Differenz zwischen DCF-Bewertung und Multiple-Bewertung. Die sollte jedoch nicht allzu groß sein. Man muss sich die Berechnungen genau anschauen. Oft ist der risikolose Zins eine wichtige Stellschraube! Kann jedoch auch sein, dass einfach ein falscher Multiple angewendet wurde (Peer-Group nochmal checken!).
Eventuell sind auch die Annahmen im DCF-Modell zu ambitioniert.

Es gibt keinen richtigen Wert. Der richtige Wert wird bei der Kaufpreisverhandlung bestimmt! Man muss nur den Wert argumentieren können und deshalb sollte er fehlerfrei berechnet sein…

Greetz
Sheldrick

Ist gibt immer eine Differenz zwischen DCF-Bewertung und
Multiple-Bewertung. Die sollte jedoch nicht allzu groß sein.
Man muss sich die Berechnungen genau anschauen. Oft ist der
risikolose Zins eine wichtige Stellschraube! Kann jedoch auch
sein, dass einfach ein falscher Multiple angewendet wurde
(Peer-Group nochmal checken!).
Eventuell sind auch die Annahmen im DCF-Modell zu
ambitioniert.

Oder aber die Ergebnisse beider Methoden sind nicht vergleichbar, weil die eine eine pauschale, idR branchenorientierte und auf der Vergangenheit basierende Methode ist und die andere eine unternehmensspezifische und zukunftsorientierte.

Wenn bei beiden mal das gleiche herauskäme, wäre das eher der Zufall als eine erhebliche Abweichung.

Gruß
C.

Es gibt schon einen theoretisch richtigen Wert;
und dass ist der subjektive Wert aus Sicht des
Käufers oder Verkäufers.

Die DCF Vefahren sind ja schon vom Ansatz her nicht geeignet,
einen theoreisch richtigen Wert zu liefern, weil sie
objektive Risikozuschläge verwenden.

Oder aber die Ergebnisse beider Methoden sind nicht
vergleichbar, weil die eine eine pauschale, idR
branchenorientierte und auf der Vergangenheit basierende
Methode ist und die andere eine unternehmensspezifische und
zukunftsorientierte.

Das wäre nur der Fall, wenn sich besagtes Unternehmen in der Struktur und somit in der Zukunftsperspektive erheblich von Mitbewerbern unterscheidet (z.B. Starbucks vs. Cafes). Dann ist das ganze ein Peer-Group-Problem, d.h. es wurde nicht die passende Peer-Group ausgewählt (Starbucks ist eher mit anderen Franchise-Ketten vergleichbar als mit Cafes…)

Die Werte beider Modelle sollten schon im gleichen Rahmen liegen, ansonsten stimmt was nicht mit der Berechnung.

Greetz
Sheldrick

Es gibt schon einen theoretisch richtigen Wert;
und dass ist der subjektive Wert aus Sicht des
Käufers oder Verkäufers.

Stimme zu. Der subjektive Wert muss allerdings in Verkaufsverhandlungen argumentiert werden. Das geschieht mithilfe der Modelle (Wie der Name schon sagt: Modelle basieren auf Annahmen und sind somit keine absolute Wahrheit).

Die DCF Vefahren sind ja schon vom Ansatz her nicht geeignet,
einen theoreisch richtigen Wert zu liefern, weil sie
objektive Risikozuschläge verwenden.

… deswegen berechnet die ganze Welt Firmenwerte mit diesem Verfahren :wink:

Greetz
Sheldrick

Womit soll man sonst rechnen?

Bei der subjektiven Unternehmensbewertung ist die Risiko Nutzenfunktion
halt schwer quantifizierbar.

Also konstruiert man einen falschen Ansatz, der allerdings
den Vorteil hat, dass man zu einem Ergebniss kommt.

Guckt man sich die Unternehmensbewertung in der Praxis an,
geht es doch immer nur darum, wie kann ich die Gegenpartei
über die Ohren hauen;
für einen sinnvollen ansatz interessiert sich da doch keiner.

Unternehmensbewertung

Oder aber die Ergebnisse beider Methoden sind nicht
vergleichbar, weil die eine eine pauschale, idR
branchenorientierte und auf der Vergangenheit basierende
Methode ist und die andere eine unternehmensspezifische und
zukunftsorientierte.

Das wäre nur der Fall, wenn sich besagtes Unternehmen in der
Struktur und somit in der Zukunftsperspektive erheblich von
Mitbewerbern unterscheidet (z.B. Starbucks vs. Cafes). Dann
ist das ganze ein Peer-Group-Problem, d.h. es wurde nicht die
passende Peer-Group ausgewählt

Ich weiß, daß ganze Beraterscharen davon leben, Peer Groups als die richtige zu verkaufen. Dennoch ist die Multiplikatormethode nicht mehr als eine Faustformel. Daß diese nicht der Weisheit letzter Schluß sein kann, habe ich erklärt: sie ist vergangenheitsorientiert und schert alle Unternehmen einer Branche/Peer Group über einen Kamm.

DCF- und Ertragswertverfahren berücksichtigen sowohl die unternehmensspezifische Planung als auch einen subjektiven Zinssatz. Damit ist das Ergebnis zwar immer noch nicht viel mehr als eine grobe Schätzung, aber das Ergebnis wenigstens auf das zu betrachtende Unternehmen zugeschnitten.

Die Werte beider Modelle sollten schon im gleichen Rahmen
liegen, ansonsten stimmt was nicht mit der Berechnung.

Die Multiplikatormethode würde ich nicht unbedingt als Berechnung bezeichnen wollen. Mal abgesehen davon, daß die Multiplikatoren viel stärkeren Stimmungsschwankungen (um nicht Mode zu schreiben) unterliegen als die Komponenten des Ertrags- oder DCF-Verfahrens.

Gruß
C.

Ich weiß, daß ganze Beraterscharen davon leben, Peer Groups
als die richtige zu verkaufen. Dennoch ist die
Multiplikatormethode nicht mehr als eine Faustformel. Daß
diese nicht der Weisheit letzter Schluß sein kann, habe ich
erklärt: sie ist vergangenheitsorientiert und schert alle
Unternehmen einer Branche/Peer Group über einen Kamm.

Stimme zu, es handelt sich in der Tat um eine Faustformel. Es wird halt geschaut: Was wurde für vergleichbare Unternehmen in der Vergangenheit bezahlt. Das ist wie Gebrauchtwagenkauf. Der KAufpreis mag auch hier nicht dem „Wert“ des Fahrzeuges entsprechen. Das ist das Ergebnis von Angebot und Nachfrage.

DCF- und Ertragswertverfahren berücksichtigen sowohl die
unternehmensspezifische Planung als auch einen subjektiven
Zinssatz. Damit ist das Ergebnis zwar immer noch nicht viel
mehr als eine grobe Schätzung, aber das Ergebnis wenigstens
auf das zu betrachtende Unternehmen zugeschnitten.

Stimme ebenfalls voll zu. Die Unternehmensbewerterei ist lediglich der Versuch, sich einem Kaufpreis zu nähern. Sie stellt nicht mehr als eine Orientierungsgröße dar. Die DCF-Methode berücksichtigt dabei immerhin die (zu erwartenden) Erträge des Unternehmens. Ob diese jemals eintreffen werden kann keiner sagen. Aber es wird eine Diskussionsgrundlage geschaffen.

Die Multiplikatormethode würde ich nicht unbedingt als
Berechnung bezeichnen wollen. Mal abgesehen davon, daß die
Multiplikatoren viel stärkeren Stimmungsschwankungen (um nicht
Mode zu schreiben) unterliegen als die Komponenten des
Ertrags- oder DCF-Verfahrens.

Der Preis bestimmt sich nunmal durch Angebot und nachfrage. Dieses Verhältnis drückt die Multiplikatorenbewertung aus. Sie ist damit meiner Meinung nach schon eine Berechnung.

Greetz
Sheldrick

Womit soll man sonst rechnen?

Bei der subjektiven Unternehmensbewertung ist die Risiko
Nutzenfunktion
halt schwer quantifizierbar.

Also konstruiert man einen falschen Ansatz, der allerdings
den Vorteil hat, dass man zu einem Ergebniss kommt.

Über falsch oder richtig können wir hier wahrscheinlich noch lange diskutieren. Ich behaupte ja nicht, das die Methoden zur einzig waren Antwort führen. Sie stellen (wie so vieles im Leben) eine Grundlage für ein Preisfindungsverfahren. Letztendlich hängt der Preis jedoch einzig und alleine von Angebot und Nachfrage ab. Das DCF-Modell dient dabei der Darstellung von Annahmen, die Käufer und Verkäufer treffen. Keiner kann sagen, ob diese Eintreffen und wer von beiden recht hat, aber es ergibt sich eine Diskussionsgrundlage.

Guckt man sich die Unternehmensbewertung in der Praxis an,
geht es doch immer nur darum, wie kann ich die Gegenpartei
über die Ohren hauen;
für einen sinnvollen ansatz interessiert sich da doch keiner.

Das stimmt nicht. Es geht darum eine für beide Seiten akzeptable Lösung (den Preis) zu finden. Schließlich ist keine der verhandelnden Parteien zum Abschluss gezwungen!

Die komplette Unternehmensbewertung basiert auf Annahmen und Erwartungen.
Die guten übertreffen diese Annahmen, die schlechten gehen unter.

Greetz
Sheldrick

Stimme zu, es handelt sich in der Tat um eine Faustformel. Es
wird halt geschaut: Was wurde für vergleichbare Unternehmen in
der Vergangenheit bezahlt. Das ist wie Gebrauchtwagenkauf. Der
KAufpreis mag auch hier nicht dem „Wert“ des Fahrzeuges
entsprechen. Das ist das Ergebnis von Angebot und Nachfrage.

Das Problem ist, daß jedes rechnerische Verfahren eine Scheingenauigkeit suggeriert, die aber gar nicht funktionieren kann - genauso wenig, wie die Schwacke-Liste den richtigen Wert für ein bestimmtes Auto zeigt.

Stimme ebenfalls voll zu. Die Unternehmensbewerterei ist
lediglich der Versuch, sich einem Kaufpreis zu nähern. Sie
stellt nicht mehr als eine Orientierungsgröße dar. Die
DCF-Methode berücksichtigt dabei immerhin die (zu erwartenden)
Erträge des Unternehmens.

Du meinst Cashflows.

Ob diese jemals eintreffen werden
kann keiner sagen. Aber es wird eine Diskussionsgrundlage
geschaffen.

Ja, aber eine transparente. Ich kenne die Cashflows, auf deren Basis gerechnet wird, ich kenne Zinssätze usw. Damit erkennt man, wo die Stellschrauben und die Annahmen sind. Multiplikatoren kann man schon in der semiprofessionellen Fachpresse nachlesen und da steht dann neben der Branche eine Zahl.

Das ganze wird ein bißchen bunter und teurer, wenn man Berater engagiert, aber am Ende kommt das gleiche dabei heraus: eine Zahl, die weder Zukunft noch Vergangenheit des in Rede stehenden Unternehmens berücksichtigt.

Die Multiplikatormethode würde ich nicht unbedingt als
Berechnung bezeichnen wollen. Mal abgesehen davon, daß die
Multiplikatoren viel stärkeren Stimmungsschwankungen (um nicht
Mode zu schreiben) unterliegen als die Komponenten des
Ertrags- oder DCF-Verfahrens.

Der Preis bestimmt sich nunmal durch Angebot und nachfrage.
Dieses Verhältnis drückt die Multiplikatorenbewertung aus. Sie
ist damit meiner Meinung nach schon eine Berechnung.

Es ist eine Schätzung, die allein auf Daten basiert, die alle Unternehmen berücksichtigen (können), nur nicht das, was verkauft werden soll. Mal abgesehen davon, daß nur in den seltensten Fällen Unternehmen gibt, die dem zu betrachtenden mehr als nur ein bißchen ähnlich sind.

Gruß
C.

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