Stimme zu, es handelt sich in der Tat um eine Faustformel. Es
wird halt geschaut: Was wurde für vergleichbare Unternehmen in
der Vergangenheit bezahlt. Das ist wie Gebrauchtwagenkauf. Der
KAufpreis mag auch hier nicht dem „Wert“ des Fahrzeuges
entsprechen. Das ist das Ergebnis von Angebot und Nachfrage.
Das Problem ist, daß jedes rechnerische Verfahren eine Scheingenauigkeit suggeriert, die aber gar nicht funktionieren kann - genauso wenig, wie die Schwacke-Liste den richtigen Wert für ein bestimmtes Auto zeigt.
Stimme ebenfalls voll zu. Die Unternehmensbewerterei ist
lediglich der Versuch, sich einem Kaufpreis zu nähern. Sie
stellt nicht mehr als eine Orientierungsgröße dar. Die
DCF-Methode berücksichtigt dabei immerhin die (zu erwartenden)
Erträge des Unternehmens.
Du meinst Cashflows.
Ob diese jemals eintreffen werden
kann keiner sagen. Aber es wird eine Diskussionsgrundlage
geschaffen.
Ja, aber eine transparente. Ich kenne die Cashflows, auf deren Basis gerechnet wird, ich kenne Zinssätze usw. Damit erkennt man, wo die Stellschrauben und die Annahmen sind. Multiplikatoren kann man schon in der semiprofessionellen Fachpresse nachlesen und da steht dann neben der Branche eine Zahl.
Das ganze wird ein bißchen bunter und teurer, wenn man Berater engagiert, aber am Ende kommt das gleiche dabei heraus: eine Zahl, die weder Zukunft noch Vergangenheit des in Rede stehenden Unternehmens berücksichtigt.
Die Multiplikatormethode würde ich nicht unbedingt als
Berechnung bezeichnen wollen. Mal abgesehen davon, daß die
Multiplikatoren viel stärkeren Stimmungsschwankungen (um nicht
Mode zu schreiben) unterliegen als die Komponenten des
Ertrags- oder DCF-Verfahrens.
Der Preis bestimmt sich nunmal durch Angebot und nachfrage.
Dieses Verhältnis drückt die Multiplikatorenbewertung aus. Sie
ist damit meiner Meinung nach schon eine Berechnung.
Es ist eine Schätzung, die allein auf Daten basiert, die alle Unternehmen berücksichtigen (können), nur nicht das, was verkauft werden soll. Mal abgesehen davon, daß nur in den seltensten Fällen Unternehmen gibt, die dem zu betrachtenden mehr als nur ein bißchen ähnlich sind.
Gruß
C.